Verkehrs- und Verschönerungsverein zog Jahresbilanz - Aufenthalte werden immer kürzer

Weniger Übernachtungen, mehr Gäste

Staudach-Egerndach - "Die Gäste fühlen sich bei uns wohl", freute sich Bürgermeister Hans Pertl in der Jahresversammlung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Staudach-Egerndach. Dies machte er unter anderem an den vielen Gästeehrungen für langjährige Treue fest.

Er bedauerte allerdings den Bettenschwund in der Gemeinde, der auch für die sinkenden Übernachtungszahlen mitverantwortlich sei.

Obwohl die Übernachtungszahlen um 9,4 Prozent im vergangenen Jahr zurückgingen, stieg die Zahl der Gäste von 4623 auf 5174. Konnten 2013 noch 22108 Übernachtungen gezählt werden, so waren es im vergangenen Jahr nur mehr 20030, informierte der Vorsitzende des Verkehrsvereins, Helmut Stampfl. Dies zeige, dass die Aufenthaltsdauer der Gäste immer kürzer werde und von 4,8 auf 3,9 Tage im Durchschnitt zurückging.

Drei Standkonzerte mit der Musikkapelle Grabenstätt und Aufführungen des Trachtenvereins und der Goaßlschnalzer wurden in den Wirtsgärten bei schönem Wetter organisiert. Auch Wanderführungen wurden angeboten. Seit 2010 werde mit der Urlaubswelt Chiemgau ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis geführt und an Messen wie auch an der Raststelle Hochfelln an Urlauber verteilt, erinnerte der Vorsitzende.

Zur Thema Werbung berichtete Stampfl, dass die Zeitungswerbung zurückgehe, dafür das Internet interessanter werde. Vor allem die online gebuchten Aufenthalte nehmen stetig zu.

Auch heuer werden wieder 30000 Prospekte verteilt.

Auch heuer würden wieder 30000 Prospekte über die "Urlaubswelt" verteilt. In 2016 müsse wieder ein neuer Prospekt aufgelegt werden und über die "Urlaubswelt" sei die Gemeinde auf Messen vertreten. Zudem seien vier Standkonzerte geplant.

Stampfl verwies auf den neuen Verband "Private Gastgeber im Chiemgau". Der Tourismus in der Region lebe auch von den 2000 Privatvermietern, die 60 Prozent der Gästebetten stellen. Leider habe es in den letzten zwei Jahrzehnten einen riesigen Schwund an Betten bei ihnen gegeben, und diesem Umstand wolle der neue Verband entgegenwirken.

Über einige Veränderungen gab Bürgermeister Pertl Auskunft. So werde derzeit eine neue Webseite erstellt und der Link für den Tourismus neu gestaltet, wobei dann auch auf die Nachbargemeinden Marquartstein, Unterwössen und Schleching zugegriffen werden könne und deren Veranstaltungen ebenfalls abzurufen seien. Zudem sei angedacht, einen losen Verbund mit den Achentalgemeinden von Reit im Winkl bis Übersee einzugehen, damit auch die kleinen Orte in einem schlagkräftigen Verbund zusammenarbeiten.

Pertl hofft, dass 2016 die Fusion der Tourismusverbände Rosenheim und Traunstein möglich wird. Sein Anliegen sei, dass in die Ferienwohnungen, wo nötig, investiert werde und sie auf den neuesten Stand gebracht würden. Auch Vermieter seien Unternehmer und als Unternehmer müsse man investieren. Zum Bettenschwund meinte der Rathauschef, dass vielleicht wieder junge Vermieter hinzukommen, denn an Gäste zu vermieten, sei kein schlechtes Geschäft. Wichtig sei zudem, dass Unterkünfte im Internet buchbar sind.

Über die Arbeit im Verkehrsbüro berichtete Geschäftsführerin Maria Lässing. Neue Wandernadeln wurden besorgt und auch Ansichtskarten und Wanderkarten können im Büro gekauft werden. Ein neuer Computer erleichtere die Arbeit. tb

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