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Klare Vorgaben für Käufer in Nußdorf/Ch.

„Wir wurden oft enttäuscht“: Gemeinde verkauft Wirtshaus in Aiging - so läuft die Suche

Das „Historische Wirtshaus Aiging“ bei Nußdorf wird von der Gemeinde verkauft.
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Das „Historische Wirtshaus Aiging“ bei Nußdorf wird von der Gemeinde verkauft. 
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Vor 17 Jahren war es, als die Gemeinde das Wirtshaus in Aiging kaufte und etliche Bürger das Haus sanierten - doch als Dorftreffpunkt konnte es sich nicht etablieren. Jetzt will man es wieder verkaufen. Wir haben mit Bürgermeister Wimmer über die Hintergründe gesprochen und wie die Suche nach einem Käufer läuft.

Nußdorf im Chiemgau - Ein Treffpunkt mitten im Dorf mit Stammtisch, bayerischer Küche und einem Biergarten, der brummt - das war der Traum, als die Gemeinde 2005 das „Historische Wirtshaus Aiging“ kaufte. „Am Anfang hat das auch geklappt“, blickt Nußdorfs Bürgermeister Toni Wimmer im Gespräch mit chiemgau24.de zurück. Doch etliche Pächterwechsel ließen das Vertrauen der Einheimischen immer mehr bröckeln und für die Gemeinde wurde das Wirtshaus zum Minusgeschäft. Seit Anfang September steht das traditionsreiche Haus in Aiging nun zum Verkauf.

Wirtshaus in Aiging steht zum Verkauf - „Haben schon etliche Nachfragen“

Wimmer zeigt sich zuversichtlich, einen ordentlichen Käufer zu finden. „Wir haben schon etliche Nachfragen und ich habe schon diverse Führungen durch das Haus gemacht“, freut sich der Bürgermeister. Er spricht von „ernsthaften Interessenten“. Wie viel die Gemeinde dafür haben will, sagt Wimmer nicht. Ein internes Verkehrswertgutachten liegt aber vor. „Das Gebäude ist gut beieinander, als hätten wir‘s gestern erst zugesperrt.“ Und unter Wert dürfte es die Kommune auch gar nicht verkaufen. Bereits im Winter zeichnete es sich ab, dass die Gemeinde das Wirtshaus verkaufen will.

„Die häufigen Pächterwechsel waren das Problem. Da wurden wir oft enttäuscht. Es lag nicht am Objekt, sondern an den Pächtern“, steht für Nußdorfs Bürgermeister Toni Wimmer fest.

Die Gemeinde hat klare Vorstellungen darüber, wie es mit dem Wirtshaus in Aiging weitergehen soll. „Der Verkauf erfolgt unter der dinglich zu sichernden Bedingung, dass das Wirtshaus für 20 Jahre weiter als Gaststätte betrieben wird“, heißt es in der öffentlichen Ausschreibung. Die Dauer dieser Zweckbindung sei aber Verhandlungsbasis. Passen alle anderen Faktoren, könnten es auch ein paar Jahre weniger sein. „Es geht auch darum, dass das Wirtshaus nicht zum Spekulationsobjekt wird. Außerdem wurden nach dem Kauf 2005 ja etliche Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet. Das soll nicht umsonst gewesen sein“, so Wimmer. Auch der angrenzende Spielplatz soll bleiben.

Mit guten Pachteinnahmen wäre alles in Ordnung gewesen...

„Es ist einfach nicht die Aufgabe der Gemeinde, ein Wirtshaus zu betreiben und zu erhalten“, so der Bürgermeister. Der Kauf vor 17 Jahren sei kein Fehler gewesen, „und mit guten Pachteinnahmen wäre auch alles in Ordnung“ - doch die sind auch schon vor Corona immer wieder ausgeblieben. Von einer „enormen finanziellen Belastung“ sprach Wimmer jüngst im Gemeinderat. Problematisch ist nun aber auch, dass es seit zwei Jahren kein Gasthaus mehr in der ganzen Gemeinde gibt. Denn auch der Wirt in Sondermoning hat seit 2020 zu. An wen das Wirtshaus verkauft wird, entscheidet der Gemeinderat dann nichtöffentlich. Bis 31. Oktober läuft die öffentliche Ausschreibung.

Das Engagement der Bürger bei der Sanierung wurde 2007 sogar ausgezeichnet: Einen bayernweiten Sonderpreis in der Kategorie „Besondere gemeinschaftliche und öffentliche Leistungen“ erhielt man. Neben Gasträumen für die Gastronomie entstanden ein kleiner Saal im Obergeschoss, dazu zwei Wohnungen, Personalräume und acht Gästezimmer. Der gesamte Grund misst über 1600 Quadratmeter, auch 38 Parkplätze gehören dazu. Datiert wird das „Historische Wirtshaus“ aufs Jahr 1471.

xe

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