Corona verzögert Umzug

Zentrale der Schön-Klinik-Gruppe verlässt Prien im Frühjahr und zieht nach München

In die bisherige Zentrale der Schön-Gruppe an der Seestraße sollen Teile der Verwaltung der Schön Klinik Roseneck sowie ein medizinisches Versorgungszentrum der Schön Klinik Roseneck einziehen.
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In die bisherige Zentrale der Schön-Gruppe an der Seestraße sollen Teile der Verwaltung der Schön Klinik Roseneck sowie ein medizinisches Versorgungszentrum der Schön Klinik Roseneck einziehen.
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
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Die Nachricht war ein Schock für den Gewerbe- und Gesundheitsstandort Prien: Ende September 2019 kündigte die Schön-Gruppe an, ihren Firmensitz nach München zu verlegen. Die Chiemgau-Zeitung hat mit Dr. Dorothea Jestädt, der Bereichsleiterin der Unternehmenskommunikation, darüber gesprochen.

Prien – In der Marktgemeinde hat Deutschlands größte familiengeführte Klinikgruppe ihre 26 Häuser bisher zentral verwaltet. 1985 schlug mit der Gründung der psychosomatischen Fachklinik Roseneck die Geburtsstunde des Klinikverbunds. Über Jahrzehnte wuchs er kontinuierlich, heute gehören mehr als zwei Dutzend Häuser dazu. Verwaltet wurden sie bisher zentral aus Prien – bis der Entschluss zum Umzug in die Landeshauptstadt reifte. Die Verlegung nach München hat sich Corona-bedingt verzögert. Aber jetzt steht der Abschied der Schön-Verwaltung aus Prien offenbar bevor. Die Chiemgau-Zeitung hat mit Dr. Dorothea Jestädt, der Bereichsleiterin der Unternehmenskommunikation, über den Stand der Dinge gesprochen.

Ende September 2019 war die Verlagerung des Verwaltungssitzes von Prien nach München angekündigt worden. Sind die Planungen in der damals kommunizierten Form noch aktuell?

Dr. Dorothea Jestädt: Die Planungen für den Umzug dauern an; die Zentrale wird in diesem Frühjahr nach München ziehen. Ein konkretes Datum gibt es noch nicht, da sich auch hier die Einschränkungen durch die Pandemie bemerkbar machen.

Dr. Dorothea Jestädt ist Bereichsleiterin für Unternehmenskommunikation, Marketing und Public Affairs in der Schön-Gruppe.

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Gibt es inzwischen schon einen konkreten Standort, eventuell wie angestrebt in Flughafennähe?

Dr. Jestädt:Die neuen Räumlichkeiten befinden sich in unmittelbarer Nähe des Ostbahnhofes in München. Mit der S-Bahn ist man in rund einer halben Stunde am Münchner Flughafen.

Als die Entscheidung bekannt wurde, hatte Ihr Unternehmen in Prien 350 Mitarbeiter in der Verwaltung. 90 sollten gehen. Wie viele Mitarbeiter sind es aktuell noch und können Sie schon einschätzen, wie viele der hier in der Region rund um Prien heimischen Mitarbeiter an den neuen Standort mitgehen werden?

Dr. Jestädt:Aktuell haben wir rund 65 Mitarbeiter am Standort in Prien, die nach München umziehen werden. Weitere etwa 170 Mitarbeiter sind an unserem seit vielen Jahren bestehenden Standort in Rosenheim beschäftigt.

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Die Schön-Zentrale ist auf sieben Immobilien in Prien verteilt. Herzstück ist das ehemalige Hotel Chiemsee an der Seestraße. Was passiert mit diesem Gebäude und den anderen Immobilien ?

Dr. Jestädt: In die ehemalige Zentrale an der Seestraße werden Teile der Verwaltung der Schön Klinik Roseneck sowie ein medizinisches Versorgungszentrum der Schön Klinik Roseneck einziehen. Zwei weitere Immobilien wurden oder werden verkauft.

Ein Grund für die Umzugspläne waren die verstärkten Aktivitäten im Ausland, insbesondere in Großbritannien.

Dr. Jestädt: Die Schön Klinik Gruppe ist an 28 stationären und ambulanten Standorten in Deutschland und Großbritannien tätig. Für den regelmäßigen Austausch und die Koordination der Häuser ist ein verkehrsgünstiger Standort in München eine spürbare organisatorische Verbesserung.

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Wie hat sich die Pandemie insgesamt auf die Entwicklung der Schön-Gruppe ausgewirkt? Gibt es große Einschnitte zum Beispiel bei der Belegung einzelner Häuser und konnten gegebenenfalls Defizite durch staatliche Hilfen kompensieret werden?

Dr. Jestädt: Die Pandemie hat nach wie vor einen starken Einfluss auf unsere Belegungszahlen. Die Freihaltepauschalen aus der ersten Welle der Pandemie sind nur noch in sehr eingeschränktem Umfang in einzelnen Häusern relevant.

Dank unserer breiten Aufstellung, zu der auch aktuell stark nachgefragte psychosomatische Kliniken gehören, sowie der durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen konnten wir bislang die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie in Grenzen halten.

Die Schön-Klinik-Gruppe

Die Schön Klinik ist die größte familiengeführte Klinikgruppe Deutschlands. Sie behandelt gesetzlich und privat versicherte Patienten. Seit der Gründung durch die Familie Schön im Jahr 1985 hat sich die Gruppe auf die medizinischen Schwerpunkte Psychosomatik, Orthopädie, Neurologie, Chirurgie und Innere Medizin konzentriert.

Jedes Jahr behandeln nach Angaben der Klinikgruppe 10 500 Mitarbeiter rund 320 000 Patienten an derzeit 26 Standorten in Deutschland und Großbritannien.

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