Zwischenfall am Herrnberg in Prien: Hunde attackieren Kälber

Landwirt Peter Fischer schaut nach seinen Kälbern am Herrnberg. Eines der Tiere hatte sich im Zaun verfangen und verletzt, als freilaufende Hunde auf die Weide gerannt waren.
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Landwirt Peter Fischer schaut nach seinen Kälbern am Herrnberg. Eines der Tiere hatte sich im Zaun verfangen und verletzt, als freilaufende Hunde auf die Weide gerannt waren.
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
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Peter Fischer ist sauer. Der Landwirt vom Regerlhof in Ernsdorf ist es leid, dass immer wieder Tiere von ihm von freilaufenden Hunden in Aufregung versetzt werden oder sogar in Panik geraten. Beim jüngsten Zwischenfall verfing sich ein Kalb in einem Weidezaun und verletzte sich.

Prien – Der Ortsobmann des Bauernverbands versucht es nach dem jüngsten Zwischenfall wieder einmal mit einen Appell an alle Herrchen und Frauchen. Ein Kalb hatte sich auf der Flucht in einem Zaun verfangen und verletzt.

Identität der Hundebesitzer völlig unklar

Seit ein paar Wochen grasen vier Kälber aus dem Stall Fischers auf einer Weide am Herrnberg nahe des Aussichtspunkts, den Einheimische gern Schwammerl nennen wegen der Pilz-Form der Rundbank samt ihrer Überdachung.. „Meine Kälber wurden von mehreren Hunden, die zu drei Damen gehörten, durch die Weide gehetzt. Ein Kalb verfing sich dabei im Zaun und wurde verletzt an Rücken und Beinen“, schildert der ÜWG-Gemeinderat den Zwischenfall.

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Fischer beruft sich auf Aussagen von drei Mitarbeitern des gemeindlichen Bauhofs, die in der Nähe einen Weg instand setzten, der beim Hochwasser vor gut einer Woche zum Teil ausgespült worden war. Aber auch sie waren keine direkten Augenzeugen. Die Besitzerinnen der Hunde hätten sich hilfesuchend an sie gewandt, weil sie es nicht schafften, das Kalb aus seiner misslichen Lage am Zaun zu befreien. Einer der Bauhofmitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte, schilderte im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung, dass die drei Frauchen, die er und seine Kollegen nicht gekannt hätten, wohl mit ihren Hunden Frisbee gespielt hätten. Dann müssen die Vierbeiner wohl die Tiere auf der Weide ins Visier genommen haben. Für den genauen Ablauf gibt es keine Augenzeugen.

Als das Kalb befreit war, haben sich die Damen mit ihre Hunden offenbar schnell entfernt. „Es ist eine Schande, sich als Tierbesitzer nicht um das Wohlergehen eines Tieres zu kümmern, obwohl es durch sein Tun zu Schaden gekommen ist“, ärgert sich Fischer. Die Bauhofmitarbeiter kümmern sich dann darum, den Eigentümer des verletzten Tieres und des beschädigten Zauns zu verständigen.

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Über die Hunde, geschweige denn deren Rassen, kann der Bauhoftrupp nicht viel sagen, außer, dass sie „vielleicht kniehoch“ gewesen seien. Das macht die rechtliche Beurteilung des Zwischenfalls schwierig. Denn die Größe ist im Zweifelsfall ein entscheidendes Kriterium. In Paragraf 6a der „Verordnung über die zeitliche Beschränkung ruhestörender Haus- und Gartenarbeiten, Lärm, Haustier- und Hundehaltung“ ist unter anderem festgeschrieben, dass große Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimetern „in allen öffentlichen Anlagen und auf allen öffentlichen Wegen, Straßen und Plätze ständig an der Leine zu führen“ sind. Dies gilt nicht für große Hunde im Außenbereich“, nur für Kampfhunde.

Eine Verletzung am Rücken, die sich ein Kalb am Herrnberg zugezogen hat, als es im Weidezaun hängengeblieben war.

Die meisten Hundebesitzer passen in der Regel gut auf ihre Vierbeiner auf. Aber Zwischenfälle gibt es immer wieder. Erst vor wenigen Wochen war im Harrasser Moos ein Reh tödlich verletzt worden, den Spuren nach von wildernden Hunden.

Kälber liefen in Panik mitten in den Ort

Auch am Herrnberg ist der Zwischenfall nichts Neues. Tiere aus dem Bestand von Peter Fischer sind auch in den vergangenen Jahren immer mal wieder von Hunden attackiert worden, erzählt er. Der Landwirt hat sogar schon mal Kälber wieder einfangen müssen ,die in Panik bis mitten in den Ort gerannt waren.

Anzeige hat Fischer nicht erstattet. Das hält er für vergebliche Liebesmühe. Peter Hans, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Prien, sieht das anders. Wenn die Besitzer eine Haftpflichtversicherung haben, könnte der Landwirt die Frauchen wegen der Schäden zur Kasse bitten. Hans räumt aber auch ein, dass solche Fälle wohl die Ausnahme sind. Ihm ist aus jüngerer Vergangenheit keiner bekannt, der bei den Ordnungshütern aktenkundig geworden sei.

Hunde auf Kinderspielplätzen verboten

Während die Leinenpflicht im Außenbereich nur für große Hunde gilt, greift in Parks der Gemeinde ein Passus aus der Grünanlagensatzung des Marktes Prien. In Paragraf 2, Absatz 2 heißt es unter Punkt f): Unzulässig ist in den Grünanlagen das freie Laufenlassen von Tieren und das Mitbringen von Hunden zu Kinderspielplätzen“.

Dies gilt für den Wendelsteinplatz, den großen Kurpark im Eichental sowie den kleinen Kurpark am Haus des Gastes und auf den Schären.

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