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BRAUCHTUM

Zwischen Volksmusik und Schafen: Plattler Michi Berneder aus Bernau lässt auf der Krautinsel weiden

Die Gitarre ist sein ständiger Begleiter, seit der Trachtler Michi Berneder aus Hittenkirchen sich für Volksmusik interessiert. Im Bild ist er 18 Jahre alt, damals wurde er im Trachtenverein Almenrausch-Hittenkirchen aufgenommen, dem er als Plattler und stellvertretender Vorsitzender treu blieb.
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Die Gitarre ist sein ständiger Begleiter, seit der Trachtler Michi Berneder aus Hittenkirchen sich für Volksmusik interessiert. Im Bild ist er 18 Jahre alt, damals wurde er im Trachtenverein Almenrausch-Hittenkirchen aufgenommen, dem er als Plattler und stellvertretender Vorsitzender treu blieb.

Michi Berneder aus Bernau führte ein Leben als aktiver Plattler und hielt seinem Verein Almenrausch-Hittenkirchen über Jahrzehnte die Treue. Langweilig wird dem pensionierten Immobilienmakler auch heute nicht, kümmert er sich doch noch um seine Schafherde, die als einzige auf der Krautinsel weiden darf.

Hittenkirchen-Schörging – Wenn in diesem Frühjahr Michi Berneder aus Schörging in der Gemeinde Bernau seinen 80. Geburtstag feiert, ist das ein guter Anlass, auf ein besonderes Trachtler- und Volksmusikanten-Leben zurückzuschauen. Begonnen hatte für ihn die Liebe zu Lederhose, Tracht und Brauchtum als junger Bub. Damals, wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, lernte er das Schuhplatteln.

Beim ersten Preisplatteln des noch jungen Trachtenvereins Almenrausch-Hittenkirchen zusammen mit seinem Spezl Toni Bauer, belegte er den zweiten Platz. „Das war dann der Grund, dass wir beim Trachtenverein dabei blieben“.

Tanz und Gesang von Kindesbeinen an

Der Verein ermöglichte den Jugendlichen damals, etwas zu unternehmen und Freunde zu treffen, erst mit 18 Jahren konnte man volles Mitglied werden. Während für seine Brüder Franz und Sepp das Schuhplatteln weniger wichtig war, so entwickelte Berneder einen Ehrgeiz für den „schneidigen Chiemgauer Schuhplattler“.

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Als dann 1961 vom damaligen Gauvorstand des Chiemgau-Alpenverbandes, Sepp Perl aus Staudach, eine Plattlergruppe für einen Auftritt beim Komödienstadel des Bayerischen Rundfunks zusammengestellt wurde, da wurden Berneder und sein Spezl Bauer zur Teilnahme vorgeschlagen. Weitere Auftrittsreisen führten noch nach Berlin und Bonn. „Damals waren wir Hittenkirchener stark im Platteln“, erzählt er, „1960 beim Gaupreisplatteln auf dem Seiser-Hof in Bernau-Reith erreichten wir beim Gruppenplatteln mit einem halben Punkt Rückstand den zweiten Platz hinter den dominierenden Marquartsteinern“.

Viele neue Aktivitäten

Als ab 1967 Christian Kaufmann das Amt des Ersten Vorsitzenden übernahm, stand ihm zwölf Jahre lang Michi Berneder als Stellvertreter zur Seite. In diese Zeit fiel auch der Bau des Hittenkirchener Trachtenheimes, was wieder Auslöser für neue Aktivitäten war.

Mit dem Trachtenheim gab es verschiedene Impulse und neue Veranstaltungsmöglichkeiten. Unter anderem rief Jakob Irrgang, der nach Berneder Zweiter Vorsitzender wurde, Tanzkurse für Jugendliche und einen Volkmusik-Hoagast ins Leben. Die Volksmusik war für Berneder von Kindheit an etwas Schönes, woran er sich gern erinnert: „Schon als kleiner Bub habe ich Radio-Lieder nachgesungen, nach dem Trachtenheimbau trat ich mit Sepp und Hans Steinbichler mit Zitherbegleitung durch Willi Weitzel als Hittenkirchener Sänger auf.“

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Zweigesang und Gitarrespiel

Er lernte Gitarrenspielen und sang Balladen. Rund 15 Jahre lang trat er mit Angela Grannetsberger aus Übersee und Georg Seifritzberger aus Traunstein im Zweigesang auf.

Zehn Jahre organisierte er die stets ausverkauften Hoagast-Veranstaltungen mit bekannten und regionalen Volksmusikgruppen. Weitere Gesangs-Aktivitäten waren die 27-jährige Zugehörigkeit zum Männerchor Grabenstätt und die Gründung eines vierstimmigen Gesangs aus den Reihen des Chores. „Auftritte sind zwar schön, aber nicht entscheidend. Wir treffen uns, wenn´s geht, jede Woche zur eigenen Freude, so wie wir es viele Jahre bei den Musikanten-Stammtischen gewohnt waren.“

Als wäre das nicht genug, hat sich Berneder samt Gitarre und Kontrabass auch noch mit Musikfreunden aus Eggstätt und Trostberg zusammengetan. Wenn er jetzt, nach seiner Pensionierung – er war als Immobilienmakler tätig – in seiner guten Stube sitzt, dann greift er gern zu seiner Gitarre und spielt Stücke aus dem Radio mit. Und dann sind da noch seine Schafe auf der Krautinsel, ein weiteres „Hobby“, dem er seit 15 Jahren treu ist.

Durch Zufall auf die Krautinsel

40 Jahre war Michael Berneder auch Landwirt, zuerst mit Kühen, später hat er auf Schafe umgestellt. Die Schafe betreut er auch nach seiner Hofübergabe heute noch selbst, dazu erzählt er: „Als ich einmal beim Simmerl-Wirt in Urschalling war, erfuhr ich, dass die auf der Krautinsel im Chiemsee weidenden Jungkühe durch Schafe abgelöst werden sollten. Schnell setzte ich mich mit dem damaligen Insel-Bürgermeister Georg Huber in Verbindung und so bin ich seit gut 15 Jahren mit rund 40 Schafen auf der Krautinsel. Das ist ein Paradies für die Schafe, aber auch für mich bei meinen regelmäßigen Aufenthalten, wenn ich nach dem Rechten schaue, ist die Zeit auf der Insel eine seelische Oase“.

Michi Berneder heute auf der Krautinsel, wo er seine Sache weiden lässt.

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