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Angebot der Caritas

Wie das Haus Nala in Prien jungen Frauen hilft, im Leben zurechtzukommen

Aus dem ehemaligen Pfarrerhaus ist das Haus Nala geworden.
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Aus dem ehemaligen Pfarrerhaus ist das Haus Nala geworden.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Hilfe und Unterstützung finden junge Frauen und Mädchen im Priener Haus Nala, um sich auch ohne Hilfe im Leben zurechtzufinden. Dabei war die Einrichtung ursprünglich für einen anderen Zweck vorgesehen.

Prien – Für Mädchen und junge Frauen mit psychischen Erkrankungen gibt es neuerdings in Prien eine Zufluchtsstätte und eine Chance auf eine bessere Zukunft. In ehemaligen Pfarrerhaus in der Hallwanger Straße 38 c bietet das Caritaszentrum Rosenheim im Rahmen der Jugendhilfe im „Haus Nala“ vier Wohnplätze mit Teilbetreuung an. Es wendet sich an junge Frauen, die noch nicht in der Lage sind, ein eigenständiges und selbstverantwortliches Leben zu führen, informiert das Caritas-Zentrum Rosenheim.

Hoffen auf Spenden für Zusatzangebote

Vor Kurzem stellte die Caritas das neue Angebot im Rahmen eines Tages der offenen Tür einem Fachpublikum vor. Genauso wichtig ist es dem Sozialpädagogen Uli Meyrl und seinem zweiköpfigen Team vor Ort, das Projekt den Prienern vorzustellen, wie sie sagen.

Vor allem auch deshalb, weil man auf die ein oder andere zusätzliche Unterstützung hofft. Grundversorgung und Betreuung der jungen Frauen sind über die Caritas abgedeckt. Kostenträger ist übrigens das Jugendamt.

Spenden für sinnvolle Angebote

Bei speziellen Angeboten, wie zum Beispiel Nachhilfe oder sinnvollen Freizeitangeboten, hofft man auf Spender. Solche würden von der Jugendhilfe nicht finanziert.

Im Haus „Nala“ werden Mädchen ab 16 Jahren aufgenommen, die an einer psychischen Erkrankung leiden beziehungsweise belastet sind und therapeutischen Bedarf haben, erklärt Meyrl. Das kann zum Beispiel selbst verletzendes Verhalten sein, aber auch Depressionen oder Angstzustände.

Oft kämen die betroffenen Mädchen aus einem schwierigen Elternhaus, schildert Sozialpädagogin Asmira Krzalic, die mit einer weiteren pädagogischen Kraft für die Betreuung der Mädchen vor Ort zuständig ist. Das heißt, zum Beispiel aus Familien mit Suchtverhalten, hoher Gewaltbereitschaft oder „ungesunden Beziehungen“.

Momentan wohnen zwei junge Frauen im Haus Nala. Eine davon ist eine 20-jährige Afrikanerin, die demnächst ab ihrem 21. Geburtstag ihr Leben auf eigene Beine stellen muss. Ursprünglich hatte die Caritas laut Meyrl das Haus für weibliche unbegleitete minderjährliche Flüchtlinge gegründet.

Dramatische Dinge erlebt

Die jungen Frauen hätten auf der Flucht oft dramatische Dinge erlebt. Dramatischer als all jenes, wovor sie aus ihrem Heimatland geflohen waren, sagt der Sozialpädagoge. Da in Europa die Grenzen zwischenzeitlich mehr oder weniger dicht seien und weit weniger Flüchtlinge über das „Einfallstor Rosenheim“ ankämen, habe die Caritas heuer ein neues Konzept im Haus Nala umgesetzt.

Deshalb ist auch bereits eine zweite junge Frau eingezogen. Sie ist 19 Jahre alt und stammt aus dem Chiemgau. Sie war von ihrer Heimatgemeinde in einem Zimmer untergebracht worden, weil die Eltern ihr kein Zuhause mehr bieten konnten. Nun soll sie im Haus Nala ihr Leben in den Griff bekommen, im September beginnt sie eine Berufsausbildung.

Die Nachfrage nach Hilfe steigt

Die Anfragen haben zugenommen, ob dies an gestiegenen Fallzahlen oder mehr Sensibilität für das Thema liegt, vermag Meyrl nicht einzuschätzen. Die Mädchen und jungen Frauen werden über das Jugendamt vermittelt. Nach mehreren Kennenlernrunden entscheiden beide Seiten – Caritas, die betroffene junge Frau und unter Umständen die Erziehungsberechtigten – ob es zu einem Einzug kommt. „Die Mädchen kommen und bleiben freiwillig“, betonen Meyrl und Krzalic.

Im Haus Nala gehe es darum, dass die Betreuten zum Beispiel Lebensgrundlagen wie sozialen Umgang, Tugenden wie Verlässlichkeit und den Umgang mit Finanzen erlernten, schildern die beiden Sozialpädagogen. Weiter gehe es darum, dass sie ihre Schul- und Berufsausbildung erfolgreich absolvieren. Wenn sie aus dem Haus Nala auszögen, würden sie ehrenamtlich nachbetreut. Grundsätzlich sollten sie dann aber soweit sein, dass sie eigenständig ihr Leben in den Griff haben. Die Caritas arbeite eng mit dem sozialpsychiatrischen Dienst (SPDI) in Prien zusammen. Der unterstützt auf Wunsch und Bedarf von therapeutischer Seite, etwa wenn es um ambulante oder stationäre Behandlungen geht.

Uli Meyrl und Asmira Krzalic in der Gemeinschaftsküche im Haus Nala. In dem geräumigen Haus gibt es Gemeinschaftsräume, die Mädchen und jungen Frauen haben aber auch ein Doppel- und zwei Einzelzimmer. Berger

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