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Eine Welle der Solidarität

Schülerin leidet an Long-Covid: So wollen ihr ihre Klassenkameraden bei der Genesung helfen

Alles Gute! Die Spendenaktion der elften Klassen für Verwaltungsfachangestellte der Kaufmännischen Berufsschule in Traunstein brachte fast 1050 Euro zusammen. Das Geld ist für die Behandlung der an Long-Covid erkrankten Mitschülerin „Josi“ gedacht. In der Mitte der lebensgroße Plüschaffe, den Josi nachträglich zum 18. Geburtstag bekam. Auf dem T-Shirt des Stofftiers haben alle unterschrieben.
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Alles Gute! Die Spendenaktion der elften Klassen für Verwaltungsfachangestellte der Kaufmännischen Berufsschule in Traunstein brachte fast 1050 Euro zusammen. Das Geld ist für die Behandlung der an Long-Covid erkrankten Mitschülerin „Josi“ gedacht. In der Mitte der lebensgroße Plüschaffe, den Josi nachträglich zum 18. Geburtstag bekam. Auf dem T-Shirt des Stofftiers haben alle unterschrieben.

„Josi soll bald wieder gesund werden!“, das ist der erklärte Wunsch ihrer Klassenkameradinnen und -kameraden. Um diesen Wunsch wahr werden zu lassen, stellen die Schüler eine einfallsreiche Aktion auf die Beine.

von Arno Zandl

Traunstein – Eine außergewöhnliche Welle der Solidarität löst die Erkrankung einer Klassenkameradin in den beiden elften Klassen für Verwaltungsfachangestellte der Kaufmännischen Berufsschule in Traunstein aus. Denn „Josi“ leidet an den Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung.

„Wie viele von uns, erkrankte auch unsere Mitschülerin an Corona“, berichtet die Klassensprecherin Martina Drechsler aus der V 11b. Doch bei Josi (so der Spitzname der Mitschülerin, ihr wirklicher Name ist der Redaktion bekannt) habe der Virus so erhebliche Auswirkungen, dass sie bis heute nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen kann.

Nach den Zwischenprüfungen kam der Zusammenbruch

Nach der Positiv-Testung im Februar war „Josi“ sehr geschwächt. Sie gab ihr Bestes, sich trotz der andauernden Überanstrengungen durchzukämpfen, doch als das Ziel, die Zwischenprüfung abzulegen, erreicht war, ließen ihre Kräfte nach. Weder in die Schule noch in die Arbeit kann die erkrankte Auszubildende seitdem gehen.

Ende Juli hatte Josi, die in einer Behörde im Landkreis Altötting ihre Ausbildung macht, ihren 18. Geburtstag, aber an eine Party war nicht zu denken. „Sie klagte über anhaltende Schwächeanfälle, die sie vor ihrer Corona-Infektion so nicht kannte“, sagt ihr Klassenkamerad Erik Streck, der selbst schon dreimal mit Corona infiziert war. „Alltägliche Abläufe wie Essen, Treppensteigen oder sich sehr konzentrieren zu müssen, fallen Josi momentan sehr schwer“, äußert sich Klassenkameradin und Freundin Vroni Lindl. Mit ihrer Klassenleiterin Gabi Schwachhofer hat die Klasse schon vor einiger Zeit eine Genesungskarte für Josi gestaltet und überreicht.

Die Frage nach der richtigen Behandlungsmethode

Eine Möglichkeit zur Verbesserung von Josis Gesundheit wäre eine Reha in einer Spezialklinik, „allerdings gibt es aufgrund begrenzter Plätze und erhöhter Nachfrage eine endlose Wartezeit“, so Emma Frank, eine mit Josi befreundete Klassenkameradin. Die Krankenkasse übernähme keine Kosten, und die Familie müsse auf eigene Faust handeln, heißt es aus dem Umkreis der Familie. Josi müsse sich deshalb nun zwischen mehreren kostenintensiven Behandlungsmöglichkeiten entscheiden.

Spendenaktion soll Teil der Behandlung finanzieren

Emma Frank machte ihren Klassenkameraden aus der V 11b und der Parallelklasse gegenüber schließlich den Vorschlag, einen Kioskverkauf aufzustellen, um Spendengelder für die Behandlungskosten von Josi zu sammeln. So organisierten die beiden Parallelklassen mit ihrer Kontaktlehrerin der Schülermitverantwortung, Marina Schwedt, eine dreitägige Spendenaktion.

Dabei brachten die Schüler verschiedene selbst gebackene Kuchen und herzhafte Gerichte von zu Hause mit, die sie in den Pausen zum Verkauf anboten. „Auch von den Betreibern der Schulmensa erhielten wir durch gespendete Wasserflaschen Unterstützung“, so Emma Frank.

Verkaufs- und Spendenaktion ist toller Erfolg

„Alle unsere Erwartungen wurden vielmals übertroffen.“, ergänzt Martina Drechsler. „Erreicht wurden 1043,15 Euro“, bilanzierte Studienrätin Marina Schwedt die Einnahmen der Hilfsaktion. Zudem stellte die Klasse einen Antrag an den Förderverein der Schule für eine weitere Unterstützung. Eine Entscheidung darüber steht noch aus.

Demnächst steht ein persönlicher Besuch von einigen Klassenkameraden bei Josi auf dem Programm. Ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk wurde ihr bereits übergeben: ein Plüschaffe in Menschengröße, dem ein T-Shirt mit der Aufschrift Josi und den Unterschriften aller Mitschüler angezogen wurde.

Der größte Wunsch ist die Gesundung

„Wir alle aus den beiden elften Verwaltungsklassen – die Schüler und die Lehrer - würden uns sehr freuen, wenn Josi im kommenden Schuljahr wieder gesund bei uns in der Klasse wäre“, fasst Klassensprecherin Martina Drechsler die Gemütslage zusammen. Eines ist sicher: Die Solidaritäts-Aktion lässt den Zusammenhalt der gesamten Schulfamilie an der Kaufmännischen Berufsschule beeindruckend spürbar werden. Auch Josi selbst war überwältigt von der Aktion der letzten Schultage und dankte allen.

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