Nach fast einem Jahr ohne Nahversorger: Zweite Chance für Dorfladen Mietenkam

Mit Brot und Salz hieß Bürgermeister Stefan Kattari anlässlich der Wiedereröffnung des Mietenkamer Dorfladens den neuen Betreiber, den Bäcker Luitpold Müller aus Prien, willkommen. Eder
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Mit Brot und Salz hieß Bürgermeister Stefan Kattari anlässlich der Wiedereröffnung des Mietenkamer Dorfladens den neuen Betreiber, den Bäcker Luitpold Müller aus Prien, willkommen. Eder
  • vonTamara Eder
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Der Mietenkamer Dorfladen in der Gemeinde Grassau hat nun wieder geöffnet. Nachdem der erste Pächter den Laden relativ schnell wieder aufgab, setzt nun der Priener Bäcker Luitpold Müller dort seine Ideen um. Die Mietenkamer finden´s gut.

Grassau – Aufatmen in Mietenkam: Nach fast einem Jahr ohne Nahversorgung hat nun der Dorfladen wieder geöffnet. Mit einem etwas anderen Konzept und anderen Öffnungszeiten startet die Bäckerei Müller dort mit einer Bäckerei, Café und Warenangebot.

Bürgermeister Stefan Kattari freute sich, dass die Räumlichkeiten des Dorfladens, gemietet von der Gemeinde, „nun wieder mit Leben gefüllt sind“.

„Ein Glücksfall“

Fast ein Jahr ruhte dort der Betrieb. Die Gemeinde musste Betriebskosten und Miete aus eigener Tasche stemmen. Einige Interessenten hatten sich den Laden angesehen, sich dann aber doch dagegen entschieden. „Es ist ein Glücksfall, dass die Bäckerei Müller nun das Ladenlokal übernommen hat“, betonte der Bürgermeister am Eröffnungstag. Er buk am Vormittag persönlich für die Gäste frische Brezen.

Bei der Konzeption des neuen Mietenkamer Dorfzentrums vor mehr als fünf Jahren war der Dorfladen wesentlichen Bestandteil.

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Backwaren, Obst und Tierfutter

Die Gemeinde setzte damals alles daran, einen Dorfladen in der Ortsmitte zu installieren und mietete sich in das neugebaute Haus ein.

Nach nur vier Jahren stand der Betrieb jedoch wieder still. Verschiedene Konzepte wurden überlegt, wobei immer wichtig war, die Nahversorgung zu berücksichtigen. Die Mischung aus Café und Dorfladen konnte nun mit dem neuen Pächter aufrechterhalten werden. Nur wenig hat sich verändert. Neben frischen Backwaren gehören auch Obst und Gemüse, Molkereiprodukte, Konserven, Tiefkühlkost, Getränke und Hygieneartikel zum Sortiment. Sogar an die Haustiere wurde gedacht.

Hier bäckt der Bürgermeister frische Brezen.

Corona hat den Gang zum Bäcker verändert

Zur Eröffnung überreichte der Rathauschef einen Korb mit Brot und Salz an den neuen Pächter Luitpold Müller aus Prien. „Der Dorfladen ist auch Treffpunkt am Ort und für die Dorfgemeinschaft wichtig“, betonte Kattari. Müller erzählte, er sei zuerst skeptisch gewesen, doch nun sei er überzeugt von der Idee, „zumal der Laden in einer wunderschönen Gegend, umgeben von einem wahnsinnig schönen Platz“, liege. Der Lockdown habe gezeigt, „wie wichtig den Menschen der Gang zur Bäckerei ist und seither haben sich die Einkaufsgewohnheiten geändert.“

Der Probebetrieb läuft nun erst mal bis Ende des Jahres. „Dann wird sich zeigen, ob die Mietenkamer das Angebot auch zu schätzen und nützen wissen“, so der Bürgermeister. Von großem Vorteil dürfte sein, dass der Laden sieben Tage die Woche geöffnet hat und einen Mittagstisch anbietet.

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Großer Andrang am Eröffnungstag

Unerwartet groß war bereits am ersten Tag das Interesse der Bevölkerung. Der Biergarten war bis auf den letzten Platz besetzt.

„Für Mietenkam und für das Dorfleben ist der Dorfladen mit Café eine große Bereicherung. Eine wunderbare Auswahl ist vorhanden“, freute sich beispielsweise Hans Münch aus Grassau. „Mit Kindern und ohne Auto ist man in Mietenkam aufgeschmissen. Zum Dorfladen kann man zu Fuß gehen und auch die Kinder können sich dort allein ein Eis kaufen. Ich hoffe, dass auch viele junge Leute das Angebot nützen“, äußerte sich Marie Kastner aus Mietenkam.

Susi Speckbacher und Regina Petermüller, beide aus Grassau, stehen als Verkaufskräfte hinter dem Tresen. Sie sind zuversichtlich, dass der Laden gut laufen wird. Ihr Pluspunkt: Die meisten ihrer Kunden kennen sie schon jetzt mit Namen.

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