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Umbau am Beilhack-Parkplatz

Kampf gegen Wildcamper: Markt Prien bietet zum ersten Mal feste Stellplätze für Wohnmobile an

Die Gemeinde Bernau hat im Chiemseepark Felden einen Platz für bis zu 50 Wohnmobile geschaffen und verpachtet. Er wurde seit der Eröffnung vor einem Jahr gut angenommen, bis zur Corona-Zwangsschließung. Derzeit verirren sich nur ab und an einzelne Wohnmobilfahrer auf Geschäftsreise dorthin. Camper finden dort für eine Tagesgebühr von 15 oder 19 Euro, je nach Jahreszeit, an jedem Platz Anschlüsse für Wasser, Strom und Abwasser. In einem Zweckbau werden auch sanitäre Anlagen angeboten.
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Die Gemeinde Bernau hat im Chiemseepark Felden einen Platz für bis zu 50 Wohnmobile geschaffen und verpachtet. Er wurde seit der Eröffnung vor einem Jahr gut angenommen, bis zur Corona-Zwangsschließung. Derzeit verirren sich nur ab und an einzelne Wohnmobilfahrer auf Geschäftsreise dorthin. Camper finden dort für eine Tagesgebühr von 15 oder 19 Euro, je nach Jahreszeit, an jedem Platz Anschlüsse für Wasser, Strom und Abwasser. In einem Zweckbau werden auch sanitäre Anlagen angeboten.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Wohnmobilbesitzer haben in Prien bisher nur auf den beiden Campingplätzen die Infrastruktur gefunden, die sie für eine Übernachtung brauchen. Weil in der Corona-Pandemie immer mehr Wildcamper unterwegs sind, steuert die Gemeinde jetzt gegen und schafft zum ersten Mal offizielle Stellplätze.

Prien – Hotels und Ferienwohnungen sind seit einem halben Jahr zu. Trotzdem lechzen die Menschen nach Luftveränderung. Wer ein Wohnmobil hat, kommt leicht in Versuchung, in den Kurzurlaub zu fahren. Immer öfter stehen Camper auf Wiesen, an Straßenrändern oder unerlaubt auf öffentlichen Parkplätzen. Das Problem der Wildcamper, die in der Corona-Pandemie immer mehr werden, beschäftigt jetzt auch die Priener Kommunalpolitik.

Der Markt Prien bietet zum ersten Mal Wohnmobilstellplätze gegen Gebühr an und stellt den Campern dort auch die Infrastruktur für Übernachtungen zur Verfügung. Im westlichen Teil des Beilhackparkplatzes an der gleichnamigen Straße werden fünf Stellplätze für Wohnmobile ausgewiesen, erläuterte Martin Plenk, Leiter des Ordnungsamtes, in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Werkausschusses im großen Saal des Rathauses.

24-Stunden-Ticket für 15 Euro

Das Gremium sprach eine einstimmige Empfehlung an den Marktgemeinderat aus, damit dieser in der nächsten Sitzung den Tarif für ein 24-Stunden-Ticket zum Preis von 15 Euro bestätigt. Zunächst war von der Verwaltung vorgeschlagen worden, das Parken für Camper in der Zeit von 19 bis 8 Uhr zu ermöglichen. Der Einfachheit halber einigte sich das Gremium aber nach kurzer Diskussion darauf, dies über ein Tagesticket umzusetzen.

„Damit erwächst auch die Hoffnung, dass sich die Attraktivität der Ortsmitte für Camper erhöht, diese sich im Ort aufhalten, einkaufen gehen sowie die heimischen Gaststätten besuchen“, sagte Bürgermeister Andreas Friedrich (. Im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung bestätigte er, was viele Politiker und Touristiker landauf, landab umtreibt: Manche Camper haben wenig Hemmungen. Er weiß von Landwirten, die auf ihren Wiesen in Chiemseenähe die Fäkalien aus Campingtoiletten beseitigen mussten, die unerwünschte Übernachtungsgäste vor ihrer Weiterfahrt dort ausgeleert hatten.

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Über schöne, kostenlose Stellplätze tauschen sich die Camper im Netz aus. Dort gibt es eine ganze Fülle von Apps. Der kleine Parkplatz am Polizeisteg in Osternach und die Wiese beim Badeplatz Schöllkopf stehen bei Campern dort offenbar hoch im Kurs. Gerade für diese Bereiche hätten sich die Beschwerden seit Beginn der Pandemie enorm gehäuft, berichtet Plenk.

Haare waschen im Chiemsee

Der Gemeinde gehe es primär nicht einmal ums Parken, aber wenn sich die Camper morgens im Chiemsee mit Shampoo die Haare waschen, höre der Spaß auf. Plenk bestätigt als Ansprechpartner für Beschwerden im Rathaus Friedrichs Beobachtung von einer steigenden Zahl illegal entleerter Campingtoiletten. „Wir wollen nicht in Konkurrenz zu den ansässigen Campingplätzen treten, sondern dem Wildparken entgegentreten“, betont Friedrich deshalb.

Nach Plenks Einschätzung können die Wohnmobil-Stellplätze am Beilhackparkplatz, grünes Licht des Marktgemeinderats vorausgesetzt, Anfang Mai in Betrieb genommen werden, wenn die letzten technischen Gerätschaften installiert sind. Strom und frisches Wasser gibt es dann gegen Gebühr bei Münzeinwurf. Die Abwasser- beziehungsweise Fäkalienentsorgung will die Gemeinde bewusst kostenfrei anbieten.

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Probleme mit einer zunehmenden Zahl von Wildcampern haben auch die Priener Nachbargemeinden.

Geschäftsleiterin Regina Feichtner aus dem Rimstinger Rathaus berichtet von einer steigenden Zahl von Wohnmobilen, die trotz Verbot nachts auf dem Parkplatz der Strandanlage in Westernach stehen. Am Parkplatz des gemeindlichen Seglerhafens habe die Gemeinde das Problem durch eine Schranke gelöst.

Zunehmende Zahl an Beschwerden

Irmgard Daxlberger, Geschäftsleiterin der Gemeinde Bernau, bestätigt eine zunehmende Zahl von Beschwerden, verweist aber auf die gute Lösung des offiziellen Wohnmobilplatzes in Felden mit 50 Stellplätzen, den die Gemeinde 2019 neu geschaffen und an den privaten Betreiber Oskar Deibert verpachtet hat.

Der geht dann auch persönlich nach nebenan, wenn sich mal wieder ein Wohnmobil auf dem Parkplatz am Badehaus „verirrt“ hat, um Gebühren zu sparen. In der Regel seien diese Camper dann auch einsichtig, berichtet Deibert.

Zudem gibt es in Bernau an der Tennishalle in der Buchenstraße einen weiteren, privat betriebenen Wohnmobilpark, wo Camper ihr Nachtquartier aufschlagen können.

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