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DEICHPFLEGE ERMÖGLICHT ARTENVIELFALT

Wasserwirtschaftsamt Traunstein: Mäharbeiten auf den Deichen in 3 Landkreisen beginnen

Eine Magerwiese mit Karthäusernelken und Witwenblumen.
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Eine Magerwiese mit Karthäusernelken und Witwenblumen.

Es ist Mähsaison auf den Hochwasserschutzdeichen in den Landkreisen Traunstein, Altötting und Berchtesgadener Land. Die Arbeiten haben laut Bericht des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein begonnen und dauern bis in den Oktober hinein.

Traunstein – Insgesamt seien in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land und Traunstein rund 1,4 Millionen Quadratmeter Deichfläche zu mähen. Danke eines ausgeklügelten Pflegesystems entstünden Lebensräume für Tiere.

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Auch Pflanzen wie die Witwenblume oder die Karthäusernelke sollen das Grün der Wiesen mit ihren farbigen Blüten durchsetzen. „Um möglichst vielen dieser eigentlich anspruchslosen, aber sehr seltenen Blühpflanzen beste Bedingungen zu schaffen, ist die jährliche Mahd der Deichwiesen unerlässlich“, so das Wasserwirtschaftsamt. Für diese Aufgabe würden Unternehmen beauftragt. Sie seien auch für den Abtransport des Mähguts zuständig.

Wann und wo die Arbeiter mähen, legt ein Zeitplan fest, den die Behörde für ihren Amtsbereich laut eigener Aussage ausgearbeitet hat. Einige Flächen würden eher gemäht als andere. Mit der Mahd der Deichwiesen verlören die Böden Nährstoffe. Dies fördere die Ansiedlung von Blühpflanzen, die anderswo in der Kulturlandschaft nicht wachsen könnten. Grundsätzlich gelte: Je weniger Nährstoff im Boden bleibt, umso artenreicher gestaltet sich der Bewuchs. „Ohne die jährliche Mahd würden die Flächen zunehmend verbuschen. Weniger Arten wären zu finden“, so das Wasserwirtschaftsamt.

Insektenfreundliche Mahd

Damit nicht nur die Pflanzen gedeihen, sondern auch Kleintiere und Insekten auf den Deichwiesen überleben können, lasse das Wasserwirtschaftsamt schonend, mit einem Doppelmesser, mähen. Zudem bleibe das Mähgut eine Weile liegen.

Eine andere Variante des Pflegekonzeptes sei die Streifenmahd: Zunächst werde nur die Hälfte der Böschung gemäht. Der übrige Teil folge zu einem späteren Zeitpunkt. Möglich sei es außerdem, Wasser- und Landseite eines Deiches um einige Wochen zeitversetzt zu mähen. „Alle Methoden haben gemeinsam, dass Blühwiesen nicht gleichzeitig verschwinden und damit Nahrungsquellen erhalten bleiben – insbesondere für Bienen. Auch dem Pflanzenwuchs tut diese Vorgehensweise gut“, schreibt die Behörde. re

Flussmeister und Fachbüros erstellten das Pflegekonzept

Entstanden ist das Pflegekonzept laut Wasserwirtschaftsamt Traunstein dank der vielfältigen Erfahrung der Flussmeister, die über die Jahre ihre Ergänzung in der Expertise diverser Fachbüros fand. Wie sehr sich das Konzept bereits bewährt habe, belegten die regelmäßig stattfindende Samenernte: Eine Fachkraft nutze dafür eine Art Mini-Erntemaschine.

Das ist ein Gerät mit rotierenden Bürsten, die die Samen aus den Pflanzen kämmen, und das je nach Blütezeit eingesetzt werden kann. Die auf diese Weise gewonnenen Samen werden anschließend wieder ausgebracht auf Flächen des Wasserwirtschaftsamtes, etwa am Hochwasserschutzdeich in Freilassing. Weitere Informationen zur Deichpflege gibt es unter www.wwa-ts.bayern.de. (re)

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