„Wir wollen niemand vertreiben“

Matthias Schlechter verweist auf erste Berechnungen.

Reit im Winkl – Die Gemeinde Reit im Winkl hat sich entschieden, auf eine Erhöhung der Zweitwohnungssteuer zu verzichten.

Bürgermeister Matthias Schlechter (CSU) erklärt im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen, warum und weshalb er trotzdem mit höheren Einnahmen rechnet.

Warum verzichten Sie auf eine Erhöhung der Zweitwohnungssteuer?

Wir schätzen diejenigen Zweitwohnungsbesitzer sehr, die ihren hiesigen Wohnsitz oft und intensiv nutzen, gern in Reit im Winkl sind und hier konsumieren, einkaufen und unsere hervorragende Gastronomie besuchen. Viele von ihnen beschäftigen auch einheimische Handwerker und Dienstleister. Diese Gruppe wollen wir nicht noch zusätzlich mit einem höheren Steuersatz „vertreiben“.

Rechnen Sie mit höheren Einnahmen durch die Neuberechnung der Steuer?

Ja, nach ersten Berechnungsbeispielen rechnen wir mit höheren Einnahmen durch die Zweitwohnungssteuer.

Gibt es in Reit im Winkl genug bezahlbaren Wohnraum oder haben Sie eine Warteliste für Einheimische?

Es gibt leider auch in Reit im Winkl zu wenig günstigen Wohnraum. Eine konkrete Warteliste gibt es nicht, trotzdem melden sich immer wieder junge Familien und schildern uns ihr Problem.

Wir möchten uns aber nicht nur auf Neuausweisung von Siedlungen mit Einfamilienhäusern konzen trieren, wir haben auch im Blick, dass mehr bezahlbarer Mietwohnraum entsteht. Bei der Neuausweisung von Baugebieten ist für Familienansiedlungsmodelle die Kombination von hohen Baukosten mit der Einschränkung durch Gehaltsobergrenzen ein Problem, das unsere Gesellschaft in der Zukunft lösen muss. interview: Martin Tofern

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