JUNGE MUSIKER

Zwei Priener Schülerinnen und ihre Leidenschaft mit vielen Saiten

Leidenschaftliche Hackbrettspielerinnen: Die Schwestern Annika (links) und Elisabeth Ebel vom Ludwig-Thoma-Gymnasium , die beim „Jugend musiziert“-Wettbewerb den ersten Platz belegten. Mit ihnen gewann Jakob Ngom.
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Leidenschaftliche Hackbrettspielerinnen: Die Schwestern Annika (links) und Elisabeth Ebel vom Ludwig-Thoma-Gymnasium , die beim „Jugend musiziert“-Wettbewerb den ersten Platz belegten. Mit ihnen gewann Jakob Ngom.

Annika und Elisabeth haben den ersten Platz beim „Jugend musiziert“- Wettbewerb des Priener Ludwig-Thoma-Gymnasiums gewonnen. Die Schwestern aus Eggstätt teilen die Liebe zu einem ganz besonderen Instrument: dem Hackbrett. Kein Wunder, wurde ihnen diese doch in die Wiege gelegt.

Prien – Viele Saiten, die einen mit schönem, vollen Klang verzaubern: Hackbrett ist unter Jugendlichen vielleicht nicht das gefragteste Instrument, aber eines der wandelbarsten.

Warum, das wissen Annika und Elisabeth Ebel aus Eggstätt. Die Schwestern, 15 und 12 Jahre alt, sind Schülerinnen des Ludwig-Thoma-Gymnasiums in Prien und gehören zu den insgesamt neun Schülern, die soeben den ersten Preis beim „Jugend musiziert“-Wettbewerb gewonnen haben. Natürlich mit einer Darbietung auf dem Hackbrett. „Ich mag es, weil es sowohl ein Solo- als auch ein Begleitinstrument ist“, erzählt Annika, die in die neunte Klasse des LTG geht.

Schon früh die Begeisterung geweckt

Und ihre jüngere Schwester schätzt, dass man auf dem Hackbrett nicht nur zur Volksmusik nutzen kann – im Gegenteil: „Ich mag zum Beispiel Jazz-Improvisation“, sagt die Siebtklässlerin.

Die Begeisterung fürs Hackbrett wurden den beiden praktisch in die Wiege gelegt. Beide erinnern sich, schon als Kleinkinder die Schlägel für das Saiteninstrument in den Händchen gehabt zu haben.

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Ihre Eltern Anneliese und Günter Ebel sind beide Musiklehrer – und Vater Ebel hat einst sogar am Münchner Richard-Strauß-Konservatorium Hackbrett studiert. Als Spezialist für dieses Instrument sagt er: „Man kann darauf allerlei Stilistiken spielen. Gerade deshalb kommt es bei Jugendlichen gut an.“ Und weil sich das noch nicht überall herumgesprochen hat und das Hackbrett oft noch in der „Volksmusi-Ecke“ verstaubt, mache es gerade „eine Entwicklung“ durch, erzählt Ebel. Für ihn ist es ein „großes Geschenk“, dass er die Faszination dafür auf seine Töchter übertragen konnte – wie Eltern wissen, bei Weitem keine Selbstverständlichkeit.

Genauso wenig selbstverständlich: Dass sich Jugendliche zuhause auf einen Wettbewerb wie „Jugend musiziert“ vorbereiten, der normalerweise vor Publikum stattfindet.

Das Lampenfieber fehlte diesmal

Pandemiebedingt fand der Entscheid als Videowettbewerb statt, das heißt, die Teilnehmer mussten ein Video mit den Wettbewerbsstücken hochladen, das an einem Stück aufgenommen und nicht geschnitten sein durfte. Auch die Juroren durften sich das Video wie im richtigen Wettbewerb nur einmal ansehen und mussten dann zu ihrem Urteil kommen.

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Für die Teilnehmer war dies eine vollkommen neue Situation, mussten sie doch ohne Publikum und ohne Lampenfieber ihr Programm spielen. Einerseits hatten sie dadurch die Möglichkeit, mehrmals aufzunehmen, andererseits kann nach einigen Versuchen die Konzentration verloren gehen und am Ende fällt es schwer, sich für eine Aufnahme zu entscheiden. Der Musikunterricht im Vorfeld hatte nur online per Zoom oder Skype stattgefunden, was durchaus schwierig war, wenn es um Detailarbeit und Feinabstimmungen ging. Die Teilnehmer des LTG beweisen aber: Nichts ist unmöglich, wenn man nur den Willen dazu hat.

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