Wehr verspricht Schutz rund um die Uhr

Vereinsvorsitzender Stefan Berres(rechts) ehrte – vor dem Corona-Katastrophenfall – Tobias Plenk, Fred Waschin, Wolfgang Lindlacher und Max Posselt (von links). vom Dorp

„Die Gemeinde steht voll hinter Euch“, sagte Bürgermeister Marc Nit-schke in der Jahresversammlung der Überseer Feuerwehr – schon vor dem Corona-Katastrophenfall – im Gasthof Hinterwirt.

Die Gemeinde wisse es zu schätzen, dass die Aktiven Gesundheit und Leben bei den Einsätzen für die Bürger riskieren. Als Zeichen hoher Wertschätzung und Vertrauens bewertete der Rathauschef den Investitionsschritt von drei neuen Fahrzeugen in diesem Jahr.

Feuerwehrvereinsvorsitzender Stefan Berres bezeichnete den Feuerwehrverein als „Sozialkomponente“ der Feuerwehr. Er präsentierte die Zahl von 486 Mitgliedern, davon 90 Aktive, 28 Ehemalige als passive Mitglieder und 368 fördernde Mitglieder. Über die Aktivitäten im Vereinsleben sprachen die Schriftführer Christina Tengler und Michael Groß in ihrem Fotobericht. Der Jahreshöhepunkt war nach ihren Worten die Festwoche zum 150. Bestehen der Feuerwehr. In seiner letzten Amtshandlung als Festleiter zog Thomas Hiendl ein positives Resümee. Lang und vielfältig war die Liste von Einsätzen im vergangenen Jahr, über die Zweiter Kommandant Michael Stefanutti Bilanz zog. Gleich zum Jahresbeginn 2019 waren die Floriansjünger bei einem Großereignis gefordert.

Schneekatastropheprägt das Jahr

Im Rahmen der Schneekatastrophe musste in Übersee für eine Woche ein Bereitstellungsraum für 500 Hilfskräfte eingerichtet werden. Insgesamt absolvierten die Aktiven 169 Einsätze mit 3876 Stunden. Größtenteils waren dies technische Hilfeleistungen, aber auch Brände und Sicherheitswachen.

Allein 2019 seien 5395 Übungs- und Ausbildungsstunden absolviert worden. Dazu gehörten Ausbildungen in Übersee, auf Landkreisebene, an den staatlichen Feuerwehrschulen und Sonderlehrgänge. Zusammen mit ihren 3876 Einsatz- und 5395 Übungsstunden haben die Floriansjünger 1154 Stunden für die Verwaltung, 964 für die Gerätepflege und 498 für die Fahrzeugbeschaffung, insgesamt 11 887 Stunden, aufgebracht.

Der Personalstand ist Kink zufolge mit 90 Aktiven, da runter zehn Frauen und neun Jugendliche, zufriedenstellend. Mit 44 Atemschutzträgern, 33 Fahrern der Klasse C/CE und 16 Bootsführern sei man in allen Belangen gut aufgestellt.

Nicht ohne Stolz sprach Jugendwartin Sandra Huber von ihren neun Schützlin-gen. Sie absolvierten 14 Jugendübungen, nahmen an Veranstaltungen des Kreisfeuerwehrverbandes teil und legten im Sommer mit Erfolg ihre Jugendleistungsprüfungen ab. Als zusätzliche Dienstleistung für die Überseer Bürger rief Tobias Plenk die Erreichbarkeit eines Zugführers rund um die Uhr unter Telefon 333 in Erinnerung. Der diensthabende Aktive kann Kleineinsätze, wie eine Schlange im Keller, Ölspuren, Ersatzbeschaffungen sowie Anfragen der Bevölkerung „sofort auf dem kleinen Dienstweg“ erledigen. „Dieser Service verstärkt unsere hervorragende Beziehung zu den Bürgern und reduziert die personalintensiven Alarmierungen", so Plenk.

Für ihre langjährigen Dienstzeiten bei der Feuerwehr wurden Stefan Berres und Stefan Berger für 20 Jahre sowie Rupert Kink, Wolfgang Steiskall und Thomas Hiendl für 30 Jahre geehrt. Das Ehrenzeichen des Freistaates Bayern erhielt Tobias Plenk für 25 Jahre bei der Feuerwehr aus den Händen von Kreisbrandrat Christof Grundner. Befördert wurde Daniel Rohrhirsch zum Löschmeister.

Besondere Ehrungen und Zeichen hoher Wertschätzung erfuhren Wolfgang Lindlacher, Max Posselt und Fred Waschin. Lindlacher hatte von 1989 bis 2019 un-unterbrochen die Fahne getragen. Danach legte er das Amt in die Hände seines Sohnes. Posselt war 50 Jahre lang aktiver Feuerwehrler, davon 19 Jahre (1988 bis 2007) Kommandant in Übersee.

Ihm sei es zu verdanken, „dass die Feuerwehr heute eine so gut aufgestellte, funktionierende und geordnete Organisation ist“, hieß es in der Laudatio. Auch Waschin hat 50 Jahre lang aktiven Feuerwehrdienst geleistet. Er war Zweiter Vorstand und Gruppenführer in Übersee sowie langjähriger Kreisbrandmeister des Achentals. vd

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