"Weg von alten Zöpfen"

Marquartstein - Mit über 150 Personen war der Saal des Gasthofes Prinzregent besetzt bei der Vorstellung des Bürgermeisterkandidaten Andreas Scheck und der Kandidaten der neu gegründeten Gruppierung "Bürger für Marquartstein" für die Kommunalwahl.

"Weg von alten Zöpfen" gaben die beiden Sprecher der Gruppe, Klaus Hell und Thomas Halder, als Motto der neuen beabsichtigten Gemeindepolitik aus. Andreas Scheck als Bürgermeisterkandidat habe in einer guten Woche bereits 130 Unterschriften zu seiner Unterstützung bekommen, sagte Thomas Halder. Die Liste mit elf Frauen und Männern setze sich teilweise aus der inzwischen aufgelösten Vereinigung der "Überparteilichen Wählergemeinschaft Marquartstein-Piesenhausen" zusammen (wir berichteten), zum großen Teil aber aus Bürgern, die sich bisher noch nicht für den Gemeinderat aufstellen ließen. Durch die neue Liste solle eine unabhängige Alternative zu den parteinahen Listen geboten werden.

Andreas Scheck erklärte, er habe eine klare Vorstellung, wie die Gemeindepolitik künftig verbessert werden könne, nämlich "geprägt von Offenheit und Ehrlichkeit von Anfang an". In die Politik wolle er das Wissen, die Erfahrung und die Meinung der Bürger mit einbeziehen. Der Straßenbau solle für alle Bürger sicher und Barriere frei gestaltet werden. Um auch ein öffentliches Zeichen für die beabsichtigte Energiewende zu geben, sollten die gemeindlichen Gebäude mit Solaranlagen ausgestattet werden, so Scheck. An der Staudacher Straße wünschte er sich ein Ortszentrum für Jung und Alt, "wo man das Leben im Dorf einfach spürt". Im renovierten Prinzregentensaal sollten regelmäßig kulturelle Veranstaltungen, auch ein Bauerntheater, wieder stattfinden.

Nach den Vorstellungen der weiteren Gemeinderatskandidaten (Thomas Halder, Dagmar Netzer, Christian Thoma, Katja Kink, Klaus Hell, Simon Aigner, Simon Bauer, Georg Hurler, Hubert Götschl und Matthias Rappl, Ersatzkandidatin Alexandra Scheufler) meldeten sich viele Zuhörer zu Wort, die Genaueres vom Bürgermeisterkandidaten und seinen Mitstreitern wissen wollten. Wiederholt wurde die ihrer Meinung nach mangelnde Informationspolitik der Gemeinde angesprochen.

Scheck sagte, er wolle das unter anderem durch verstärkte, rechtzeitige Infos im Internet verbessern. Er verstehe die "Gemeinde als Dienstleistungsunternehmen für den Bürger". Auf die Frage eines anderen, was für den Tourismus im Ort getan werden könnte, erwiderte Scheck, dass er zurück zu einem sanften Tourismus wolle und damit auch junge Familien verstärkt anziehen werde. Ein anderer bemängelte, dass die Planung für die Gemeindebücherei an ein auswärtiges Büro gegeben worden sei, anstatt die Planung zusammen mit den in der Bücherei beschäftigten Damen zu machen. Zur Zukunft der Gemeindebücherei sagte der Kandidat, dass er sie sich im Ortszentrum wünsche, als Treffpunkt für Jung und Alt, wo auch Veranstaltungen stattfinden könnten. Auf jeden Fall wolle er sich dafür einsetzen, dass eine benutzerfreundliche Querung der Bundesstraße eingerichtet werde, versprach Scheck.

Zum künftig verstärkten Hochwasserschutz in Marquartstein berichtete er von einem Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt. Um schnell handeln zu können, favorisiere er unter anderem eine mobile Sperre an der Tiroler Ache in Höhe des Landschulheims.

Eine weitere Diskussion zu kommunalen Themen veranstalten die Bürger für Marquartstein am Aschermittwoch, 5. März, um 19 Uhr im Gasthof Prinzregent. gi

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