Das Wildparken in Schleching geht den Bürgern gehörig auf die Nerven

Wildparken Schleching Ausflügler
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Schilder, die das Parken am Straßenrand verbieten, werden von manchen Ausflüglern ignoriert.

An Wochenenden und Feiertagen mit schönem Wetter parken Urlauber und Tagestouristen im Achental ohne Rücksicht alles zu. Alle Appelle haben bislang nichts gebracht. Almbauer Ralf Wegener startet eine Unterschriftenaktion.

Schleching/Achental – In Zeiten von Corona wollen viele Urlauber die Ferien in Deutschland verbringen. Bayern gehört sicher zu den bevorzugten Zielen. An den Wochenenden kommen dann noch die Ausflügler aus der näheren Umgebung dazu und dann wird es schon mal richtig eng auf den Parkplätzen und besonders an den touristischen Hotspots.

Das Achental ist ein Ausflugsparadies, was an den Autokolonnen links und rechts der Straßen vor den Wanderparkplätzen nach der Corona-Lockerung zu sehen war. Wenn die Parkplätze voll sind, wird ringsherum wild alles zugeparkt, auf den Wiesen, selbst vor Rettungswegen nehmen die Ausflügler keine Rücksicht.

Zugeparkte Rettungswege sind gefährlich

Andreas Scheck, Bürgermeister von Marquartstein und Vorsitzender vom gemeinsamen Kommunalunternehmen Achental Tourismus, richtet einen dringenden Appell an die Besucher: „Wenn ein Parkplatz voll ist, bitte entweder auf einen anderen Parkplatz ausweichen oder im Ort parken und einen Fußweg in Kauf nehmen.“ Die Bergwacht und die Feuerwehr sehen die Situation ebenfalls kritisch, berichtet Scheck weiter. Denn wenn sie durch zugeparkte Rettungswege bei einem Einsatz Umwege fahren müssen, wird es gefährlich.

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Alle Gäste sind im Achental natürlich herzlich willkommen und die meisten Erholungssuchenden benehmen sich rücksichtsvoll gegenüber der Bevölkerung vor Ort und der Natur, aber von den „Uneinsichtigen“ wünscht sich Andreas Scheck Einsicht und Rücksichtnahme.

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Empfindliche Bußgelder drohen als letzte Maßnahme. Auch auf den Bergen wird es deutlich enger, dort wünscht sich Scheck, dass die Besucher auf den ausgewiesenen Wegen bleiben, keine Abkürzungen nehmen und dabei das Weidevieh und das Wild vertreiben und seltene Bergblumen und -kräuter zerstören.

Ein betroffener Almbauer berichtet

Stocksauer über das Benehmen mancher Besucher ist Ralf Wegener, als betroffener Almbauer. Er berichtet von seinen Problemen als er im Frühjahr sein Vieh mit dem Tiertransporter auf das Weidegebiet bringen wollte und durch die unrechtmäßig zugeparkten Wege schlecht oder gar nicht durchkam. „Das ist Stress für die Tiere im Transporter, der sich durch Umwege noch unnötig erhöht“.

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Er ist gerade dabei seinen Hainzenkaser in der Weitwies im Hochplattengebiet umzubauen, der angeforderte Betonlaster kam ebenfalls durch Falschparker – trotz Beschilderung- nicht durch und musste mit seinen 35 Tonnen Gewicht einen Riesenumweg von fast zwanzig Kilometern fahren.

Auch auf seiner Alm musste sich Wegener mit Besuchern auseinandersetzen, die auf seinem Grundstück und vor seiner Nase, einfach Pfähle entfernen wollten, um querfeldein laufen zu können.

Almbauer fordert mehr Flexibilität der Besucher

Wegener will Unterschriften bei den Almbauern sammeln, damit die Zustände besser reguliert werden. Polizeioberkommissar Florian Helminger aus Grassau versucht an die Vernunft der Besucher zu appellieren. Er wünscht sich mehr Flexibilität der Besucher „wenn ein Ziel nicht mehr Leute verträgt, sollte eine Alternative gesucht werden“.

In Corona Zeiten werden auch Parkplätze reduziert, sie stehen nicht in Hülle und Fülle zur Verfügung, weiß er zu berichten. Urlaubern im Achental empfiehlt er, gleich von der Unterkunft mit dem Radl loszufahren, damit findet sich am Berg immer ein Parkplatz. Die Falschparker weist er darauf hin, dass das Vergehen durchaus teuer werden kann, mit Abschleppkosten können im Handumdrehen bis 500 Euro zusammenkommen.

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