Bis zu Neuwahlen im April

Übersee: Zweite Bürgermeisterin Margarete Winnichner übernimmt nach Bauerdick-Rücktritt

Übersees Bürgermeister Eberhard Bauerdick tritt Ende Januar zurück. Der Gemeinderat beschäftigte sich am Montag in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Entlassungsantrag, die Übergabe sei geregelt, so Zweite Bürgermeisterin Margarete Winnichner.
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Übersees Bürgermeister Eberhard Bauerdick tritt Ende Januar zurück. Der Gemeinderat beschäftigte sich am Montag in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Entlassungsantrag, die Übergabe sei geregelt, so Zweite Bürgermeisterin Margarete Winnichner.

Der Überseer Bürgermeister Eberhard Bauerdick (GfÜ) gab Anfang Dezember im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung völlig überraschend seinen Rücktritt bekannt.

von Tanja Weichold

Übersee – Die Bürgermeisterstellvertreter und der Gemeinderat bereiten sich nun auf die Übergangszeit bis zu den Neuwahlen vor, die am 18. April stattfinden könnten, wie unsere Zeitung erfuhr.

Die Übergabe der Geschäfte ist geregelt

Zum 31. Januar 2021 legt der heuer erst neu gewählte Rathauschef aus persönlichen Gründen und wegen der hohen Belastung sein Amt nieder. Das formulierte der 56-Jährige in einer Botschaft an die Bürger, aktuell möchte er sich weiter dazu äußern. Am Montagabend beriet der Gemeinderat nichtöffentlich über den schriftlichen Entlassungsantrag. Nichtöffentlich deshalb, weil es um den Schutz der Persönlichkeitsrechte des Bürgermeisters geht, erklärte 2. Bürgermeisterin Margarete Winnichner (Bündnis90/Grüne) gegenüber unserer Zeitung auf Anfrage.

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Übergabe ist geregelt und vereinbart

Sie darf sich nicht zu der nichtöffentlichen Sitzung äußern. Aber sie sagt: „Die Bürger brauchen sich keine Sorgen machen, wir haben alles gut geregelt. Wir haben eine gute Übergabe vereinbart.“ Bürgermeister Bauerdick habe seine Unterstützung zugesagt. „Wir kriegen alle Informationen, die wir brauchen, so dass wir weitermachen können.“

Gute Gemeindeverwaltung im Rücken

Mit der Gemeindeverwaltung habe sie schon gute Erfahrungen gemacht. Bürgermeister Bauerdick stürzte heuer kurz nach Amtsantritt und sie musste ihn mehrere Wochen vertreten. Auf die Kompetenz und den guten Willen baut Winnichner auch in der bevorstehenden Übergangszeit. Der Sitzungsplan für den Gemeinderat stehe, es bleibe keine Arbeit und kein Bauantrag liegen.

Dritter Bürgermeister und gesamter Gemeinderat unterstützen

Tatkräftige Unterstützung kommt auch vom Dritten Bürgermeister Herbert Strauch (FBL) sowie dem Gemeinderat inklusive der Fraktionsvorsitzenden. Ab 1. Februar ist Winnichner per Gesetz offiziell kommissarische Bürgermeisterin und übernimmt die Amtsgeschäfte. Ebenfalls wieder mit Unterstützung des 3. Bürgermeisters und des Gemeinderats, wie sie betont. Das sei alles geregelt und besprochen.

Neuwahl innerhalb von drei Monaten

Technisch gut ausgerüstet wird Winnichner die nächsten Monate bis zur Neuwahl zwischen ihren drei Büros jonglieren – als stellvertretende Geschäftsführerin der Diakonie in Traunstein, im Überseer Rathaus und von daheim aus. Mit Videokonferenzen und E-Mails lässt sich heutzutage unkompliziert kommunizieren, das erleichtert ihr die herausfordernde Aufgabe, alles unter einen Hut zu bringen. Innerhalb von 90 Tagen sollten Neuwahlen durchgeführt werden. Winnichner geht davon aus, dass das Landratsamt Traunstein den Termin auf den Sonntag nach den Osterferien, 18. April, setzen könnte. Wer an diesem Tag gewählt wird, steigt am Montag, 19. April, sofort als neuer Bürgermeister ins Amt ein.

Jetzt geht es in den Fraktionen um die Kandidatenfrage

Vor zwei Wochen waren die Fraktionen vom Rücktritt Bauerdicks so überrascht, dass sie auf die Kandidatenfrage noch keine Antwort zu geben vermochten. Über den Jahreswechsel werden sich GfÜ, Bündnis90/Grüne, FBL, CSU und Bayernpartei wohl Gedanken machen müssen, wer voraussichtlich im April seinen Hut in den Ring wirft. Nicht nur der Überraschungsmoment, auch die erschwerten Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie verlangen diesbezüglich allerhand ab.

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