Zwei ganz spezielle Gefährte sorgen in Traunsteun für Sicherheit

Eines der beiden Atem- und Strahlenschutz-Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren Traunstein-Trostberg. Es ist für viele Aufgaben gerüstet und wird zu Corona-Zeiten auch für Desinfektionszwecke verwendet.
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Eines der beiden Atem- und Strahlenschutz-Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren Traunstein-Trostberg. Es ist für viele Aufgaben gerüstet und wird zu Corona-Zeiten auch für Desinfektionszwecke verwendet.

Wichtige Aufgaben kommen den Gerätewagen für Atem- und Strahlenschutzder Feuerwehren Traunstein und Trostberg zu. Gerade jetzt während der Pandemie können sie etwa zu Desinfektionszwecken eingesetzt werden. Im Lauf der Zeit haben die Einsatzfahrzeuge eine ganze Palette neuer Aufgaben bekommen.

Von Hubert Hobmaier

Traunstein/Trostberg – Wenn diese Fahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind, dann ist von einer größeren Schadenslage auszugehen: „Atem- und Strahlenschutz“ ist auf den Gefährten der Feuerwehr Traunstein zu lesen und es lässt sich erahnen, welch brisanten Einsatzauftrag diese Fahrzeuge im Regelfall haben. Waren es in der Vergangenheit fast ausschließlich Brände, bei denen sie zur Unterstützung gerufen wurden, so sind sie heute für unterschiedliche Einsatzaufgaben gerüstet. Egal ob chemische oder radioaktive Gefahren, neben den Brandeinsätzen sind sie unter anderem als „Hygienefahrzeuge“ im Zuge der Corona-Pandemie im Einsatz.

Wandel der Aufgaben im Lauf der Zeit

Dann insbesondere für die Versorgung mit Spezialausrüstung und Desinfektionsmitteln, und in der Alarmierungsplanung bei zahlreichen Sonderobjekten wie Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern.

Aufgrund der Größe des Landkreises Traunstein und den damit verbundenen Wegstrecken sind die beiden 20 und 25 Jahre alten Fahrzeuge in Traunstein (südlicher Landkreis) sowie Trostberg (nördlicher Landkreis) stationiert.

„Die Einsatzbereiche unseres Atemschutz-Gerätewagens haben sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Die Vorhaltung und die richtige Auswahl der Schutzausrüstungen sowie die Anwendung hochmoderner Messtechnik hat zusehends an Bedeutung gewonnen“, erklärt Traunsteins Kommandant Christian Schulz. „Darüber hinaus wird eine situationsangepasste Beladung immer wichtiger. Dies zeigte sich bereits bei den Vogelgrippeausbrüchen und ist auch in der Covid-Pandemie von enormer Bedeutung für das erfolgreiche Tätigwerden der Feuerwehren“.

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Ursprünglich für Großbrände gedacht

Laut Hans-Peter Heimbach, dem Kommandanten der Feuerwehr Trostberg „waren es in der Vergangenheit überwiegend Großbrände, bei denen unser Fahrzeug alarmiert wurde, so ist es heute bei einer Vielzahl unterschiedlicher Einsatzlagen gefordert. Mittlerweile ist es ein rollender Messtechnik- und Sonderausrüstung LKW, für den es speziell geschultes Personal bedarf.

Versorgung mit Atemschutzgeräten

Natürlich hat auch der ursprüngliche Zweck, die Versorgung mit Atemschutzgeräten an Einsatzstellen, immer noch einen hohen Stellenwert. Durchschnittlich ein- bis zweimal pro Jahr wird unser Fahrzeug bei Großbränden komplett leer geräumt“.

Die Aufgabenpalette reicht somit von der Anlaufstelle für Atemschutzgeräteträger über den möglichen Betrieb einer Atemschutzsammelstelle, den schnellen Austausch benutzter Atemschutzgeräte sowie das Vorhalten weiterer Sonderausrüstung, die nicht an jedem Feuerwehrstandort verfügbar ist. Dies beinhaltet sowohl den Bereich Schutzausrüstung als auch spezielle Messgeräte für die unterschiedlichsten Anforderungen.

40 Fluchthauben für Evakuierungen

„Rund 30 Atemschutz- und Langzeitatmungsgeräte bilden die Kernausrüstung“, beschreibt Thomas Günthner Fach-Kreisbrandmeister für Gefahrgut. „Diese steht den Feuerwehren im gesamten Landkreis Traunstein ebenso zu Verfügung, wie die mitgeführten Chemikalienschutzanzüge oder die Schutzausrüstung für den Strahlenschutz. Aufblasbare Schnelleinsatzzelte als Witterungsschutz sowie die Möglichkeit einer Personen- Dekontamination runden die Beladung der beiden Zwölftonner ab“.

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Darüber hinaus werden jeweils rund 40 Fluchthauben für groß angelegte Evakuierungen vorgehalten und auch in Sachen Messtechnik sind beide Einsatzfahrzeuge umfangreich ausgestattet. Egal ob Prüfröhrchen für nahezu jeden erdenklichen Stoff, diverse Mehrgasmessgeräte, Photoionendektoren (PID) oder eine Strahlenschutzsonderausrüstung.

Als weitere Verwendung werden die Fahrzeuge für das Modul „Messen“ im Rahmen der Alarmierungsplanung vorgehalten. Dann besteht ihre Aufgabe darin, eine mögliche Schadstoffausbreitung festzustellen beziehungsweise Messerergebnisse von Schadstoffkonzentrationen an Einsatzstellen zu ermitteln. Dazu rücken sie mit einem Führungsfahrzeug sowie einem Messfahrzeug aus. Die Mitglieder der Messzüge „Süd“ und „Nord“ treffen sich neben ihrer normalen Feuerwehrausbildung regelmäßig um sich in Sachen „Messtechnik“ fit zu halten.

Kommunen tragen die Kosten mit

Der in Traunstein von Maximilian Schubert geleitete Messzug Süd besteht seit einigen Jahren aus Mitgliedern der Feuerwehren Traunstein und Kammer. Der Messzug Nord in Trostberg steht unter der Leitung von Ralph Rudholzer und wird ausschließlich aus Ehrenamtlichen der eigenen Reihen betrieben.

Beschafft wurden die Lkw von den Städten Traunstein und Trostberg.

Seitens der Regierung von Oberbayern haben beide einen staatlichen Zuschuss erhalten. Darüber hinaus beteiligte sich der Kreis Traunstein mit einem Sonderzuschuss und würdigte damit die überörtliche Bedeutung beider Fahrzeuge für die Feuerwehren in der Region. Die Kosten des laufenden Betriebes werden von den beiden Kommunen getragen.

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