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Zuzug sorgt für Platznot

Zu wenig Platz für Kinder: Katholischer Kindergarten Unterwössen weicht auf Container aus

Die Wurzelzwerge, so heißt die neue Gruppe im Katholischen Kindergarten, spielen und turnen in drei Containern, die rechts im Bild zu sehen sind.
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Die Wurzelzwerge, so heißt die neue Gruppe im Katholischen Kindergarten, spielen und turnen in drei Containern, die rechts im Bild zu sehen sind.
  • VonLudwig Flug
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Junge Familien zieht es nach Unterwössen, weil dort viele Familien wohnen. Das ist erfreulich, stellt die Gemeinde und den katholischen Kindergarten aber vor Platzprobleme.

Unterwössen – Die Gemeinde Unterwössen hat ein „Luxusproblem“, wie es Bürgermeister Ludwig Entfellner nennt: Erfreulich viele Kinder leben im Ort. Für das neue Kindergartenjahr verlangt das erheblichen, zusätzlichen Raum für 25 Neuzugänge im Katholischen Kindergarten St. Martin am Zollweg.

Attraktive Gemeinde für Familien

Derzeit betreuen 13 Erzieherinnen und zwei Praktikanten 100 Kinder. Eine Interimslösung mit drei an den Kindergarten angebauten Containermodulen schafft für dieses Kindergartenjahr erste Abhilfe und ermöglicht den Neuzuang zu bewältigen. Dort gibt es jetzt eine vierte Gruppe, die Wurzelzwerge.

In der Gemeinde Unterwössen ist die Prognose für den Platzbedarf in Kindergarten und Schule nicht einfach. Schon seit Jahren ist hier im Ort neben der Geburtenzahl der Zuzug junger Familien ein wichtiger Faktor für die Anzahl der Kinder im Ort.

Zuzug schafft Ungewissheit

Der Zuzug lässt sich nicht voraussehen und planen. So ist es eine Herausforderung, die seit 2014 bestehende gesetzliche Verpflichtung zu erfüllen, ausreichend Kindergartenplätze für Kinder zur Verfügung zu stellen.

2021 gab es einen starken Zuzug junger Familien nach Unterwössen, der Kindergarten führte eine lange Warteliste, berichtet uns der Verwaltungsleiter des Pfarrverbandes Michael Thomas. Seit dem Herbst suchten Gemeinde und Pfarrgemeinde – die Kirchenstiftung Unterwössen ist Träger des Kindergartens – in Zusammenarbeit mit dem Ordinariat nach einer Lösung.

Ein genereller Umbau ist kurzfristig nicht zu planen und vor dem Hintergrund der drängenden Herausforderungen verständigten sich die Beteiligten auf eine Übergangslösung: Drei an das Kindergartengebäude rechts neben dem Eingang angesetzte Container schaffen mehr Raum. Im ersten und zweiten Containermodul entsteht so ein kleiner Bewegungsraum. Damit ist der ursprüngliche Turnraum im Bestandsgebäude nun Heimat der vierten Gruppe, der Wurzelzwerge.

Der im bisherigen Bestand nach Osten an den Turnraum anschließende kleine Raum für den Brennofen der Töpferei musste Quadratmeter für eine Garderobe abgeben. Eine neue Wand ist zur Abtrennung gezogen. Weiter nach Osten schließt sich der Bewegungsraum in den ersten beiden Modulen an. Den Abschluss bildet ein kleiner Lagerraum im dritten Modul, der zugleich für Gespräche mit der Heilpädagogin genutzt wird – eine behelfsmäßige Lösung.

Die Anschlüsse der drei Module an den Gebäudebestand ist gelungen. Dass der Besucher in einem Containermodul steht, ist von innen kaum zu erkennen. Kindergartenleiterin Birgit Dupke lobt die Gemeinde und die heimischen Handwerker, die in den Sommerferien in kurzer Zeit diese Lösung verwirklichten. „Ratzfatz ging das“, so Dupke. Auch das Erzieherteam hatte angepackt und zu der wohnlichen Atmosphäre beigetragen, so Dupke.

Das Landratsamt gibt der Interimslösung die Betriebserlaubnis für zunächst ein Jahr. Bisher hat die Gemeinde die Kosten für die Übergangslösung übernommen, Gespräche wie das alles zu finanzieren ist, stehen zwischen den Beteiligten noch an, berichtet der Verwaltungsleiter im Pfarrverband Michael Thomas noch an.

Container taugen nicht als Dauerlösung

Nachdrücklich unterstreicht Kindergartenleiterin Birgit Dupke, dass sie in diesem Umbau nur eine Zwischenlösung sieht. Die große Kinderzahl und die Größe des Erzieherteams vergrößert den Bedarf an Besprechungsraum. Der Bewegungsraum ist klein und laut, so der Eindruck der Chiemgau-Zeitung, als sie eine kleine Gruppe bei Bewegungsspielen sah.

Weiters geht die Stellfläche der angebauten Container dem Außenbereich des Kindergartens ab, auch dort ist der Bedarf durch den Neuzugang von 25 Kindern höher.

Bausubstanz empfiehlt sich für Umbau

Verwaltungsleiter Thomas und Kindergartenleiterin Dupke sind zuversichtlich. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten beschreibt Thomas als vorbildlich. Die zukünftige, abschließende Lösung ist nicht einfach. Parallel zu der Zwischenlösung arbeiten die Beteiligten, die Gemeinde, das Architekturbüro Intec aus Traunstein, das Landratsamt und die Kirchenstiftung als Kindergartenträgerin seit Monaten daran. Die Bausubstanz des bisherigen Gebäudes ist gut und empfiehlt sich für einen Umbau. Andererseits ist der Platzbedarf erheblich. Michael Thomas sieht Bedarf für einen großen Turnraum, einen Therapieraum und einen Raum für Gespräche mit den Eltern oder interne Besprechungen.

Insbesondere der Therapieraum geht ab, geflüchtete Kinder und Inklusionsaufgaben werden immer mehr, sagt Verwaltungsleiter Thomas. Derzeitige Überlegungen gehen in die Richtung, in zwei Bauabschnitten an den Kindergarten anzubauen und damit die Containerlösung zu ersetzen.

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