Zum Tod von Simon Brandl aus Rimsting: Der Papstfamilie verbunden

Simon Brandl
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Simon Brandl

Der bekannte Bäckermeister Simon Brandl ist im Alter von 81 Jahren nach einer schweren Krankheit gestorben. Eine sehr große Trauergemeinde gab ihm mit der Fahnenabordnung des Trachtenvereins und einer staatlichen Anzahl von Vereinsmitgliedern in Tracht auf dem Friedhof das letzte Geleit.

Von Hans Thümmler

Rimsting – Beim Seelengottesdienst, der mit Hafenklängen musikalisch umrahmt wurde, konnte die Pfarrkirche aufgrund der Corona-Beschränkungen die Zahl der Teilnehmer fast nicht fassen.

Kaplan Josy George erinnerte an den Lebensweg des Verstorbenen, der am 28. März 1939 in Rosenheim geboren wurde. Aufgewachsen ist er in der elterlichen Bäckerei Brandl mit zwei Schwestern in Rimsting. Auch er erlernte den Beruf des Bäckers und schloss ihn mit der Meisterprüfung ab. Selbstverständlich übernahm er danach den elterlichen Betrieb, der sich in Rimsting großer Beliebtheit erfreute. Als guter Chef bildete er auch viele Lehrlinge in dem Handwerk aus. Im Ruhestand verpachtete er den Betrieb.

Im Jahre 1981 heiratete er seine Frau Maria Hutterer, aus dem Ebersberger Bereich stammt. Ein Jahr später kam Tochter Maria zur Welt, die ihnen zwei Enkel Ralf und Luic schenkte.

In der Heimatgemeinde gehörte er dem Gemeinderat von 1987 bis 1996 an. Bürgermeister Andreas Fenzl dankte ihm in einem Nachruf für seine mit Herz, Verstand und Weitsicht ausgeübte Tätigkeit. Der Geistliche würdigte ihn als heimatverbundenen Menschen, gutmütig, weltoffen und witzig, der auch in vielen Vereinen Mitglied und gerne in geselliger Runde gewesen war.

Ein besonderer Höhepunkt in seinen Leben war die Verbundenheit mit Papstfamilie Ratzinger, wie Josy erwähnte. Die Familie Rieger zog 1890 mit den Kindern, wie auch der ältesten Tochter, der späteren Papstmutter Maria, von Tirol nach Rimsting. Sie hatten die dortige Bäckerei gekauft, die später von der Familie Brandl übernommen wurde.

Aus Verbundenheit mit Rimsting feierten ihre beiden Söhne, Georg Ratzinger, der verstorbene spätere Domkapellmeister von Regensburg und Josef Ratzinger, der Papst Benedikt XVI, mit Rücktritt im Jahre 2013, in Rimsting 1951 die Nachprimiz. Nach dem Gottesdienst und Festzug fand das Mittagesmahl im früheren Riegerhaus, jetzt im Haus der neuen Eigentümer der Familie Brandl statt.

Aber als einen weiteren Höhepunkt, im Leben von der Familie Brandl , bezeichnete der Pater den Besuch des neuen Papstes 2018 in Rom, wo ihnen das Privileg gewährt wurde, den pensionierten Papst Benedikt in seiner Residenz im Vatikan an zu besuchen. Dieser erinnerte sich gerne an die Nachprimiz in Rimsting.

Dem Ehrenmitglied des Trachtenvereins galt im Friedhof von Vorsitzendem Mathias Feichtner ein großes Dankeschön für sein verdienstvolles Mitwirken in vielen Jahren. Mit musikalischen Ehren wurde der Sarg im Familiengrab beerdigt.

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