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Wochen des Abschieds im Sommer

Das zweite Halbjahr 2014 beginnt mit zwei großen Abschiedsfesten. Die katholische Pfarrgemeinde erlebt eine personelle Zäsur: Der Pfarrer geht in Ruhestand, der Kaplan wird versetzt und die Mallersdorfer Schwestern von ihrem Mutterhaus abberufen.

An der kommunalen Realschule gehen die beiden Chefs in Pension. Auch einige andere Themen und Ereignisse bewegen die Priener. Im vierten Teil unseres Jahresrückblicks lassen wir sie Revue passieren.

Juli

Weihnachtsmusik erklingt mitten im Sommer: Die Capella Vocale, Priens weit über die Region hinaus bekannter und renommierter Chor unter Leitung von Kirchenmusiker Rainer Schütz, singt in der Aschauer Pfarrkirche Werke von Max Eham für eine neue CD ein. 2015 jährt sich der Geburtstag des früheren Domkapellmeisters in München und Freising zum 100. Mal. Eham schätze die Arbeit von Chorleiter Schütz sehr und überließ ihm immer wieder handschriftliche Noten für Aufführungen in Prien.

SPS wird 50: Einer der größten Priener Betriebe feiert seinen 50. Geburtstag und kann dazu hervorragende Geschäftszahlen präsentieren. Die "Swiss Post Solutions" (SPS gehört zum Konzern der Schweizer Post) hieß früher "Systemform Mediacard". Aus der ursprünglichen Endlosdruckerei in den 1960er-Jahren hat sich ein Systemdienstleister vor allem für den Gesundheitsbereich entwickelt, der zu den Marktführern in seiner Branche in Deutschland zählt und der an den Standorten Prien und Hallstadt bei Bamberg 170 Mitarbeiter beschäftigt. Die Unternehmensleitung kann zum Geburtstag berichten, dass das erste Halbjahr 2014 wirtschaftlich das beste seit vielen Jahren in der Firmengeschichte war. Derzeit prominentestes SPS-Projekt ist die elektronische Gesundheitskarte. Viele Millionen der neuen Versichertenkarten werden in Prien produziert, mit Lichtbildern und Daten ausgestattet.

Große Pläne für den Bauhof: Ein L-förmiger Bau, dessen Schenkel 84 beziehungsweise 30 Meter lang werden: Diese Maße machen deutlich, dass der Markt Prien für seinen Bauhof große Pläne hat, die er erstmals öffentlich macht. In drei Bauabschnitten soll ein Neubau entstehen, der auch Platz für die bisher ausgelagerten Elektrizitäts- und Wasserwerke bietet.

Dreifacher Abschied: Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist überfüllt, fast 30 Vereine haben ihre Fahnenabordnungen entsandt. Das große Aufgebot gilt einem großen, dreifachen Abschied: Pfarrer Bruno Fink geht in den Ruhestand, Kaplan Konrad Roider wechselt zum Pfarrverband Vogtareuth-Prutting und die Mallersdorfer Schwestern wurden aus dem katholischen Kindergarten von ihrem Mutterhaus abberufen. Beim Abschiedsfest gibt es viele Geschenke und noch öfter die passenden Dankesworte: "Vergelt's Gott." Ein Präsent an Fink stand sinnbildlich für die gelebte Ökumene in Prien: Der evangelische Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth hatte einen Weinstock mit zwei Rebsorten mitgebracht.

Stühlerücken an der kommunalen Realschule: Direktor Karl Lau, der fast alle seiner 41 Dienstjahre in Prien verbracht hat und seit 2003 Schulleiter ist, geht in den Ruhestand. Und auch sein Stellvertreter Peter Willer erreicht das Pensionsalter. Er kam 1980 in die Marktgemeinde und wurde 2003 Konrektor.

Zur neuen Schulleiterin ernennt der Landkreis die bisherige Zweite Konrektorin Andrea Dorsch, die seit 1998 in Prien ist, und zu ihrem Stellvertreter Bernd Loos, der seit 2006 in seinem Geburtsort unterrichtet. Beim Abschiedsfest für das Führungsduo in der Turnhalle ist die Rednerliste so lang wie eine Speisenkarte.

August

Drei Schwerverletzte: Weil er helfen will, erleidet ein 20-jähriger Priener Feuerwehrler Verbrennungen fast am ganzen Körper. Er ist am 1. August kurz vor Mitternacht mit dem Auto in seiner Freizeit in der Seestraße unterwegs, als er Flammen hinter einem Fenster im ersten Stock eines Hauses entdeckt. Ausgerechnet in dem Moment, als er an der Haustür steht, wirft ein 30-Jähriger eine Fritteuse mit heißem Fett vom Balkon darüber - und trifft den 24-Jährigen am Kopf. Fettspritzer dringen durch die Kleidung auf seine Haut. Der 30-jährige Mieter, der die Fritteuse offenbar auf dem Herd vergessen hatte und eingeschlafen war, wurde ebenso schwer verletzt wie sein neunjähriger Sohn. Der junge Feuerwehrler hat Glück im Unglück: Nach vier Tagen kann er das Krankenhaus mit dicken Verbänden wieder verlassen, Narben wird er wohl nicht zurückbehalten.

Ein Lächeln für korrektes Fahrverhalten: Mit Tempo-30-Zonen kommt die Kommunalpolitik nicht recht voran. Anträge von Bürgern werden auf Eis gelegt, weil die Ausweisung solcher Tempolimits in ein Gesamtverkehrskonzept für Prien einfließen sollen. Autofahrer, die innerorts zu schnell dran sind, sollen auf anderem Weg dazu gebracht werden, den Fuß vom Gas zu nehmen. Der Ferienausschuss beschließt auf Antrag der CSU den Kauf von zwei zusätzlichen Tempomessgeräten. Bisher gibt es nur eins, das lediglich die Geschwindigkeit anzeigt. Bei den beiden neuen wird ein digitales Gesicht signalisieren, ob das Tempo noch im Rahmen liegt oder nicht. Wer sich ans Tempolimit hält, bekommt ein Lächeln geschenkt, wer zu schnell ist, dem leuchten heruntergezogene Mundwinkel beleidigt entgegen.

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