MARKTGEMEINDERAT

Zwei Jahresdefizite und ein Überschuss

Prien – Einmal im Jahr muss die Marktgemeinde ihre Kommunalpolitiker über ihre Beteiligungen und deren finanzielle Lage informieren.

In der Januarsitzung kamen nun die Zahlen von 2015 auf den Tisch.

Laut Bericht hat die Prien Marketing GmbH (PriMa), die damals noch Priener Tourismus GmbH (PTG) hieß, aber ebenso schon eine 100-prozentige Tochter der Marktgemeinde war, einen Jahresfehlbetrag von gut 1,99 Millionen Euro erwirtschaftet, 111 000 weniger als im Budget angesetzt waren. Dieses Jahresdefizit für die touristische Tochter der Gemeinde wird von dieser immer ausgeglichen.

Das gleiche Prozedere gilt für die Chiemsee Marina GmbH (ChiMa), die 2015 von der PTG abgespalten wurden und in der Erlebnisbad Prienavera und Sportboothafen Stippelwerft zusammengefasst wurden. Bei der ChiMa ist laut Beteiligungsbericht 2015 ein Jahresfehlbetrag von knapp 756 000 Euro aufgelaufen, 11 000 Euro weniger, als im Budget stand. Beide Gesellschaften sind nach Gemeindeangaben schuldenfrei.

LKZ GmbH seit 2013 schuldenfrei

Das gilt schon seit 2013 für das Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ). Für die Baukosten von 2,38 Millionen Euro aus den Jahren 1997 und 1998 musste seinerzeit ein Darlehen über 1,5 Millionen aufgenommen werden, das 2013 vollständig getilgt war, erläuterte Geschäftsführer Karl Fischer im Marktgemeinderat. Während PriMa und ChiMa in verschiedenen Gremien immer wieder die Kommunalpolitik auf dem Laufenden halten, ist der Beteiligungsbericht die jährliche Plattform für das LKZ, deshalb fällt dieser Bericht dann deutlich ausführlicher aus.

Das LKZ, in dem 20 Firmen mit zusammen rund 80 Mitarbeitern angesiedelt sind, die bei größeren, nicht selten EU-geförderten Projekten immer wieder kooperieren, erwirtschaftet Fischer zufolge seit 2004 Überschüsse. Bei Umsatzerlösen von gut 1,1 Millionen Euro blieb 2015 unterm Strich ein Plus von 38 000 Euro. Die Mieter zahlen bei vorliegender Vollauslastung rund 200 000 Euro Miete pro Jahr.

Eigenkapitalquote liegt über 90 Prozent

An der LKZ GmbH ist der Markt Prien mit 49,78 Prozent (entspricht 300 000 Euro) in gleicher Höhe wie der Landkreis Rosenheim beteiligt am gezeichneten Kapital von 602 600 Euro. 0,44 Prozent erhält die IHK München. Das Eigenkapital war vor Jahren aufgestockt worden, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit bei Ausschreibungen zu verbessern. Die Eigenkapitalquote liegt aktuell über 90 Prozent.

Fischer berichtete im Schnelldurchgang über einige besonders herausragende Projekte. Zuletzt hatte das LKZ mit „Nikrasa“ für Aufsehen gesorgt. Die Abkürzung steht für nicht kranbare Sattelauflieger. Durch eine technische Neuentwicklung mit Partnern war es gelungen, die Verladung von Containern von Lkw auf Züge wesentlich schneller und damit günstiger zu machen. So versprechen sich Fischer und seine Mitstreiter eine Verlagerung von Güterverkehr von der Straße auf die Schiene, insbesondere im Verkehr über die Alpen.

Beteiligt ist der Markt Prien schließlich auch noch am Chiemsee-Alpenland Tourismusverband (CAT) e.V. In diesen Verein zahlen alle Gemeinden aus dem Landkreis Rosenheim in einen gemeinsamen Topf für ihre Tourismusgesellschaft. Der Beitrag richtet sich nach Gemeindegröße und Übernachtungszahlen. Prien zahlt im Jahr 55 000 Euro.

Der CAT hat laut kommunalem Beteiligungsbericht 2015 einen Jahresüberschuss von knapp 169 000 Euro erzielt. db

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