Zeichen des guten Willens

60 Prozent Steuererhöhung (von 12,5 auf 20 Prozent der Nettokaltmiete) klingt erstmal saftig.

Tatsächlich dürften es die meisten Betroffenen verschmerzen können. Denn wer im teuren Prien einen Zweitwohnsitz sein Eigen nennt, hat wahrscheinlich keine nennenswerten finanziellen Sorgen.

Auch viele Kommunalpolitiker wollen die Erhöhung vor allem als Zeichen ihres guten Willens verstanden wissen, die Wohnungssituation für Einheimische zu verbessern.

Die Löhne in den beiden wichtigsten Branchen des Ortes, im Gesundheitswesen und in der Gastronomie, sind nicht üppig. Das Personal aus Restaurants oder Hotels kann sich die Mieten in Prien kaum beziehungsweise gar nicht leisten.

Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper, und die verschärften EU-Vorgaben zur Vergabe von günstigerem Einheimischengrund tragen zusätzlich dazu bei, dass es gerade auch für junge Priener Familien immer schwieriger wird, in ihrer Heimatgemeinde sesshaft zu bleiben. 144 stehen momentan auf der Warteliste für Einheimischengrund im Rathaus.

Dass Baugrund angesichts der Schutzgebiete im Gemeindegebiet extrem rar ist, weiß jeder, der ein Grundstück sucht. Der Durchschnittspreis pro Quadratmeter liegt zurzeit bei etwa 800 Euro.

Für die Gemeinderäte quer durch alle Fraktionen wird es unter diesen Rahmenbedingungen schwer genug, ihre Ankündigungen aus dem Wahlkampf in die Tat umzusetzen. Bezahlbarer Wohnraum wird in Prien rar bleiben.

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