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Tradition versus Brandgefahr

„Lächerlich“: Warum Breitbrunn mit einer Behörde über das Peterlfeuer streitet

In seiner Ursprungsgröße: das Peterlfeuer an der Kailbacher Bucht.
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In seiner Ursprungsgröße: das Peterlfeuer an der Kailbacher Bucht.
  • VonKarl Wastl
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Zwischen Breitbrunn und der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Rosenheim knirscht es. Grund hierfür sind Auflagen für das Peterlfeuer des Jugendclubs. Die Veranstalter befürchten, dass mit den Auflagen die Tradition allmählich verblasst. Aber man ist noch im Gespräch.

Breitbrunn – Seit einem halben Jahrhundert wird in der Kailbacher Bucht zwischen Sonnwende und dem Fest zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus ein Peterlfeuer entzündet. Doch heuer hat die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Landratsamts Rosenheim Auflagen für das Feuer erteilt. Und ob dieser fürchten die Veranstalter, dass es dann mit dem alten Brauch in seiner ursprünglichen Form vorbei sein könnte.

In dieser Größe „lächerlich“

Abgespeckte Version: Das Peterlfeuer in diesem Jahr musste sich auf einen Durchmesser von 120 Zentimetern beschränken. Zum Unmut der Veranstalter. Wastl

Aufgrund der unmittelbaren Nähe zu den Ufergehölzen des Chiemsees – mitunter nur 13 Meter – hat die Untere Naturschutzbehörde das Peterlfeuer auf einen Durchmesser von 120 Zentimetern beschränkt. Bislang betrug der Durchmesser der Feuerstelle zwischen 2,2 und 2,5 Metern.

Eigentlich komme das einem Verbot gleich, da ein Feuer in der verminderten Größenordnung lächerlich anmute und auch nichts mit einem Peterl-, Peters- oder Sonnwendfeuer zu tun habe, ärgert sich der Gemeinderat Sepp Schneider (ÜWG), der selbst Mitglied des Jugendclubs war, welcher die Veranstaltung organisiert.

Früher ohne Genehmigung

„Zu meiner Zeit waren Genehmigungen für Peterlsfeuer definitiv nicht notwendig“, kann sich wiederum Hans Hainz, einer der Gründungsvorstände des Jugendclubs, erinnern. Entsprechend schwer fällt es der aktuellen Vorstandschaft unter dem Vorsitz von Valentin Distler, jene Auflagen nachzuvollziehen, mit denen sich die Untere Naturschutzbehörde bei ihnen gemeldet hat.

Dies wegen der Nähe zu den umliegenden Gehölzen, wie die Sprecherin des Landsratsamts Rosenheim, Ina Krug, erklärt. „Nicht umsonst gibt das Bayerische Waldgesetz einen 100 Meter Abstand von Feuern zum Wald vor“, so Krug. Besagte Fläche befinde sich zudem im Besitz des Freistaates. Und dieser sei gesetzlich verpflichtet, diese „vorbildlich zu bewirtschaften“, argumentiert die Pressesprecherin. Zudem befänden sich Gehölze aufgrund des Klimawandels ohnehin enorm unter Stress. Eine kurzfristige starke Hitzeeinwirkung verstärke diesen zusätzlich.

Vorschläge für neuen Standort

Einer Stellungnahme der Sachbearbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde ist zu entnehmen, dass es nach dem Peterlfeuer 2019 zu Hitzeschäden an der benachbarten Vegetation gekommen sei.

Im März 2020 habe die UNB deswegen mit dem Breitbrunner Jugendclub Kontakt aufgenommen und gebeten, einen neuen, geeigneten Standort für künftige Peterlfeuer zu finden. Bislang habe sich der Jugendclub aber nicht mehr gemeldet, so die Behörde, die auch Vorschläge für einen neuen Standort gemacht haben soll oder alternativ vorgaben, den Feuerdurchmesser zu verkleinern.

Eines der wichtigsten Feste

Das tröstet Gemeinderat Sepp Schneider nur wenig. Er findet: Das Peterlfeuer in Kailbach, dem „Alten Bad“, für die Breitbrunner Dorfgemeinschaft, sei eines der wichtigsten Feste überhaupt. Hier werde ein uralter Brauch vollzogen, dem die ganze Familie beiwohnt, so der Gemeinderat weiter. Als Feuerwehrmann wisse er, dass die größte Hitze senkrecht nach oben ziehe. Und falls doch starker Wind aufkomme, werde das Feuer sofort von der stets anwesenden Feuerwehr gelöscht. Die Kameraden stünden zum Peterlfeuer stets bereit.

Inzwischen habe die Untere Naturschutzbehörde mit Breitbrunns Bürgermeister Anton Baumgartner die Situation noch einmal erörtert und selbst alternative Standorte vorgeschlagen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam einen geeigneten Standort für das Petersfeuer 2023 finden, der dem Veranstalter zusagt, aber auch die Belange des Naturschutzes berücksichtigt“, sagt Landratamtspressesprecherin Ina Krug.

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