Wegen Corona: Paten als Einkaufsdienst per neuem Helfernetzwerk in Bernau

Die „Gründungsmitglieder“ des neuen Bernauer Helferkreises: Via Smartphones und Whatsapp enstand aus einer Gruppe heraus die Initiative. Ein persönlcihes Gründungstreffen gab es wegen des Coronavirus‘ nicht. Mischi
  • Silvia Mischi
    vonSilvia Mischi
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Das Coronavirus hält die Welt zur Zeit in Atem. In Italien wird gemeinsam auf den Balkonen gesungen und das Miteinander rückt wieder in den Vordergrund. Ein Paradebeispiel dafür ist die Aktion „Helfernetzwerk Corona“, von mehreren Bernauer Frauen. Die Gründungsmitglieder haben sich dabei – coronakonform – via Whatsapp dazu verabredet.

Bernau– Eine Whatsapp-Gruppe von Müttern, die sich eigentlich wegen des Ferienprogramms zusammengeschlossen hatte, ist Ursprung dieser Idee. „Circa 200 Mütter sind in der Gruppe und im Austausch fand das Helfernetzwerk spontan und aufgrund der dynamischen Entwicklung in Zusammenhang mit dem Corona-Virus in Bernau zusammen“ schildert Irene Biebl-Daiber. Sie ist eine der Mitgründerinnen. Zusammen mit Aurore Marseille, Maria Oberlechner, Denise Galland und Marion Philipp bildet sie das „Führungsquintett“.

Erledigungen zweimal pro Woche möglich

„Vorwiegend“, so die Initiatoren, „soll für ältere Menschen, die sich wegen des Virus nicht mehr aus dem Haus trauen oder nicht mehr aus dem Haus gehen können, eingekauft werden.“ Die Bernauer Kranken- und Bürgerhilfe, die bereits solche Einkaufsdienste anbietet, aber aufgrund der jetzt immer mehr steigenden Nachfrage an ihre Grenzen kommt, kooperiert mit dem Helfernetzwerk.

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Maria Oberlechner übernimmt aktuell die Koordination des Helfernetzwerkes, während sich Irene Biebl-Daiber und Denise Galland um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern, damit die Betroffenen auch von dem Angebot erfahren. Alles wird ehrenamtlich geschultert. Vorgesehen ist nun ein Patensystem. Betroffene, also sowohl Senioren als auch Risikopatienten, melden sich telefonisch bei einem Ansprechpartner aus ihrem unmittelbaren Wohnumfeld.

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    So erhalten sie einen Paten zugewiesen, der ein- bis zweimal wöchentlich für sie einkaufen geht. Wichtig dabei ist, dass das Einkaufen völlig ohne persönlichen Kontakt stattfindet, indem ein Einkaufsbeutel mit Liste vor die Haustür gehängt wird. Der Pate holt diesen ab und bringt ihn gefüllt wieder. Wer als Einkaufspate mithelfen möchte, darf sich jederzeit bei den Ansprechpartnern im entsprechenden Wohngebiet zu den angegebenen Zeiten melden. Die Senioren und Risikopatienten werden gebeten, sich zu melden und die angebotene Hilfe auch anzunehmen.

    Passend dazu auch der Aufruf von Bürgermeister Phillipp Bernhofer angesichts des ausgerufenen Katastrophenfalls: „Weitgehende Maßnahmen zur „Verlangsamung des öffentlichen Lebens sind in Kraft. In der Folge werden zahlreiche Freizeiteinrichtungen geschlossen werden. Lebensmittelläden bleiben geöffnet. Die Versorgung ist gesichert.“ Gleichzeitig appelliert der Bürgermeister an die Nachbarschaftshilfe und gegenseitige Unterstützung der Bernauer Bürger.

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    „Es wird in den nächsten Tagen und Wochen entscheidend wichtig sein, sich gegenseitig zu helfen. Organisationen wie die Bernauer Kranken- und Bürgerhilfe benötigen Unterstützung. Auch haben sich bereits Nachbarschaftsinitiativen gebildet“, so Bernhofer lobend. Er wünscht sich, dass sich Helfer und Helfergruppen bei der Gemeinde melden. „Somit könnte ein Überblick über alle Helfergruppen auf dieser Internetseite entstehen, um diese besser koordinieren und unterstützen zu können“, erklärt Bernhofer. Freiwillige könnten so gezielt den Helferkreisen zugeordnet werden. Und: „Ich danke allen, die uns in dieser schwierigen Situation unterstützen. Wir sollten besonnen handeln, um diese Krise zu meistern.“

    Kontakt zum Helfernetzwerk: Maria Oberlechner unter Telefon 0 17 5/2 44 74 14 von 8.30 bis 19 Uhr; Irene Biebl-Daiber unter Telefon 0 17 9/ 4 70 93 19

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