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BLUMEN ZUR WIEDERERÖFFNUNG

Zum Re-Start der Friseure: Der etwas andere Rosen-Montag in Prien

Bürgermeister Andreas Friedrich wünscht Stefanie Pelzer von „Friedemann´s Friseur“ einen guten Re-Start. Berger
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Bürgermeister Andreas Friedrich wünscht Stefanie Pelzer von „Friedemann´s Friseur“ einen guten Re-Start. Berger
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Selten gibt es so viele gut gelaunte Mitarbeiterinnen an einem Montag Morgen. In den 13 Priener Friseursalons war die Stimmung hervorragend nach monatelangem Lockdown. Als Willkommensgrüße verteilten Bürgermeister Andreas Friedrich und Dr. Herbert Reuther von den PrienPartnern Rosen in den Salons.

Prien – Als „Lichtblick“ bezeichnete Friedrich die „behutsame“ Wiedereröffnung der Geschäfte einiger Branchen. „Ich glaube, es wird Zeit für Öffnungen. Unter Einhaltung der Corona-Regeln wären diese gut für die Wirtschaft, aber vor allem auch für die Menschen“, so das Gemeindeoberhaupt.

Reuther sieht es ähnlich. Er weiß aus vielen Gesprächen, wie der örtliche Handel wegen der Einnahmeausfälle ächzt. Die PrienPartner arbeiten seit Jahren zusammen mit der Hochschule Rosenheim am Konzept für ein gemeinsames -Einkaufsportal der Priener Betriebe im Internet. Noch ist es ein Stück Weg, bis das online gehen kann. Derzeit würden die Betriebe konkrete Kostenangebote vorgelegt bekommen, berichtet der Vorsitzende auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung.

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Mit Blick auf die Erfahrungen der vergangenen Monate sind seiner Einschätzung nach ohnehin neue Konzepte vonnöten. „Wir müssen überlegen, ob der Weg in die Zukunft nur über die Vergangenheit führt.“ Der Gewerbeverein sei mit Gemeinde und der Prien Marketing GmbH bereits im Austausch. Auf Details wollte Reuther aber noch nicht eingehen. Aber er sieht die „Chance, Alteingesessenes jetzt zu ändern“.

Raimund Schiewek, der seit etwa acht Jahren den Salon Natur Friseur an der Bernauer Straße betreibt, föhnt Kundin Barbara Höfer. Sie war die erste, die nach dem Lockdown bei ihm einen Termin ergattert hatte und sich über ihre neue Frisur freuen darf. Berger

Schon im ersten Salon bekamen die Überbringer der Rosen zu spüren, wie genau die Friseure und Friseurinnen die Corona-Regeln beachten. „Bitte nicht alle auf einmal reinkommen“, wehrte Stefanie Pelzer von Friedmann´s Friseur in der Wendelsteinstraße den zusätzlichen Andrang ab. Vor ihrem Salon warteten ohnehin schon zwei Kunden in der schattigen Kälte geduldig auf Einlass.

Pelzer geht es wie allen anderen zwölf Salons Prien: Sie sind schon mehr oderweniger lang im Voraus ausgebucht, Spontankunden haben keine Chance. Die Friseure und ihr Personal legen Sonderschichten ein. Als Ein-Frau-Betrieb und alleinerziehende Mutter muss Pelzer zwar die Kinderbetreuung noch irgendwie organisieren, weil es ab der fünften Klasse keine Notbetreuung gebe – aber auch das wird sie hinbekommen.

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Strahlende Gesichter empfingen Friedrich und Reuther auch bei Hair & Cosmetic in der Hochriesstraße. Geschäftsführerin Nicole Kotzbauer war schon seit 6 Uhr im Laden, um Terminwünsche entgegenzunehmen und alles vorzubereiten. Die blumige Geste zum Re-Start kamen bei ihr und Mitarbeiterin Caroline Watzlawik sehr gut an.

Dr. Herbert Reuther von den PrienPartnern (von rechts) erfreut Nicole Kotzbauer und Caroline Watzlawik von Hair & Cosmetic mit einem duftenden Frühjahrsgruß. Berger

Vor der „Steinzeit“ an der Bernauer Straße gibt Daniel Hroneck den Türsteher. Der Ehemann der Inhaberin koordiniert mit dem ipad die Termine der sieben Friseusen, die versuchen, die Nachfrage zu befriedigen. Um Kontakte zu minimieren arbeiten sie von 7.30 bis 20.30 Uhr im Zwei-Schicht-Betrieb. Er sei „total erleichtert“ über die Wiedereröffnung, „die finanzielle Lage hatte sich schon zugespitzt“, berichtet Hroneck, während Mitarbeiterin Theresa Maier die Rose draußen in Empfang nimmt, weil drinnen alles so voill ist, wie es die Corona-Regeln erlauben.

Vor dem „Natur Friseur“ fast schräg gegenüber sitzt Ulrike Krautwurst in der Sonne und ballt die Siegerfaust, weil sie als eine der ersten Kundinnen bei Raimund Schiewek einen Termin ergattert hatte. Weil drinnen Abstand gehalten werden muss, wurde das Wartezimmer kurzerhand ins Freie verlegt. „Es ist so wichtig, dass man wieder die Möglichkeit hat, wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen“, ist der Inhaber froh über das Ende des Lockdowns.

In ihrer Verzweiflung hatte die Bad Endorferin sich im Internet eine Ephelierschere und einen speziellen Kamm zugelegt, um daheim selbst Hand an ihre Haare zu legen, erzählt sie. Gestern durfte dann endlich wieder ein Profi ran.

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Zu den Rosen bekamen die Friseure einen Brief mit folgendem Wortlaut überreicht:

„Nach einem harten strengen Winter warten die Menschen sehnsüchtig auf das Wiedererwachen der Natur. Nach einem harten belastenden Lockdown warten die Menschen sehsüchtig auf das Wiedererwachen des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens.

Als Zeichen der Hoffnung, dass wir das gesellschaftliche Leben vom Kopf wieder auf die Füße stellen, überreichen die Gemeinde Prien und die PrienPartner e.V. Ihnen diese Rose. Denken Sie positiv, bleiben Sie negativ“ (bitte nur in Bezug auf einen Corona-Test)“

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