Das Thema Schulbus hält die Siegsdorfer Gemeindeverwaltung in Atem

Wirbel um Schülerbeförderung

Siegsdorf - Ein "heißes Thema" hält in Siegsdorf zurzeit Bürgermeister und Gemeindeverwaltung in Atem und wird bei den Bürgern kontrovers diskutiert: das Problem bei der Schülerbeförderung. Dazu gab Bürgermeister Thomas Kamm in der jüngsten Gemeinderatssitzung eine Stellungnahme ab und beantwortete ausführlich Fragen.

"Die derzeitige Situation ist sehr unbefriedigend", eröffnete Kamm die Stellungnahme zu den Problemen mit dem neuen Partner bei der Schülerbeförderung, der seine vertraglichen Leistungen nur unzureichend einbringe und dafür auch bereits eine Abmahnung erhalten habe. "Die sehr emotionale Behandlung der Thematik erschwert aber unsere Arbeit, und nur selten sind wahre und unwahre Anschuldigungen auf Anhieb auseinander zu halten", bemängelte Kamm und forderte die Betroffenen auf, künftig "wahrheitsgetreu und konstruktiv" die Verwaltung über Probleme zu informieren, um einen geregelten und brauchbaren Schulbus-Betrieb zu gewährleisten.

Das Inserat der Vorgängerfirma im "von der Gemeinde finanzierten" Siegsdorfer Gemeindekurier nannte der Bürgermeister eine "Unverschämtheit", auf die er sich rechtliche Schritte vorbehalten werde. Anschließend stellte Kamm den Werdegang des Wechsels von Pletschacher zu Balci dar.

Auf Aufforderung des kommunalen Prüfungsverbandes wurde nach sieben Jahren erstmals wieder eine Ausschreibung zum Betrieb der gemeindlichen Schulbuslinien durchgeführt. Zwei Bewerber aus der Gemeinde und zwei auswärtige Bewerber wurden aufgefordert ein Angebot abzugeben. Der Unterschied in den Ergebnissen zwischen Balci und Pletschacher belief sich nach Prüfung auf 28,1 Prozent oder 250 Euro täglich - jährlich somit rund 50000 Euro. Daraufhin wurden beide Bewerber zum Gespräch ins Rathaus geladen und aufgefordert, ihre Vorstellungen darzulegen. Das nachgebesserte Angebot der Firma Pletschacher sei nur nur marginal günstiger gewesen, hieß es.

Die Gemeinde muss - auch wegen der staatlichen Förderung - die wirtschaftlichste Lösung suchen und habe bei diesem Preisunterschied nicht wirklich ein Argument gehabt, um die Firma Balci abzulehnen, so Kamm. Die Nachfragen in den Nachbargemeinden zu ihren Erfahrungen mit Balci seien zwar nicht immer ausschließlich positiv gewesen, hätten aber auch keinen direkten Ablehnungsgrund geliefert.

Als Fazit aus der Diskussion des Gemeinderates stellte der Bürgermeister heraus: "Ab sofort muss die Beförderung auftragsgemäß funktionieren, ansonsten droht eine Vertragskündigung." Es werde weiter aufmerksam kontrolliert und beobachtet. Die von der Gemeinde bereits erfolgte Abmahnung erfordere eine deutliche Reaktion des Betreibers, und die Gemeinde erwarte ab sofort eine deutliche Leistungssteigerung, so der Bürgermeister. fkr

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