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Bekannt aus Bully Herbigs Film

Wickie-Schiff „Freya“ muss zur Reparatur nach Wasserburg - wird es wieder an den Chiemsee zurückkehren?

Die Freya braucht dringend eine Frischekur, damit die mutigen Wikinger wieder in See stechen können, hier an Bord in ihren Kostümen Lothar Böhm und Martin Hottner aus Bruckmühl, Manfred Enderle aus Ebbs und Wolfgang Nöbauer aus Schechen (von links).
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Die Freya braucht dringend eine Frischekur, damit die mutigen Wikinger wieder in See stechen können, hier an Bord in ihren Kostümen Lothar Böhm und Martin Hottner aus Bruckmühl, Manfred Enderle aus Ebbs und Wolfgang Nöbauer aus Schechen (von links).
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Das Winkingerschiff „Freya“ aus Bully Herbigs Kinofilm „Wickie“ liegt momentan im Schramlbad in Prien vor Anker. Demnächst wird es der Tieflader mitnehmen. Was die Hintergründe sind und ob Freya wieder an den Chiemsee zurückkehrt.

Prien – Das Wikingerschiff Freya muss aus dem Chiemsee gehievt werden und zum großen TÜV. Das könnte teuer werden. Weil die Corona-Zwangspause bei der engagierten kleinen Schar um die Gesellschafter Lothar Böhm, Manfred Eckerl und Dr. Peter Miesbeck sowieso schon für schweren Seegang sorgte, könnte es jetzt eng werden um die Zukunft der Original-Kulisse aus dem Kinofilm „Wickie und die starken Männer“ von Bully Michael Herbig.

Von der Filmkulisse zum Touristenboot

Die wilden Wikinger verbreiteten einst Angst und Schrecken auf den nördlichen Inseln und in den Ländern entlang des atlantischen Ozeans. Das nachempfundene Wikingerschiff Freya und die circa 15-köpfige Crew in ihrer Wikinger-Verkleidung dagegen sorgen am bayerischen Meer seit fünf Jahren für das Gegenteil. Nämlich für Spaß und Freude, mit dem außergewöhnlichen Schiff über den Chiemsee zu schippern.

Das Schiff ist von einem Kulissenbauer in Steinhöring eigens für Herbigs Kinofilm gebaut worden, berichtet Lothar Böhm bei einem Treffen im Priener Schramlbad, wo die Freya vor Anker liegt. Und genau da wird es knifflig, denn: „Es ist nicht für die Ewigkeit gebaut worden, man hat nicht damit gerechnet, dass es noch jahrelang fahren wird“, so Böhm.

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Nach den Dreharbeiten sei die Freya erst einmal einige Jahre „rumgestanden“, bevor es Dr. Miesbeck im Jahr 2016 vom Walchensee zur Jahresausstellung „Wikinger!“ in den Lokschuppen holte. Die OVB-Heimatzeitungen hatten damals in einer Osteraktion einen Wettbewerb für einen neuen Namen ausgeschrieben. Aus knapp 900 Einsendungen gewann der Vorschlag „Wikerl“ von Petra Fuchs aus Kolbermoor.

Nach der Ausstellung kam die Freya – dieser Name steht bis heute auf den Planken – an den Chiemsee. Das Schiffsgerippe wurde baulich verstärkt und für die Fahrgastbeförderung zugelassen. Dort pflügte das Boot fortan als Touristen-Attraktion durchs Wasser – bis Corona dem ganzen Geschehen erst einmal ein Ende bereitete.

Der ganze Unterbau muss begutachtet werden

Nach fünf Jahren steht nun auch noch erstmals eine sogenannte Revision an, das ist eine Art „großer TÜV“, wie es Böhm beschreibt. Das heißt, das Wikingerschiff muss aus dem Wasser geholt und der ganze Unterbau genau begutachtet werden.

Um mit der Freya weiterhin fahren zu dürfen, ist Böhm und seinen Mitstreitern klar, sind einige Reparaturen notwendig.

„Hülle und Rumpf sind intakt, aber trotzdem gibt es beim Birkensperrholz einiges an Reparaturbedarf“, schildert Böhm. Er und seine Crew wollten so viel als möglich in Eigenarbeit leisten. Doch sagt er: „Ich habe nicht auf den Schlag 20 Bootsbauer und Handwerker.“ Er geht davon aus, dass rund 40.000 bis 100.000 Euro an Kosten für die Reparatur anfallen könnten. Nun suchen die Gesellschafter Partner und Unterstützer. Alle, die an dem Vorhaben beteiligt sind, haben eigentlich einen Vollzeitjob.

Kinderstrahlen gibt ganz viel zurück

Einer der Schiffsführer, Wolfgang Nöbauer, bezeichnet sie als „Idealisten, die mit Herzblut dabei sind“ und „nette Community“. Was ihn als Skipper dazu bewogen hat, beim Wikingerschiff Freya anzuheuern? Das beschreibt er mit einem Erlebnis: „Wir lassen bei den Fahrten ja auch Kinder ans Steuer. Da war einmal ein Bub dabei, der am Down-Syndrom erkrankt war. Seine Freude und sein Strahlen waren so schön, das gibt einem ganz viel zurück“, sagt Nöbauer.

Außerdem, so fährt er fort, mache ihm das alles sehr viel Spaß Jeder in der Crew steuere sein Wissen und seine Fertigkeiten bei.

Erst nächstes Jahr wieder in Fahrt

Einen Platz, wo die Freya repariert werden soll, gibt es bereits. Laut Böhm stellt eine Wasserburger Firma eine Fläche dafür zur Verfügung.

Noch lieber wäre es den Mann natürlich, es gäbe einen Platz direkt in der Nähe des Chiemsees. Das würde die Sache vereinfachen und die Transportkosten deutlich senken. Für den Abtransport der Freya ist auf jeden Fall ein Tieflader notwendig.

Eine „Besonderheit“ für den Tourismus in Prien

Ziemlich sicher ist, dass das Wikingerschiff voraussichtlich erst nächstes Jahr wieder Fahrt aufnehmen wird, erklärt Böhm.

Priens Tourismus-Chefin Andrea Hübner nennt das Wikingerschiff „eine Besonderheit“ und sieht es als bedeutendes Angebot im Ort: „Es ist ein Anziehungspunkt.“ Nicht nur seiner Form wegen, sondern auch, weil das Wikingerschiff Kinofilm-Schauplatz war. „Es gibt viele Leute, die sich Drehorte anschauen, das Wikingerschiff interessiert“, sagt sie. In der Branche werde das dem sogenannten Filmtourismus zugeordnet. Sie würde es für das touristische Angebot in der Marktgemeinde auf jeden Fall bedauern, würde das Wikingerschiff vom Chiemsee verschwinden.