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Kindern Mut machen

Wenn dem Leoparden die Flecken fehlen – Rimstingerin schreibt Kinderbuch

Die Autorin Claudia Schneider ist sichtlich stolz auf ihr Werk. Privat
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Die Autorin Claudia Schneider ist sichtlich stolz auf ihr Werk. Privat
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Kinderbücher gibt es viele, doch aus Rimsting kommt ein ganz besonderes: Claudia Schneider möchte Kindern mit auf den Weg geben, dass sie gut sind, so wie sie sind. Mit einem Leoparden und einer Gazelle.

Rimsting – Claudia Schneider ist eigentlich Drehbuchautorin, Dramaturgin und Regisseurin. Schon lange hatte Sie die Idee, ein Kinderbuch zu schreiben. „Vor allem aber in der Zeit, in der ich an der Macromedia Hochschule unterrichtet habe“, sagt die 40-Jährige. Immer wieder hatte sie Schüler mit starken Selbstzweifeln.

Das Thema ist ihr selbst nicht fremd, als Kind sei es ihr ebenso ergangen, erzählt sie im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. „Deshalb bin vermutlich auch so sensibilisiert bei Menschen, die nicht an sich selbst glauben“, sagt Schneider. Jungs seien bei ihrem Vater wertvoller gewesen als Mädchen, aber sie war nun mal eins.

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„Es gibt mannigfaltige Gründe, warum man an sich zweifelt“, sagt die Rimstingerin. Schade findet sie das, denn diese vermeintlichen Gründe können Menschen von der Kindheit an prägen.

Erfahrungen prägen lebenslang

„Als Erwachsener krieg ich das ganz schlecht raus, was ich damals Negatives erlebt habe“, findet die Autorin. Einen Ratgeber für Erwachsene wollte sie daher nicht schreiben, es sollte von Anfang an ein Kinderbuch werden. „Eine Herzensangelegenheit, weil bei Kindern der Ursprung liegt, sodass sie starke Erwachsene werden“, sagt Schneider.

Die Idee habe sie schon vor Jahren gehabt, auch einen groben Entwurf. „Es sollte um ein Tier gehen, das einen Makel hat“, sagt Schneider. So sei sie auf den Leoparden gekommen, der keine Flecken hat und ganz alleine dasteht. Bis er auf die kleine Gazelle Joki trifft, der seine Familie verloren hat und ja eigentlich auch eine Beute für Leoparden ist. „Eigentlich ist das Paar ganz unspektakulär entstanden“, sagt die Autorin.

Unerwartete Unterstützung

Auch Schneider erhielt unerwartete Unterstützung. Ende 2019 hatte eine Freundin Schneider dann angeboten, ihr mit der Grafik zu helfen.

Für sie ein Zeichen und die Initialzündung für ihr Projekt. Binnen eines halben Jahres wurde ihr Buch fertig. Inzwischen gibt es sogar ein Hörbuch und auch einen zweiten Teil. Aktuell ist die englische Version in der Produktion.

Das Buch vertreibt Claudia Schneider selbst, nebenbei zu ihrem regulären Job. Eigentlich bräuchte sie nun Unterstützung, da ihr Buchprojekt nun größer wird, als erwartet.

Social Media nicht hilfreich

Die Nachfrage nach ihrem Buch sei womöglich auch da, weil der gesellschaftliche Druck zugenommen habe. „Social Media hat sicher die Auswirkung gehabt, dass viele junge Menschen so sein wollen, wie ihre dortigen Vorbilder“, findet Schneider. Dahinter stecke aus ihrer Sicht ein innerer Mangel, der kompensiert werden wolle. Zu denken „ich bin gut, so wie ich bin“, das werde immer seltener.

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Wenn es nur eine Handvoll Kinder sei, die sie bestärken könne mit Kaju und Joki, dann sei das schon ein Erfolg für sie. Schneider selbst unterrichtet. Ob das nicht ein manchmal Zwiespalt sei, Mut machen und gleichzeitig Autoritätsperson zu sein? „Ich gebe einfach nur weiter, was ich weiß“, wiegelt sie ab. Wenn jemand stören wolle, sei das dessen Entscheidung. Aber eigentlich komme das nie vor. Auf Augenhöhe zu sein, das sei ihr wichtig.

Kaju und Loki auf der Leinwand?

Claudia Schneider selbst hat noch Ambitionen: „Ich hab immer im Kopf, dass die beiden mal über die Leinwand laufen werden.“ Erste Kontakte habe sie schon geknüpft.

„Am liebsten würde ich ein Buch nach dem anderen schreiben“, sagt Schneider. Am liebsten sollen Kaju und Joki noch einige Abenteuer erleben.

Darum geht es in der Geschichte:

Als Kaju das Licht der Welt erblickt, gibt es gehörig Aufruhr im Leopardenbau, denn Kaju ist fleckenlos. Vom Rudel als der „Unglück bringende“ bezeichnet und nicht gewollt, steht er unter dem liebevollen Schutz seiner Mutter und seines Vaters. Doch als er auf der Flucht vor den Menschen seine Familie verliert, muss Kaju sich allein durch die Steppe schlagen. Alles ändert sich, als er auf Joki trifft. Ein junges Gazellenmädchen, das sich beim Angriff eines Löwenrudels versteckt gehalten und nun ebenfalls seine Herde verloren hat. Sie schließt sich ihm an und wird für den jungen Leoparden bald zu einer treuen, wenngleich ungewöhnlichen Begleiterin.

Zusammen begeben sie sich auf die Suche nach ihren Familien und geraten unterwegs in allerlei Gefahren, die diese beiden so unterschiedlichen und doch so ähnlich denkenden Weggefährten immer enger zusammenschweißen.

Kaju begreift bald, dass ihn seine Andersartigkeit besonders macht und dass mehr Stärke in ihm steckt, als es auf den ersten Blick scheint. Und sie lernen, dass man nie zu klein sein kann, um den Zeichen zu folgen und um die Welt zu umarmen, wenn man einen Traum hat. Eine ungewöhnliche Freundschaft findet ihren Weg und zu guter Letzt auch die Familien der beiden.

„Kaju und Joki nehmen kleine Menschen mit auf eine Entdeckungsreise, die zu innerer Stärke und Selbstbewusstsein führt. Alles ist möglich, wenn man daran glaubt und Vorurteilen keinen Raum gibt“, sagt Claudia Schneider.

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