Auf Zeitreise mit dem Staudacher Ex-Bürgermeister

24 Jahre gehörte Evi Pöschl dem Gemeinderat Staudach-Egerndach an. Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit ehrte sie der ehemalige Bürgermeister Hans Pertl.
+
24 Jahre gehörte Evi Pöschl dem Gemeinderat Staudach-Egerndach an. Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit ehrte sie der ehemalige Bürgermeister Hans Pertl.

Die Verabschiedung der Gemeinderatsmitglieder, die in der vergangenen Amtsperiode das Geschehen in der Gemeinde mitgestaltet haben, musste aufgrund der Corona-Krise warten. Jetzt wollte der ehemalige Bürgermeister nicht mehr warten.

Staudach-Egerndach – . Nun aber wollte Hans Pertl, der 18 Jahre Bürgermeister von Staudach-Egerndach war, seine Mitstreiter im Gemeinderat in einem feierlichen Rahmen verabschieden.

Drei Amtsperioden stand Hans Pertl als Bürgermeister im Fokus, lenkte und leitete das Gemeinderatsgremium. „Eigentlich wollte ich euch noch zu meiner Amtszeit verabschieden, doch dann kam uns Corona dazwischen“, bedauerte er. Doch so ganz ohne Würdigung der ehrenamtlichen Zeit als Gemeinderat wollte Pertl seine ehemaligen Kollegen nicht gehen lassen.

Lesen Sie auch: Gemeinderat Staudach-Egerndach will Musikkapelle weiter unterstützen

Bürgermeisterin Martin Gaukler ergriff das Wort und schickte Pertl auf eine kleine Zeitreise, und zwar zum 24. März zurück. Sie sei damals noch 2. Bürgermeisterin gewesen und er Bürgermeister. Als 2. Bürgermeisterin sei es ihre Aufgabe gewesen, Hans Pertl für die Dienstjahre, für das außergewöhnliche Engagement zu danken. Mit einem Bild, das den Blick auf den Hochgern freigibt, dankte sie ihm.

„Du hast mir manchmal die Leviten gelesen“

Wie sehr Pertl seine Kollegen im Gemeinderat schätzte, wurde bei den persönlichen Worten an die ausgeschiedenen Mitglieder deutlich. Evi Pöschl war vier Amtsperioden, insgesamt 24 Jahre Gemeinderätin. Zunächst sechs Jahre unter Altbürgermeister Karl Kaditzky und dann 18 Jahre unter Pertl. Evi Pöschl habe immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger gehabt. Pertl lobte ihre Offenheit und wie sie ihren Standpunkt vertrat. „Du hast mit deiner Meinung nie hinter dem Berg gehalten und mir manchmal die Leviten gelesen“, lobte Pertl. Situationen habe sie sehr gut erkannt, sie sei eine gute Ratgeberin und eine große Hilfe gewesen. Zudem sei Evi Pöschl auch viele Jahre im Schulverband engagiert gewesen.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Auf 18 Jahre als Gemeinderat kann Günter Sturm zurückblicken. „Du warst und bist mit Leib und Seele Feuerwehrmann“, betonte Pertl. Alle Anliegen der Feuerwehr brachte Sturm ein und war ein großer Fürsprecher. Dennoch hatte Sturm für die Feuerwehr nie hohe Ansprüche und sei ein sehr sparsamer Gemeinderat gewesen. Sturm sei mit offenen Augen durch die Gemeinde gegangen, konnte so Probleme und Missstände erkennen und zeigte diese auch auf. Pertl hob die hervorragende Arbeit mit Sturm und dessen unaufgeregte, sachliche Art hervor.

Entscheidung kurz vor der Aufstellung

Ebenfalls 18 Jahre gehörte Peter Huber dem Gremium an. Pertl erinnerte sich, wie er ihn damals fragte, ob er nicht doch kandidieren möchte und die Entscheidung von Huber erst kurz vor der Aufstellung positiv ausfiel. „Wahrscheinlich hast du damals nicht gedacht, dass aus einer Periode drei werden würden“, fragte Pertl. Huber habe sein Wissen als Bautechniker und seine Berufserfahrung eingebracht. Mit Argusaugen hatte Huber auch immer den Kostenfaktor im Blick. Franz Heigenhauser vertrat die Bürger zwölf Jahre als Gemeinderat. Wie Pertl hervorhob, waren Heigenhauser, selbst Nebenerwerbslandwirt, die Anliegen der Bauern wichtig. Heigenhauser habe sich viele Gedanken gemacht und eigene Ideen eingebracht. Profitiert habe der Rat auch von Heigenhausers Lebenserfahrung.

Auch interessant: Neue Strecken für Mountainbiker in Staudach-Egerndach

Eine Amtsperiode war Alex Sedlmaier Gemeinderatsmitglied. Pertl bezeichnete ihn als „Experten für schiefe Häuser“ und bezog dies auf das Hexenhäuschen entlang des Moorrundwegs, das zu einer besonderen Attraktion geworden ist und von Sedlmaier gebaut wurde. Weitere bauliche Errungenschaften, wie Bänke und Bienenhotel gehen auf Sedlmaiers Engagement zurück. Als Mountainbikebeauftragter bleibt Sedlmaier weiterhin ehrenamtlich tätig.

Beauftragter für Mountainbikes bleibt

Ebenfalls verabschiedet wurde Anton Weiß, der sechs Jahre im Gremium mitwirkte. Pertl erinnerte, dass die Ampelanlage eine Idee von Weiß gewesen war. Er, Pertl, sei anfangs davon nicht begeistert gewesen. Mittlerweile habe sich die Ampel als Gold wert erwiesen. Die Anliegen der Kinder vertrat Weiß auch im Schulverband.

Allen Räten gemein war, die Fähigkeit zur Diskussion, zur Meinungsäußerung und zur Kompromissbereitschaft. Pertl lobte den gesamten Rat für diese besonderen Eigenschaften, für die ergebnisorientierten Diskussionen und die konstruktive Zusammenarbeit. Dem neuen Rat wünschte er eine gute Hand und viel Glück.

Kommentare