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Einwände gegen Bebauungsplan

Widerstand gegen Malerwinkel-Hotel wächst: Warum auch Gstadt Bedenken hat

Die Umbaupläne stoßen auf Widerstand, da viele Einwände noch nicht geklärt sind.
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Die Umbaupläne stoßen auf Widerstand, da viele Einwände noch nicht geklärt sind.
  • VonElisabeth Kirchner
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Der geplante Neubau des Seebrucker Hotels wird auch in anderen Gemeinden kritisch betrachtet. Der Gstadter Gemeinderat verabschiedet eine Stellungnahme mit Einwänden gegen den Bebauungsplan.

Gstadt – Einstimmig haben die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung eine Stellungnahme mit einigen Bedenken hinsichtlich des Radwegs, der Grundwasserströme und der Gebäudegestaltung, die den geplanten Neubau des Hotels Malerwinkel bei Seebruck betreffen, verabschiedet. Zuvor hatte Bauamtsleiter Hans-Joachim Kaiser den Sachstand bei dem Bauvorhaben zusammengefasst.

Schon im Dezember vergangenen Jahres wurde der Gemeinderat in Gstadt darüber informiert, dass es auf der Homepage der Gemeinde Seeon-Seebruck möglich sei, Einsicht in die Verfahrensunterlagen zu nehmen. Kaiser erklärte, dass laut vorliegender Bauleitplanung die „meine Volksbank Raiffeisenbank eG“ als Eigentümerin der Immobilie die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Abbruch des bestehenden Gebäudes und den Neubau eines Hotels mit Restaurant, Spa und Tiefgarage schaffen wolle.

Viele offene Fragen zum Uferweg

Der Bauamtsleiter zeigte die Umbaupläne auf: So soll sich der U-förmige Baukörper – die Fassadenverkleidung ist gekennzeichnet durch ein umlaufendes Bundwerkmuster aus Holz – zum See hin öffnen und eine große Freiterrasse umschließen. Zum Hotel und Restaurant kommen laut den Plänen noch ein sehr großer Spa- und Wellness-Bereich, eine Tiefgarage und ein Kiosk direkt am bestehenden Rad- und Wanderweg am Chiemsee dazu. Im Flächennutzungsplan soll das Plangebiet künftig als Sondergebiet „Fremdenverkehr“ festgesetzt werden.

Die Bedenken der Ratsmitglieder ließen nicht lange auf sich warten. Michael Rappl (Freie Wähler) kritisierte, dass das Vorhaben im Quellgebiet liege. Auch wenn die Tiefgarage drei bis vier Meter unter dem See liege und damit die Massivität des Gebäudes untergraben werde, dürften die Grundwasserströme nicht beeinträchtigt werden.

Christian Summerer (Bürgerliste) missfiel die Fassadengestaltung. Er forderte, dass der Radweg als Rad- und als Rettungsweg erhalten bleiben müsse. Josef Gartner (Freie Wähler) schloss sich dieser Ansicht an: „Der Radweg muss als öffentlicher Rad- und Gehweg rechtlich gesichert sein.“ Außerdem wollte er wissen: „Was ist mit dem Uferweg während der Bauphase?“ Überhaupt, so der Gemeinderat, finde er das ganze Bauvorhaben „fragwürdig“. Das habe nichts mit dem Malerwinkl zu tun.

Florian Pletzenauer (Freie Wähler) forderte, den Uferweg auch während der Bauphase offen zu lassen. Sein Fraktionskollege Hans Obinger regte an, dass für den Fall einer Umleitungsstrecke die Verkehrssicherung zu klären sei: „Wir machen das nicht.“

Geplante Gestaltung „nicht ortsüblich“

Dominikus Schneider (Freie Wähler) hakte beim Söller Graben nach. Die Entwässerung dürfe nicht beeinträchtigt werden. Auf Nachfrage von Maximilian Heindl (Bürgerliste) erklärte Bürgermeister Bernhard Hainz (Freie Wähler), dass die Gemeinderatsmitglieder von Gstadt nur Bedenken äußern könnten. Es habe geheißen, so Hainz weiter, dass sich der neue Gebäudekomplex in die Landschaft einfügen soll. Er habe „nichts gegen die Pläne an sich“, finde aber den Eingriff „zu massiv“. Die Gestaltung entspreche in seinen Augen nicht dem typischen Dreiseithof oder Bundwerkstadel.

Nachdem keine weiteren Wortmeldungen erfolgten, fasste Bauamtsleiter Kaiser die Bedenken für die gemeindliche Stellungnahme zusammen. Der Uferweg sollte dauerhaft als öffentlicher Fuß- und Radweg rechtlich gesichert sein – und das auch in einer für einen Rettungsweg notwendigen Breite. Während der gesamten Bauzeit sollte nach Möglichkeit der Uferweg benutzbar bleiben. Im Falle einer notwendigen Sperrung soll die Gemeinde Gstadt über die geplante Umleitungsstrecke informiert werden. Für die Verkehrssicherung einer etwaigen Umleitungsstrecke im Gemeindebereich von Gstadt sei die Verantwortung vom Bauherrn zu übernehmen.

Desweiteren dürfe durch das Bauvorhaben keine Beeinträchtigung etwaiger Grundwasserströme erfolgen und die Entwässerungsfunktion des Söller Grabens dürfe ebenfalls nicht beeinträchtigt werden. Die geplante Gestaltung des Gebäudes wird als nicht ortsüblich angesehen. Aufgrund der prägnanten Lage am Chiemsee werde eine Überarbeitung angeregt. Einstimmig stimmten die Gemeinderäte dieser Vorlage zu.

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