Wie der Freistaat in Chieming den Blick in die Vergangenheit fördert

Ortsheimatpfleger Hubert Steiner zeigt neben der Stele „Inselblick“ den Flyer, auf dem die 20 historischen Stätten und Denkmäler genannt sind.
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Ortsheimatpfleger Hubert Steiner zeigt neben der Stele „Inselblick“ den Flyer, auf dem die 20 historischen Stätten und Denkmäler genannt sind.

Über Chiemings Ortsgeschichte können sich Einheimische und Urlauber künftig noch besser informieren: 20 Tafeln zeigen, was Chieming in der Vergangenheit geprägt hat. Und auch das Smartphone ist dabei hilfreich.

Von Arno Zandl

Chieming – Dem engagierten Ortsheimatpfleger Hubert Steiner (78) ist ein „Meilenstein“ zur Dokumentation der Chieminger Ortsgeschichte gelungen. 20 Geschichtstafeln an Kirchen, Kapellen und geschichtlich bedeutsamen Standorten informieren neuerdings über die Vergangenheit des Dorfes – und das sogar digital.

Mittlerweile sind bereits sieben Aktionen zur Ortsgeschichte durch die Lokale Arbeitsgruppe (LAG) Chiemgauer-Seenplatte gefördert worden. Die neuen Schilder hängen im Rathaus, am Heimathaus und dem Haus des Gastes über die Hintergründe. Außerdem vor den vier Kirchen des Gemeindegebiets, sowie vor den neun Kapellen, die zur Gemeinde Chieming gehören.

QR-Codes für Smartphones und ein virtueller Spaziergang

Auch das ortsprägende Gebäude Hofmarkschloss, die gegenüberliegende Triebwerksanlage, das sogenannte Schlosserhäusl, das Landschulheim Schloss Ising sowie der „Inselblick“ neben dem Fernrohr am Haus am See wurden von Mitarbeitern des örtlichen Bauhofs mit informierenden Tafeln versehen.

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„Um den modernen Mediennutzern gerecht zu werden, haben wir bei den Informationen über Kirchen und Denkmäler noch QR-Codes angefügt, mit denen weitere Infos und Verlinkungen möglich sind“, sagte Steiner bei der Präsentation der Infotafeln.

Flyer mit Übersichtskarte

In der Tourist-Info liegen zusätzlich Flyer aus, die die 20 geschichtsträchtigen Stätten im Chieminger Gemeindegebiet auf einer Übersichtskarte zeigen. In ihnen sind auch Informationen über die zurückliegenden Aktionen enthalten: In allen 34 Ortsteilen der Gemeinde wurden wieder die historischen Ortstafeln und an 150 Bauernhäusern die blauen Geschichtstafeln angebracht.

Doch nicht nur Schilder informieren: Im Haus des Gastes zeigt eine Bildergalerie die Entwicklung der Sommerfrische. Zudem führen zwei Videofilme in einem virtuellen Spaziergang durch das Dorf. So kann Chiemings Geschichte auch mit dem Smartphone erkundet werden.

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Finanziert wurden die Projekte je zur Hälfte durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie durch die Gemeinde Chieming.

Steiner blickt bereits auf das nächste Projekt. Zum Thema „Römerregion Chiemsee“ werden elf Gemeinden rund um den Chiemsee die römische Vergangenheit ihrer Orte zeigen. „In Chieming werden die wichtigsten steinernen Zeugnisse aus der römischen Vergangenheit präsentiert, da bei uns die meisten römischen Inschriftensteine gefunden wurden“, sagt der Chieminger Ortsheimatpfleger.

Elf Gemeinden zeigen ihre römische Geschichte

Voraussichtlich im Spätherbst werde die nächste Aktion der LAG Chiemgauer-Seenplatte starten, bei der in Chieming und in den Gemeinden der Chiemgauer Seenplatte erneut das historische Interesse von Einheimischen und Gästen geweckt werden soll.

Wer mehr über Chiemings Historie wissen möchte, findet auf der Internetseite des Vereins „Freundeskreis Heimathaus Chieming e.V.“ viele Informationen.

Bis Ende September bietet Steiner jeden Donnerstag um 10 Uhr eine kostenlose historische Dorfwanderung an, bei der „die Geschichte zum Anfassen“ erklärt wird. Treffpunkt ist immer das Haus des Gastes.

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