Weidach Straße in Prien wird ab Mitte September voll gesperrt

Die marode Fahrbahn der Weidachstraße wird ab Mitte September erneuert. Der schmale Gehweg wird auf zwei Meter verbreitert und durch ein Hochbord von der Straße getrennt.
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Die marode Fahrbahn der Weidachstraße wird ab Mitte September erneuert. Der schmale Gehweg wird auf zwei Meter verbreitert und durch ein Hochbord von der Straße getrennt.

Wenn die Ferien zu Ende und die meisten Urlauber wieder weg sind, beginnt der Markt Prien mit einer Baustelle, die viele Autofahrer auf eine harte Probe stellen wird. Die Weidach Straße im Norden der Marktgemeinde wird generalsaniert und deshalb ab 14. September für den gesamten Verkehr gesperrt.

Von Dirk Breitfuß

Prien –Die Weidach Straße ist eine hochfrequentrierte Verbindung zwischen Prien und Rimsting. Einheimische und Ausflügler, die im Navi den kürzesten Weg programmiert haben, nutzen sie als Verbindung zwischen dem Markt Prien und dem Nordufer des Chiemsees als eine Art inoffizielle Ortsumgehung von Rimsting. Ab 14. September bleibt dieser Weg versperrt – im ungünstigsten Fall bis weit ins Frühjahr 2021.

Eine Baufirma aus Altenmarkt, die das wirtschaftlichste Angebot im Rathaus abgegeben hatte, saniert die Straße auf einer Länge von knapp 800 Metern zwischen der Prienbrücke an der nördlichen Gemeindegrenze und der Einmündung des Fliederwegs im Süden. 931 000 Euro kostet die Instandsetzung. Ein Großteil dieser Summe sind sogenannte förderfähige Kosten. Weil es um eine so genannte Gemeindeverbindungsstraße geht, kann der Markt Prien mit einer Förderquote von 53 Prozent kalkulieren.

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Bauamt und Kämmerei hatten im Haushalt 1,7 Millionen Euro für die Weidach Straße angesetzt. Das Angebot der Baufirma, die den Zuschlag bekam, lag aber um etwa 40 Prozent unter diesem Ansatz, während die meisten Mitbieter fast punktgenau den Ansatz der Gemeinde getroffen hatten.

Die Weidach Straße muss zur Erneuerung der alten, maroden Wasserleitung etwa 70 Zentimeter tief ausgegraben werden. Damit die Bagger schnell arbeiten können, ist die Vollsperrung nötig, weil sonst der vorbeifließende Verkehr die Arbeiten im Radius der Bagger laufend behindern würden, erklärt Tiefbau-Chef Tobias Kollmannsberger im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Die neue Wasserleitung wird 15 Zentimeter Durchmesser haben, fünf mehr als die alte. Damit kann deutlich mehr Wasser durch die Rohre fließen als bisher.

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Die Fahrbahn wird zugunsten der Fußgänger enger. Bisher verläuft nur ein 50 Zentimeter schmaler Asphaltstreifen östlich der Fahrbahn. Der neue Gehweg wird zwei Meter breit und bleibt offiziell ein Gehweg. Denn für kombinierte Geh- und Radwege wären 2,5 Meter Mindestbreite zwingend. Auf der Weidach Straße verläuft eine ausgeschilderte Alternativroute des Chiemsee-Rundwegs. Radler müssen offiziell auch künftig auf der – dann auf 5,8 Meter verengten – Fahrbahn bleiben. In der Praxis nutzen viele von ihnen schon heute den Gehweg, wenn gerade keine Fußgänger unterwegs sind. Für einen breiteren Geh- und Radweg hatte der Markt Prien im Vorfeld nicht die nötigen Grundstücke erwerben können.

Der alte Gehweg ist von der Fahrbahn durch eine schmalen Grünstreifen getrennt. DAmit die Fahrbahn nicht noch enger wird, der Gehweg aber breiter werden kann, grenzen beide in Zukunft direkt aneinander. Der neue Weg für Fußgänger wird aber als sogenanntes Hochbord gebaut, also mit Granitsteinen abgetrennt etwas höher angelegt als die Straße. Zur Entwässerung der Fahrbahn werden Rigolen eingebaut, damit Regenwasser im Erdreich versickern kann. Bisher gibt es in der Weidach Straße gar keine Entwässerungseinrichtungen, das Wasser fließt bei Regen zum Großteil in die Wiesen und Felder.

Pflasterbarrieren im Asphalt verschwinden

Eine gute Nachricht hat Kollmannsberger noch für manchen Lärm geplagten ASnwohner. Die gepflasterten Barrieren, die vor vielen Jahren an mehreren Stellen in der Weidach Straße eingebaut worden sind, um das Termpo der Autos zu drosseln, werden beim Umbau entfernt., Sie haben sich als nicht effektiv erwiesen und nur Lärm verursacht, wenn Autoreifen über das Pflaster gerattert sind.

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Wie lange die Vollsperrung dauern wird, ist noch nicht abzusehen. Die Baufirma wird zwar voraussichtlich mit viel Personal anrücken und könnte dann entsprechend schnell vorankommen. Im ungünstigsten Fall könnten sich die Arbeiten aber bis in den Mai 2021 hinziehen.

Schleichwege für Ortskundige gibt es so gut wie gar nicht. Der Umleitungsverkehr wird offiziell über Rimsting fließen. Die Anwohner der Weidach Straße hat die Gemeinde schon per Brief vorgewarnt. Sie sollen über Details in Kenntnis gesetzt werden, sobald der sogenannte Bauzeitenplan fertig ist.

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