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Ausblick auf die Saison 2022

Wie der Chiemgau Tourismusverein künftig auf Klasse statt Masse setzen will

Den Tourismus im Chiemgau will der Landkreis mit einer Million Euro fördern. Auch das Alzbad in Truchtlaching gehört zu den Attraktionen der Region.
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Den Tourismus im Chiemgau will der Landkreis mit einer Million Euro fördern. Auch das Alzbad in Truchtlaching gehört zu den Attraktionen der Region.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Erneut will sich der Landkreis Traunstein mit einer Million Euro an den Aktivitäten des Chiemgau Tourismusvereins beteiligen. Zur jüngsten Sitzung befürwortete der Kreisausschuss, diese Summe an den Verein fließen zu lassen. Und das, obgleich das vergangene Jahr touristisch eher verhalten ausfiel.

Traunstein – Einblick in Zahlen einer „aufgewühlten Zeit“ in den vergangenen zwei Jahren“ gab Stephan Semmelmayr, Geschäftsführer des Chiemgau Tourismusvereins. Die Situation im laufenden Jahr werde das Motto „Klasse statt Masse“ prägen. Will heißen: Nicht mehr die Übernachtungs- und Umsatzzahlen sollen Vorrang haben, sondern die Wertschöpfung.

Dickes Minus nach Rekordzahlen

An den Übernachtungszahlen während der Coronapandemie ließen sich die Erschütterungen ablesen, welche diese Phase im Tourismusgeschäft ausgelöst habe. 2020 seien noch Rekordzahlen erzielt worden, 2021 ein „dickes Minus“. Der Geschäftsführer berichtete: „Wir haben den gesamten Winter verloren. Der Chiemgau ist eine der wenigen Regionen in Bayern, die winterlastig sind. Ruhpolding, Reit im Winkl und Inzell haben null Umsatz gemacht.“ Dennoch stehe der Chiemgau im Vergleich zwischen 2019 und 2021 „gar nicht so schlecht“ da. Andere Regionen hätten viel mehr gelitten.

Buchungen nehmen an Fahrt auf

Zur aktuellen Lage führte der Semmelmayr aus: „Unsicherheit ist für die Buchungssituation Gift.“ Anfang 2022 seien die Buchungen noch nicht besonders gelaufen, im März dafür deutlich besser. Für den Sommer herrsche noch Unsicherheit – nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen des Kriegs in der Ukraine. Sein Fazit: „Die Menschen sind vorsichtig. Aber der Optimismus kehrt nach und nach zurück.“

Nach den Worten Semmelmayrs bietet der Chiemgau das richtige Produkt für neue Reisemotive – Regionalität, familiäre Beherbergungsbetriebe, somit alles, was Bayern ausmache. Erstaunlich sei: „Nach Umfragen wollen 43 Prozent der Leute umwelt- und sozialverträglich reisen. Zwei Drittel der Deutschen planen, 2022 zu verreisen, davon ein Drittel in Deutschland. Das ist eine satte Steigerung. Der Chiemgau wird davon profitieren.“ Ziel ist nach Semmelmayer: „Wir wollen weniger Gäste, aber mehr vom und für den Gast. Wir wollen die Gäste halten, die uns wegen Corona entdeckt haben und nicht nach Südtirol gefahren sind.“

Schwerpunkt auf Online-Kampagnen

Zur Mittelverteilung verwies der Tourismus-Experte auf geplante Online-Kampagnen, in die 265.000 Euro fließen sollen. Diesen Schwerpunkt begründete der Geschäftsführer damit, dass 70 Prozent der Reisen digital gebucht würden. Insgesamt investiere der Chiemgau Tourismusverein heuer mehr als 1,85 Millionen Euro in seine Aufgaben. Neben der Million vom Landkreis kommen 500.000 Euro von den Kommunen.

Authentizität der Region in den Mittelpunkt stellen

Drittes Finanzierungsstandbein sind Kooperationen und Beteiligungen von Partnern wie Bergbahnen, Brauereien und Golfclubs mit einem Gesamtumfang von 200.000 Euro. Weitere knapp 200.000 Euro stammen aus von der EU geförderten Projekten.

Mit Blick auf die Zahlen stellte Traunsteins Landrat Siegfried Walch fest: „Wir sind am besten aus der Corona-Krise herausgekommen.“ Künftig gelte es, die Authentizität der Region sowie ihre Natur in den Mittelpunkt zu rücken und nicht wie andernorts „die hundertste Skischaukel zu bauen“.

Anbindung an den Nahverkehr

Kreisrat Andreas Füssel (AfD) interessierte sich mehr für das Radwegenetz. Dazu sagte der Landrat, mit den Kommunen sei viel für eine Premium-Radregion getan worden. Die Gemeinden stünden dieser absolut positiv gegenüber – auch, weil die heimische Bevölkerung davon großen Nutzen habe.

Dr. Lothar Seissiger, (FW/UW) erkundigte sich nach der Rolle des öffentlichen Nahverkehrs bei der Anreise in den Chiemgau. Dazu Stephan Semmelmayr: „Deutschland ist eine Autofahrernation. Wir spüren das.“ Er verwies auf einen Praktikanten des Vereins, der derzeit prüfe, wie der Chiemgau von München aus mit dem öffentlichen Nahverkehr erreicht werden könne. Weiter werde es von Trostberg aus Radtouren mit Anreise per geben.

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