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Das Auerhuhn soll wieder zur Ruhe kommen

Zinnkopf-Gipfel bei Siegsdorf jetzt für Mountainbiker gesperrt

Balztoller Auerhahn von Hüttenterrasse umgesiedelt
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Er soll mehr Ruhe am Zinnkopf in den Chiemgauer Alpen bekommen: der Auerhahn.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Die Diskussionen gehen hin und her. Während die Mountainbiker ihren Wunsch nach Sport und Erholung in der heimischen Natur abseits von Forstwegen und breiten Pfaden einfordern, schreiten nun die Behörden am Zinnkopf mit Sperrungen ein, um den Lebensraum des Auerhuhns zu schützen.

Siegsdorf/Ruhpolding/Inzell – Wege und Steige im Gipfelbereich des Zinnkopfes sind seit Dienstag für Radfahrer gesperrt. Damit soll das hier lebende Auerhuhn wieder zur Ruhe kommen und der Bestand gesichert werden. Dies teilte gestern Kolja Zimmermann, Projektleiter der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Chiemgauer Alpen mit. Das Wandern auf den ausgewiesenen Wegen und Steigen sei weiter erlaubt.

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Zunehmend mehr Mountainbiker (MTB) seien bis in die Gipfelregion des Zinnkopf spürbar gewesen, so Zimmermann. Auf ihren Routen abseits ausgewiesener Forstwege seien die Biker in sensible Bereiche vorgedrungen und hätten die Auerhahn-Lebensräume in Gipfel- und Kammbereichen bedroht.

Der Zinnkopf zwischen Ruhpolding, Inzell und Siegsdorf

Vergangenen Dienstag hätten Vertreter der angrenzenden Zinnkopf-Gemeinden Inzell, Ruhpolding und Siegsdorf, der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Traunstein sowie von den Bayerischen Staatsforsten ausgewählte Wege und Steige im Gipfelbereich des Zinnkopfes für Radfahrer gesperrt. Blaue Hinweisschilder und Erläuterungstafeln weisen laut Zimmermann darauf hin.

Gesellschaft will Heimat schützen

„Mit diesem Schritt folgen die drei Gemeinden nicht nur dem Ratschlag der Unteren Naturschutzbehörde und den Beobachtungen beider Forstbetriebe, sondern auch der gesellschaftlichen Forderung nach einer nachhaltigen Nutzung der Heimat“, so Zimmermann.

Die Region der Chiemgauer Alpen habe mit betroffenen Akteuren MTB-Touren abgestimmt und vergangenes Jahr beschildert, der Chiemgau-Tourismusverband habe eine MTB-Karte entwickelt. Zimmermann dazu: „Um die Nachhaltigkeit des Ökosystems zu sichern, sieht es die Arbeitsgruppe nun als folgerichtig, Gebiete, an denen die Belange des Arten- und Naturschutzes über denen einzelner, weniger Bürger stehen, die Nutzungsrechte einzuschränken.“

Ruholdings Bürgermeister für alternative Angebote

Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm habe an die kontroversen Diskussionen für das MTB-Tourennetz erinnert, die Ausweisung von Schutzzonen am Zinnkopf sei fachlich begründet. Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer stehe ebenfalls hinter der Maßnahme, sehe jedoch die Dringlichkeit, den MTB-Fahrern an anderen, weniger sensiblen Stellen Angebote zu machen.

Laut Zimmermann gibt es ein flächendeckendes und attraktives Angebot in den Chiemgauer Alpen. In wenigen Regionen stünden Interessen des Natur- und Umweltschutz im Vordergrund.

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