Nachruf

Zum Tod von Karl Lindner: Ein Leben für den Schutz des „Blumenberges“ Geigelstein

Karl Lindner ist im Alter von 81 Jahren verstorben
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Karl Lindner ist im Alter von 81 Jahren verstorben

Rimsting/Schleching – Seit 1991 ist der Geigelstein, der Blumenberg des Chiemgaus, ein Naturschutzgebiet. Dass dies möglich wurde, ist nicht zuletzt der Bürgerinitiative „Rettet den Geigelstein“ zu verdanken, deren Vorsitzender 45 Jahre lang Karl Lindner war. Nun ist er mit 81 Jahren gestorben.

Der Verein „Rettet den Geigelstein“ hatte das Ziel, die geplanten Erschließungspläne für den Berg, wie Lifte, Straßenbau und Bachverrohrungen zu verhindern. Er war eine turbulente Zeit: hier die Erschließer, dort die Bewahrer.

Zahlreiche Preise für den Umweltschützer

Als Gründungsmitglied der Bürgerinitiative arbeitete Lindner als Vorstand erfolgreich gegen die damaligen Bürgermeister und Kapitalgeber.

Umweltminister Max Streibl verlieh ihm 1981 die erste Umweltmedaille für Bürger, die sich um den Umweltschutz verdient gemacht haben. Ein paar Monate später wurde Lindner von Loki Schmidt, der Frau des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt, mit der Silberpflanze für seine Verdienste um den Blumenberg Geigelstein geehrt.

Geigelstein wurde Naturschutzgebiet

Die Arbeit ging weiter, bis der Geigelstein am 1.Juni 1991 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Doch auch danach wollte die Bürgerinitiative eine Straße ins Naturschutzgebiet verhindern. In der darauffolgenden gerichtlichen Auseinandersetzung wurde Lindner als Sachverständiger beigezogen, die Naturschützer gewannen den Prozess.

Karl Lindner hat für den Geigelstein alles erreicht, für das er und seine Mitstreiter angetreten waren. Er hat auch innerhalb der Bürgerinitiative durch seine ruhige, ausgleichende Art sehr dazu beigetragen, dass die oft vielschichtigen Meinungen in ausgewogenen Aktionen mündeten.

Auf dem Berg lernte er auch seine Frau kennen

Nun ist der Rimstinger im Alter von 81 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Eine große Trauergemeinde nahm am Seelengottesdienst in der Pfarrkirche und anschließender Urnenbeisetzung im Familiengrab, im Friedhof St.Salvator teil.

Kaplan Pater Joshy erinnerte an das bewegte Leben des Verstorbenen, der am 28. März 1939 im Ortsteil St. Salvator das Licht der Welt erblickte. Nach der Grundschule in Prien besuchte er die Oberrealschule in Rosenheim. Schon sehr früh war er in der katholischen Jugend tätig. Es folgte ein Studium der Elektrotechnik an der TU München.

Die Berge waren seine Leidenschaft

Immer schon viel in der Natur und den Bergen war er unterwegs, zum Klettern und Bergsteigen. Als er bei einem Ausflug in der Sagereck Wand von einem Gewitter überrascht wurde und sich unterstellen wollte, lernte er seine spätere Frau Marie Therese kennen. Das Paar heiratete und zog nach München-Pasing. Zwei Söhne und eine Tochter wurden dem Ehepaar geschenkt. Ein dritter Sohn überlebte nur einen Tag nach der Geburt.

Beruflich arbeitete er für eine holländische Firma im Bereich der Mikroschweißtechnik. Schwere Bergunfälle in der Freizeit, beim Klettern und ein Sturz mit dem Fahrrad, beeinträchtigten ihn für eine längere Zeit. Nachseiner beruflichen Laufbahn kehrte er wieder in seine Jugendstätte, nach Rimsting, zurück. Aber auch hier war er aktiv, als Pfarrgemeinderat und in der Kirchenverwaltung. Ein schwerer Verlust war der Tod seiner Frau. Selbst erlitt er einen schmerzvollen Krankheitsverlauf, der am Schluss eine Erlösung für ihn gewesen sei, so der Pater.

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