Ablehnung im Gemeinderat

Wohnprojekt „Lieblgut“ in Urfahrn bei Breitbrunn erhitzt die Gemüter

Blick vom zu bebauenden Grundstück auf die Kailbacher Bucht in Breitbrunn. Die Ecke ist äußerst sensibel zu behandeln, weswegen der Gemeinderat zahlreiche Änderungswünsche des Bauherrn für das Projekt ablehnte.
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Blick vom zu bebauenden Grundstück auf die Kailbacher Bucht in Breitbrunn. Die Ecke ist äußerst sensibel zu behandeln, weswegen der Gemeinderat zahlreiche Änderungswünsche des Bauherrn für das Projekt ablehnte.

Der Bauwerber für das Wohnprojekt „Lieblgut“ plant zahlreiche Änderungen und mehr Wohneinheiten – sieben statt ursprünglich fünf, dazu 20 Tiefgaragenplätze und damit doppelt so viel wie einst vorgesehen. Das wurde dem Gemeinderat Breitbrunn zu bunt. Das Gremium lehnte die neuen Wünsche ab.

Breitbrunn – Der Neubau eines Hauses mit mehreren Wohneinheiten und Tiefgarage in der Königstraße beschäftigte die Breitbrunner Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung – das Bauvorhaben stand schon einmal auf der Tagesordnung. Den Antrag in seiner jetzigen Form lehnte das Gremium nun ab. Denn er enthält gegenüber früheren, eingereichten Planungen zahlreiche Änderungen.

Doppelt so viele Stellplätze wie vormals geplant

So sollten nach dem Wunsch des Bauwerbers nun sieben statt fünf Wohneinheiten gebaut werden, das Hauptgebäude komplett abgerissen werden und ein Ersatzbau auf knapp 750 Quadratmetern entstehen. Neu gegenüber der vormals genehmigten Eingabeplanung ist außerdem eine Unterkellerung des Wohngebäudes sowie eine größere Tiefgarage mit 20 statt wie bisher geplant zehn Stellplätzen. Des Weiteren ist nun auf der Süd- und Westseite des Gebäudes eine Glas-Überdachung der Balkone vorgesehen. Die Zahl der Stellplätze auf dem Grundstück würde der Bauwerber gern von vier auf fünf erhöhen. Der Rat verwehrte ihm jedoch dafür das gemeindliche Einvernehmen einstimmig.

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Bürgermeister Anton Baumgartner (Parteifreie/ÜWG) erinnerte an die Sondersitzung vom September, in der die Verwaltung beauftragt wurde, zu prüfen, welche Gebäude auf den Grundstücken in der Vergangenheit zulässigerweise errichtet wurden. Es handelt sich dabei um eine Verlandungszone des Chiemsees.

Die umfangreiche Recherche ergab, dass das nordöstlich gelegene Gebäude 1972 als Doppelgarage genehmigt wurde. Der Anbau am Hauptgebäude wurde 1982 als Silo genehmigt, das südlichste Gebäude 1986 als Holz- und Brennmateriallagerhalle. Im September 2003 wurde der Abriss des Gebäudes an der Westgrenze sowie der Neubau der bestehenden Werkstatt samt Büroräumen erlaubt, so Baumgartner.

Erschließungsstraße reicht nicht

Für das Hauptgebäude und das bereits abgebrochene Gebäude nordwestlich liegen allerdings keine Genehmigungen in der Verwaltung vor. Falls vom Rat gewünscht, müsste diese beim Staatsarchiv eingefordert werden, resümierte der Rathauschef.

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Bereits im Februar 2019 zeigte sich der Rat und das Landratsamt einverstanden mit einem Teilabbruch von Gebäuden sowie der Sanierung und der Erweiterung auf fünf Wohneinheiten. Ein elementarer Grund für die aktuelle Ablehnung der geänderten Pläne ist zum einen die Erschließungsstraße, die der Rat als nicht ausreichend für sieben Wohneinheiten ansieht. Zum anderen könnten sich bei einer Zustimmung zu diesem Vorhaben „negative städtebauliche Spannungen durch Folgewirkungen künftiger Vorhaben ergeben“.

Ein Ziel der Gemeinde ist es, die Zahl der Wohnungen und den damit einhergehenden Straßenverkehr auf ein verträgliches Maß zu begrenzen.

Mehrere Abstimmungen zum Abschluss

Sieben Wohneinheiten würden diesen Rahmen sprengen. Das Bauvorhaben liegt zudem im Landschaftsschutzgebiet und sollte sich in die ländliche Umgebung einfügen, so der Rat weiter.

Mit einer Gegenstimme von 13 anwesenden Räten sollen in dem beantragten Gebäude nicht mehr als fünf Wohneinheiten entstehen. Zwölf Räte vertraten die Meinung, dass mehr als fünf Stellplätze außerhalb der Tiefgarage vorzuhalten seien. Neun Räte hielten ein Vordach aus ortsgestalterischen Gründen für absolut erstrebenswert. Acht votierten dafür, dass ein möglicher Balkon nicht über den Dachüberstand ragen dürfe.

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