Ob das hilft?

Graugänse stören Breitbrunner Badegäste, deshalb will der Gemeinderat einen Zaun am Badeplatz

Graugänse haben sich rund um den Chiemsee und am Langbürgner See mit den Jahren stark vermehrt. Sehr zum Leidwesender Badegäste. Jetzt soll in Breitbrunn ein Zaun die Tiere davon abhalten, sich am Ufer nieder zu lassen.
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Graugänse haben sich rund um den Chiemsee und am Langbürgner See mit den Jahren stark vermehrt. Sehr zum Leidwesender Badegäste. Jetzt soll in Breitbrunn ein Zaun die Tiere davon abhalten, sich am Ufer nieder zu lassen.
  • vonKarl Wastl
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Der Breitbrunner Gemeinderat beschäftigte sich zum wiederholten Mal mit den Graugänsen, die sich stark vermehren und in der Region die Chiemseeufer für sich einnehmen. Jäger Wolfgang Schaber kennt die Problematik, gibt aber zu bedenken, dass sich die schlauen Tiere nicht so schnell geschlagen geben.

Breitbrunn – Zum wiederholten Mal befasste sich der Breitbrunner Gemeinderat mit den Graugänsen, die sich an den Badestränden genauso wohl fühlen wie die menschlichen Badegäste. Das Gremium beschloss die Errichtung eines Zaunes, der den Badeplatz in Breitbrunn von der übermäßigen Bevölkerung der Tiere und deren Hinterlassenschaften schützen soll.

Darum wächst die Population so schnell

Warum sich die Graugans in der Region so heimisch fühlt, weiß der Breitbrunner Jagdpächter Wolfgang Schaber: „Anfang der 1980er Jahre wurden in unserem Gebiet 20 Graugans-Eier ausgesetzt, von denen 18 fertig gebrütet wurden“, berichtet er. „Seitdem hat sie sich intensiv vermehrt.“ Gut versteckt im dichten Chiemseeschilf, brüteten die Weibchen zwischen April und Mai – bei milden Wintern oft schon einen Monat früher. Auch rund um den Langbürgner See fänden sie geeignete Brutgebiete. Sechs bis acht Wochen später seien die tag- und nachtaktiven Jungtiere flugfähig. Bis zu sechs Junge brüte eine Graugans regelmäßig aus – was zu einer starken Population führe. „Ich habe schon bis zu 100 Tiere im Verbund vorbeifliegen sehen“, so der Jagdpächter im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

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Im Morgengrauen kämen sie an Land geflogen und zögen sich am späten Vormittag wieder auf den See zurück, wo sie tagsüber und nachts geschützt ruhen können. Junge Graugänse ernähren sich weitgehend von Gräsern, im Herbst und Winter suchen sie auf Maisfeldern nach Futter.

Zwischen dem 1. August und dem 15. Januar dürfen Graugänse gejagt werden. Allerdings, so der Jäger, sei der Abschuss im Sommer stets problematisch, „da sich die Anwohner mokieren“, weiß er aus Erfahrung. Außerdem verschwänden die schlauen Tiere sofort aufs Wasser, wenn Gefahr im Verzug sei.

Zaun hat einen Nachteil

Ein Zaun, wie ihn der Gemeinderat plane, habe seines Erachtens einen entscheidenden Nachteil, was er selbst schon beobachten konnte: „Die Jungen schlüpfen durch die Maschen und die Alten fliegen drüber.“ Falls sie aber aufgrund eines Zauns tatsächlich nicht vom Wasser ans Ufer könnten, suchten sie nach einem alternativen Areal.

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Das Gremium entschied derweil einstimmig, im Frühjahr, wenn die jungen Graugänse geschlüpft seien, entlang der Liegewiese zum See einen Zaun zu errichten. Sei der Zugang in dieser Zeit versperrt, so Bürgermeister Anton Baumgartner (Parteifreie/ÜWG), könne davon ausgegangen werden, dass sie auch in der restlichen Saison nicht zurückkehren.

Hindernis von 65 Zentimetern Höhe

Damit bezog er sich auf die Meinung von Fachleuten –  schon in der Vergangenheit hatte sich die Gemeinde zusätzlich Rat bei einem Falkner geholt. Denn Beispiele wie am Ammersee oder dem Starnberger See zeigten, dass dort seit Jahren erfolgreich Seeadler überzählige Gänse verjagen. Der Weidezaun, der in Breitbrunn zum Einsatz kommen soll, wird mit eingearbeiteten Pfosten 65 Zentimeter hoch sein. Es sollen mehrere 25 Meter lange Elemente zum Preis von je 600 Euro angeschafft und vom Bauhof errichtet werden.

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