Zehn Wohnungen an der Rimstinger Strandanlage - Heimische Vögel bekommen neue Bleibe

Mithilfe des gemeindlichen Bauhofs, der einen Radlader mit Hebebühne samt Fahrer stellte, wurden – vor dem Corona-Katastrophenfall – die Nistkästen an der Prienmündung an Bäumen aufgehängt. re

Der mit dem Klimawandel verbundene Verlust an biologischer Vielfalt macht sich auch in der heimischen Vogelwelt bemerkbar. Um den gefiederten Freunden Lebensräume zu schaffen und zu erhalten, werden vonseiten der Naturschützer vielfältige Anstrengungen unternommen.

von Silvia Mischi

Rimsting – Der mit dem Klimawandel verbundene Verlust an biologischer Vielfalt macht sich auch in der heimischen Vogelwelt bemerkbar. Um den gefiederten Freunden Lebensräume zu schaffen und zu erhalten, werden vonseiten der Naturschützer vielfältige Anstrengungen unternommen.

Bruchsicherer Holzbeton als Mauerwerk

Eine wichtige und dabei preisgünstige Maßnahme ist die Bereitstellung von geeigneten Nisthöhlen für verschiedene Singvogelarten. Auf private Initiative der Rimstinger Edith Huff und Dr. Fritz Hornschuch wurden zehn unterschiedliche Nistkästen aus „einbruchsicherem“ Holzbeton angeschafft und unter Mithilfe des gemeindlichen Bauhofs im Bereich der Prienmündung installiert.

Verschiedene Wohnungen für verschiedene Arten

Die ursprünglichen Lebensräume der Gartenvögel waren lichte Wälder oder Offenlandschaften mit vielen Bäumen. Sie zeichneten sich nach Angaben desLandesbunds für Vogelschutz (LBV) unter anderem durch einen hohen Totholzanteil aus. Totholz wird nicht nur als Nahrungsquelle genutzt - viele Insekten leben darin – sondern vor allem als Nistmöglichkeit.

Einfluglöcher entscheiden über Bewohner

Viele Vogelarten nutzen Höhlen in Bäumen zur Aufzucht der Jungen. An erster Stelle steht natürlich der Specht, der eine Höhle zimmert. Danach ziehen die verschiedensten Arten ein, je nach Größe und Beschaffenheit. Ist das Einflugloch noch klein, nutzen kleine Singvögel wie Meisen, Kleiber und Baumläufer die Höhle.

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Fault sie aus und wird das Einflugloch größer, wird sie auch von großen Arten wie Tauben, Käuzen oder Dohlen bewohnt. Aber nicht nur Vögel nutzen die Höhlungen, auch Siebenschläfer oder Baummarder nehmen diese Nischen als Quartier an. Heutzutage gibt es allerdings in den wenigsten Gebieten nach Angaben des Landesbunds für Vogelschutz noch ausreichend Totholz und somit auch nicht genügend Nisthöhlen. Diesem Mangel kann man mit künstlichen Nisthilfen oder -höhlen abhelfen.

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Allerdings können Spechte diese Angebote nicht nutzen, da sie ihre Höhlen selbst anlegen. Entwickelt wurden die ersten Nisthilfen Ende des 19. Jahrhunderts. Sie dienten nach Angaben der Experten des Landesverbands in erster Linie der biologischen Schädlingsbekämpfung in den Wirtschaftswäldern. Man erkannte damals, dass Vögel Insekten fressen und somit Schädlinge vernichten. Mit der Zeit wurden immer mehr Nisthilfen für die verschiedenen Arten entwickelt.

„Grundsätzlich ist jeder Nistkasten von Nutzen, denn in kalten Nächten schlafen Vögel gerne darin und suchen Schutz“, erklärt der LBV. Dabei sei die Bandbreite der Nisthilfen größer als weithin bekannt. Neben den bekannten Halbhöhlen- und Höhlenbrüterkästen für Gartenvögel wie Meisen und Stare gibt es des Weiteren auch spezielle Hilfen für Kleiber, Rotschwanz oder Zaunkönig.

Anleitung zum Selberbauen

Der Landesbund für Vogelschutz hat mehrere Bauanleitungen für Nistkästen online. Da´bei haben alle gemein: Unbehandeltes und trockenes Holz soll verwendet werden. Außen wird der Kasten mit einer Lasur behandeln, damit es wasserabweisend wird. Gut geeignet sind Kiefer- oder Tannenholz. Innen soll das Holz mit einer Drahtbürste angeraut werden, damit Jungvögel besser hinaufklettern können.

Von Verleimen und Kleben der Einzelteile soll man absehen, da Nistkästen extremer Witterung standhalten müssen. Verwendet werden sollen Farben und Lasuren mit Inhaltsstoffen, die biologisch abbaubar sind – keine Lacke und Holzschutzmittel, deren Chemikalien den Vögeln schaden, wenn sie in den Innenraum gelangen. Sitzstangen sind in den meisten Fällen unnötig und helfen lediglich Nesträubern beim Klettern.

Allerdings ist ein kleiner Vorbau an der Vorderseite des Nistkastens ein bewährter Marderschutz. Bauanleitungen für Star-Nistkasten, Halbhöhlenkasten (für Bachstelze, Grauschnäpper, Rotkehlchen, Hausrotschwanz, Gartenrotschwanz und Zaunkönig) sowie Höhlenbrüterkasten (für Blaumeise, Tannenmeise, Haubenmeise, Kohlmeise, Sumpfmeise, Sperling, Wendehals, Trauerschnäpper, Halsbandschnäpper und Gartenrotschwanz) und Mehlschwalbenkasten gibt es unter https://www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-garten/nistkaesten/nistkaesten-bauanleitungen.

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