Zwei Gemeinden, ein Kindergarten – Prien und Frasdorf bauen gemeinsam

Beim Vor-Ort-Termin in Wildenwart auf dem Grundstück der künftigen Kindergarten-Einrichtung: (von links) Priens ehemaliger Bürgermeister Jürgen Seifert, die treibenden Gemeinderäte Rosi Hell, Christian Stocker, Frasdorfs Peter Freund, Hans-Jürgen Schuster sowie Gemeinderat und Grundstücksbesitzer Georg Bohrer aus Wildenwart – im Hintergrund mit Pfarrkirche, Pfarrheim und Pfarrhof. Hötzelsperger

Die Gemeinde Prien wird mit der Gemeinde Frasdorf zusammen einen gemeinsamen Kindergarten in Wildenwart bauen. Eis die erste interkommunale Einrichtung dieser Art in Bayern. Nach zwei Jahren der Überlegungen, Planungen und Verhandlungen kann jetzt mit den Ausschreibungen für den Neubau begonnen werden.

Von Anton Hötzelsperger

Prien/Wildenwart–  Die Marktgemeinde Prien wird auch in Zukunft den Schulstandort Wildenwart nicht nur unterstützen, sondern sogar noch stärken. Der Priener Gemeinderat hat einer Zweckvereinbarung mit der Gemeinde Frasdorfzugestimmt mit dem Ziel, in Wildenwart einen gemeinsamen Kindergarten zu errichten.

Kurze Beine, kurze Wege

„Kurze Beine, kurze Wege!“ – das soll nach den Worten von Priens ehemaliger Bürgermeister Jürgen Seifert auch das künftige Motto für Wildenwart sein. Wildenwart, das bis zur Gebietsreform 1978 mit den Ortschaften von Siggenham bis Hendenham selbstständig war und damals dann auf die beiden Gemeinden Prien und Frasdorf aufgeteilt wurde, wird somit zu einem zentralen Platz an der Gemeindegrenze.

Der neueKindergarten mit Hort und mit Platz für fünf Gruppen zu je 25 Dirndl und Buam ergänzt das bisherige Ensemble mit der 1934 erbauten Pfarrkirche, mit der 1965 erbauten Grundschule, mit dem 1992 modernisierten Pfarrheim, mit dem 2002 erbauten Spiel- und Sportplatz sowie mit dem vor fünf Jahren erbauten Musikanten-Probenhaus. Zugleich profitiert das künftige Projekt von der vorgenommenen Schulsprengeländerung, derzufolge dem gestiegenen Schüleraufkommen in den Gemeinden Prien und Frasdorf Rechnung getragen und der Schulstandort Wildenwart gesichert worden ist.

Alle sind sich einig: Vorzüglicher Standort

Bei einem Vor-Ort-Termin in Wildenwart – nach der Priener Zweckvereinbarungs-Unterzeichnung – waren sich alle Beteiligten einig: einmal über den vorzüglichen Standort mit Kirche, Sportplatz, Pfarrheim, Pfarrhof, Schule und Musik-Probenheim in unmittelbarer Nachbarschaft. Und zum Zweiten freuten sie sich, dass in der nunmehr zu Ende gehenden Legislaturperiode die in beiden Gemeinderäten erfolgten Beschlüsse getroffen werden konnten.

Damit können der Marktgemeinderat in Prien (mit neuem Bürgermeister und mit 14 neuen Gemeinderäten) sowie der Gemeinderat in Frasdorf (mit neuem Bürgermeister und vier neuen Gemeinderäten) den interkommunalen Kindergarten in die Tat umsetzen, zumal in den bisherigen Haushalts-Planungen die Kosten bereits eingestellt sind. Erste Aufgabe ist eine Ausschreibung der Architektenleistungen und auch für die Trägerschaft.

„Auch da werden wir das gute Miteinander zwischen den beiden Rathäusern und deren Verwaltungen fortsetzen“ – heißt es von allen Rathauschefs. Die beiden Gemeinden wären sofort bei dem Projekt dabei gewesen. Nach einer Bedarfsermittlung und zahlreichen Absprachen im Gemeinderat die Dringlichkeit von neuen Kindergarten- und Hort-Plätzen an.

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Das Anliegen nahm dann Fahrt auf als Grundstücksbesitzer Georg Bohrer signalisierte, südlich des Pfarrheimes eine Fläche von 5000 Quadratmetern zu einem fairen Preis abzugeben. Weitere Gespräche mit der Kirche als direkter Nachbar sowie zwischen den Rathaus-Verwaltungen verliefen im Sinne der Projekt-Verwirklichung, so dass nunmehr nach der Gemeinde Frasdorf auch die Marktgemeinde Prien der Zweckvereinbarung für einen gemeinsamen Bau und Betrieb einer Kindertageseinrichtung unterzeichnen konnte.

Vereinbarung gilt für 99 Jahre

Einen wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Umsetzung des Vorhabens haben laut Auskunft der in Wildenwart zusammen gekommenen Kommunalpolitiker die Verwaltungsfachleute Andreas Oppacher und Martin Plenk in den Rathäusern von Frasdorf und Prien, die eng, gut und vertrauensvolle zusammengearbeitet hatten und bestimmt auch noch weiter werden. Die gemeindeübergreifende Vereinbarung gilt im übrigen Rahmen eines Erbpachtvertrages für 99 Jahre. Die stellvertretenden Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster von Prien und Peter Freund von Wildenwart, die in den letzten beiden Jahren sich stark für das Projekt einsetzten und die beide aus ihren Ämtern mit Ablauf der Wahlperiode ausscheiden, freuten sich unisono beim Treffen vor Ort und mit corona-bedingtem Abstand. Priens Gemeinderätin Rosi Hell stimmte mit den Worten zu: „In Prien und in Frasdorf haben wir eine Warteliste, bald haben wir Bayerns ersten interkommunalen Kindergarten, das war es wert, dass wir uns auf beiden Seiten so engagierten“.

Das Ziel: Eröffnung im September 2021

Als nächste Aufgabe gilt es nun, die Ausschreibungen (durch die Gemeinde Prien) vorzunehmen, so dass heuer mit dem Bau begonnen werden kann. Ziel ist die Eröffnung der Einrichtung im September 2021.

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