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Grundstückseigentümer in der Pflicht

Wildwuchs im Straßenverkehr: Wenn Hecken zum Ärgernis werden

Ärgernis auch für Fußgänger: Hecken benachbarter Grundstücke ragen bis auf den Gehweg hinaus.
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Ärgernis auch für Fußgänger: Hecken benachbarter Grundstücke ragen bis auf den Gehweg hinaus.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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In der Gemeinde Bernau stößt die Verwaltung inzwischen häufiger auf Hecken, welche von den Grundstücken zu weit in den öffentlichen Raum hinanragen. Das versperrt zum einen die Gehwege, kann zum anderen aber auch teuer werden.

Bernau/Rimsting – Man erlebt als Journalist eher selten, dass jemand von einer Behörde erleichtert ist, wenn man eine Anfrage stellt. Ganz anders ist das bei Anita Faradi bei der Gemeinde Bernau, wenn es um das Heckenschneiden geht: „Das ist echt ein Riesenthema bei uns!“ Denn ganz oft wuchern die Hecken auf Straßen und Gehwegen und die Gemeinde muss Anwohner mühsam darauf hinweisen, dass ein Rückschnitt nötig ist.

Eigentlich ist es was Schönes, wenn alles im Garten wächst und gedeiht. Nur kann das auch Probleme verursachen.

Unfallgefahr durch Überstände

In einem Schreiben weist die Gemeinde Bernau darauf hin, dass Straßen, Geh- und Radwege unbedingt frei bleiben müssen.

Frei heißt in diesem Fall: Sie müssen in ihrer vollen Breite genutzt werden können. Das bedeutet, keine Äste oder ähnliches dürfen hineinragen. Andernfalls könne es leicht zu Unfällen kommen, etwa wenn jemand auf einem Gehsteig auf die Fahrbahn ausweichen müsse. Ebenso gelte dies für Straßenschilder, aber auch Straßenlampen. Deren Leuchtkraft könne durch Bewuchs eingeschränkt sein, selbstverständlich müssen Autofahrer sehen können, welche Vorfahrtsregelung oder welches Tempo gilt.

Gleiches Prinzip wie beim Schneeräumen

Was einige Bürger vergessen: „Eigentum verpflichtet!“

Faradi weist ausdrücklich darauf hin, dass Grundstückseigentümer auch in Haftung genommen werden können, wenn wegen Überwucherung ein Unfall die Folge ist. „Das ist eigentlich das gleiche Prinzip wie beim Schneeräumen“, sagt die Bauamtsleiterin. Hier seien die Anwohner auch durch eine Satzung verpflichtet, etwas zu tun.

Überstände bis weit in die Straße hinein

Heuer sei das schon ein größeres Thema, subjektiv betrachtet sprießen Hecken und Sträucher noch mehr als in den Vorjahren. Faradi vermutet: wegen des Wetters: „Wir haben teils Überstände bis weit in die Straße hinein oder die Situation, dass Gehwege nicht zu passieren sind.“

Für die Verwaltung ein hoher Aufwand, berichtet Faradi. Denn die Bürger werden angeschrieben mit Anhörung und Fristsetzung.

Kein Schnitt während der Brutzeit

In der Gemeinde Rimsting stellt sich auf Nachfrage im Ordnungsamt die Situation etwas entspannter als in Bernau dar. Nur in sehr wenigen Fällen müsse man dort eingreifen.

Um das Thema Hecke schneiden gibt es immer wieder Verwirrung.

Denn eigentlich sind Heckenschnitte während der Vogelbrutzeit von 1. Oktober bis 28. Februar nicht erlaubt, heißt es in einem Schreiben des Landkreises Rosenheim. Nur gibt es hier Ausnahmen. „Schonende Pflege- und Formschnitte“ seien nämlich schon möglich. Besonders werden Zuschnitte genannt, die zur Verkehrssicherheit nötig sind; die sind in besiedelten Bereichen legal, egal zu welcher Zeit.

Geschützte Tiere haben Vorrang

Auch wenn dies gilt, betont das Landratsamt, dass nach wild lebenden Tierarten geschaut werden muss, bevor man die Heckenschere ansetzt. Entdecke man beispielsweise besetzte Vogelnester, dürfe man nicht schneiden.

Nicht immer sei es so einfach, beurteilen zu können, ob es sich um geschützte Tierarten oder bewohnte Baumhöhlen oder Nester handelt. In diesen Fällen rät das Landratsamt dazu, die Naturschutzbehörde zu kontaktieren.

Bevor einem die Hecke also sprichwörtlich über den Kopf wächst, sollte man sich darum kümmern. Mit einer Einschränkung: Auch wenn der Heckenschnitt notwendig ist, gilt, ähnlich wie beim Rasenmähen, dies außerhalb der Ruhezeiten zu tun.

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