Zwischen Absagen und Verschieben: Prien Marketing GmbH versucht, Veranstaltungen zu retten

Die Kneippanlagen der Gemeindebleiben vorerst noch geschlossen. Auch sie zählen zu Freizeiteinrichtungen und dürfen coronabedingt nicht öffnen. Berger/Mischi

Während die Geschäfte langsam wieder öffnen, liegt der Veranstaltungskalender der Marktgemeinde Prien weiter brach. Coronabedingt hagelt es eine Absage nach der anderen. Die Prien Marketing GmbH ist im Dialog mit Künstlern und Verantwortlichen. Es gibt für einige Aktionen Ersatztermine.

von Silvia Mischi

Prien– Keine Chance und dabei bei den Bürgern und Urlaubern eigentlich sehr beliebt, hat der Auftakt der Veranstaltung „Musik und Tanz am Maibaum“. „Aufgrund der aktuellen Gesundheitslage und den behördlichen Anordnungen wird diese Veranstaltung am Freitag, 1. Mai, ersatzlos abgesagt.“ Ein Maibaum-Aufstellen hätte es heuer zudem nicht gegeben.

Anglerkartenverkauf ist gestartet

„Wir befinden uns in einer absoluten Ausnahmesituation“, betont Andera Hübner, Geschäftsführerin der Prien Marketing GmbH (PriMa). Die Prima befände sich aktuell im Vorbereitungsmodus. Man wolle gerüstet sein, wenn das Tourismusbüro wieder öffnen dürfe. Ein erster Schritt dorthin, ist der Verkauf der Anglerkarten. Dieser wird auf findige Art und Weise durch das Fenster erfolgen. Denn die Anglersaison beginnt und Sport darf – gemäß den Corona-Richtlinien – allein ausgeübt werden.

Herrenchiemsee-Lauf in Oktober verschoben

Die Planungen der Prima sind aber mit einigen Wermutstropfen versehen. „Wir müssen Vieles absagen, da es zum einen keine Ersatztermine gibt oder man ja auch nicht weiß, ab wann die Veranstaltungen wieder stattfinden können. Zudem haben die Künstler auch andere Verpflichtungen im Herbst, die sie aktuell noch aufrecht erhalten wollen und müssen“, beschreibt Hübner.

Was aber geglückt ist, wäre ein Ersatztermin für den Herrenchiemsee-Lauf. Dieses Sportereignis könnte nach Absprache mit der bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung – unter Vorbehalt der Corona-Entwicklungen – am 24.525. Oktober stattfinden.

„Besondere Aktionen des Einzelhandels wie ,Prien hoid zam‘ laufen natürlich weiter“, so Hübner.

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Sie verweis zudem auf ein Schreiben des Einzelhandels an Hubert Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident, in dem die Öffnungszeiten-Regelung für Samstage und Sonntage überdacht wird, angesichts der finanziellen Einbußen des Gewerbes durch die cornobedingten Schließungen. Der Maimarkt wird ihr zufolge auf September verschoben. Auch sei es gelungen den Auftritt des Kabarettisten Markus Langer auf 11. September umzupolen. Das Volksmusikschiff, eine beliebte Fahrt bei Musik, legt ebenfalls erst verzögert – am 26. September –  ab. „Wir freuen uns, dass diese neuen Termine zustande gekommen sind. Wir versuchen alles, um ein attraktives Programm weiterhin hinzubekommen“, versichert die Geschäftsführerin.

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Aber: Vieles sei nach wie vor unter Vorbehalt. Denn keiner wisse genau, was nach dem 31. August käme. Bis dahin gilt ein generelles Verbot von Großveranstaltungen. „Aber mit Blick auf das abgesagte Oktoberfest müssen wir auch dementsprechend vorsichtig planen, möchten aber auch gerüstet sein“, sagt Hübner. Spezielle Aktionen mit dem Handel für die Kunden oder auch die ersten Urlaubsgäste sind weitere Ideen, die den PriMa-Verantwortlichen im Kopf herumspuken. Hier stecke aber noch alles in den Kinderschuhen und gehöre noch entsprechend abgesprochen.

Kneippanlagen bleiben geschlossen

Das Tourismusbüro ist auf alle Fälle dabei mit Abstandsmarkierungen und Co. sich auf die Wiederöffnung vorzubereiten. „Noch gelten wir aber als Freizeitbetrieb und müssen zugesperrt bleiben“, so Hübner. Apropos geschlossen: Die Kneipp- und Freizeitanlagen im Kurpark, am Feßler Weiher sowie im Eichental bleiben auch weiterhin, wie auch die Spielplätze dicht. Entsprechende Schilder würden montiert oder Absperrungen vorgenommen. „Das ist für Viele bedauerlich, sind aber Freizeiteinrichtungen und wir möchten hier zum Schutz der Nutzer agieren“, betont Hübner.

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Einer, der bis zu den Öffnungen alles in Schuss hält, ist Hausmeister Harald Irlacher. Er gießt die Blumen und kümmert sich auch um die Kneippbecken. Außerdem ist die Gärtnerei im Einsatz: sie pflanzen und bauen beispielsweise neue Sitzgelegenheiten wie eine Holzanlage mit Metallrahmen um einen Baum vor dem Haus des Gastes.

Was „Swinging Prien“ im August, den Antikmarkt oder die „Kunstnacht“ betrifft, sieht es nach aktuellem Stand schlecht aus. Die beiden Veranstaltungen fallen in die Sperrungsphase. Möglicherweise gibt es Varianten zu diesen Veranstaltungen. Doch wie und ob diese zustande kommen, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. „Auch Kunstführungen für Einheimische im kleinen Rahmen könnte ich mir vorstellen. Aber hier muss dazu die rechtliche Genehmigung dafür vorliegen“, betont die Geschäftsführerin. Denkbar sei aber alles, was die Aufenthaltsqualität erhöhe und den Corona-Regeln entspricht.

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