Vier Freunde fahren mit der Zündapp von Prien an den Gardasee

Kurz vor dem Start in Atzing: Manuel Baumert, Martin und Andreas Hötzelsperger) sowie Michael Schlosser (von links).Hötzelsperger
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„Von Atzing in Prien am Chiemsee zum Gardasee – das wäre ein schöner Ausflug mit unseren alten Mopeds und ein guter Materialtest dazu“ – das dachten sich vier Freunde vom Trachtenverein „Daxenwinkler“ Atzing. Ihre Reise haben sie jetzt in einem Bericht mit Bildern festgehalten.

Prien – Als „Mopedbuam Chiemgau“ machten sich die vier aktiven Plattler Manuel Baumert (22 Jahre), Martin (22) und Andreas Hötzelsperger (23) sowie Michael Schlosser (21) mit alten 50er, bis zu 60 Jahre alten Mopeds auf den 375 Kilometer langen Weg. Der letztlich aufgegangene Plan war zwei Tage Hinfahrt, Urlaub auf dem Campingplatz in Bardolino am Gardasee und zwei Tage Heimatfahrt. Die Fahrzeuge: zwei Zündapps, eine Simson und eine DKW. Das gesamte Reisegepäck wurde in je zwei Satteltaschen und einem Rucksack verstaut.

Endlich angekommen am Gardasee.

„Als wir von unserer verrückten Idee daheim und Freunden erzählten, da meinten die meisten, dass wir nicht einmal bis Österreich, geschweige denn bis zum Gardasee mit unseren vier alten Gefährten kommen – entsprechend groß war unsere Aufregung beim Start“ – so Vorplattler Manuel Baumert.

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Die erste Brotzeit gab es hinter Kufstein, beim Römerwirt in Innsbruck dann Wiener Schnitzel und über die kaum befahrene alte Römerstraße gegenüber der Brennerautobahn ging es dann auf die andere Seite des Brennermassivs. Die Brenner-Auffahrt hatte der Kickstarter von Martins Simson nicht überlebt, aber mit einem Stück Draht und Anschieben zum Starten konnten sich die Buam behelfen; so erreichten sie am späten Nachmittag Brixen. Bei ihrer kurzen Quartiersuche bot ihnen ein freundlicher älterer Herr eine große Ferienwohnung an – anschließend genossen die vier die erste Pizza in Bella Italia.

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Der zweite Tag begann für das Quartett mit schmerzendem Hintern, der weitere Weg auf den alten unbequemen Zweirädern führte über große Landstraßen, durch Tunnel mit viel Lkw-Gegenverkehr und dann zum Ziel Gardasee, den die vier Atzinger mittags in Torbole erreichten. „Wir waren so glücklich wie kleine Kinder an Weihnachten, weil es uns keiner geglaubt hat, dass wir es schaffen könnten“ – so die Mopedbuam. Stolz legten sie die restlichen Kilometer entlang des türkisblauen Gardasee-Wassers nach Bardolino zurück. Nach einer Woche Erholung am Strand, viel Spaß bei kleineren Ausflügen mit den Mopeds und dem einen oder anderen Bierchen am Capingplatz war dann wieder Heimfahrt angesagt.

Die Heimfahrt begann um 5 Uhr in der Früh, in Brixen gab es nur eine kurze Mittagspause, sodass bereits um 14 Uhr der Brennergipfel erreicht war. „Da entschieden wir, es doch ganz zu packen und so erreichten wir nach einem notwendigen und kurzen Zündkerzenwechsel noch am gleichen Tag bereits um 19 Uhr unsere Chiemgauer Heimat Atzing“, so Michael Schlosser. „Da waren wir natürlich richtig stolz, in 14 Stunden pannenfrei und vor allem wieder gesund vom Gardasee zurück zu sein und wir feierten dies natürlich mit einer Halben.“

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