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Gelebte Gesundheitsphilosophie

Wasser liegt weiter im Trend: Neunte Kneipp-Woche in Prien eröffnet

Erfrischende Abkühlung bei großer Spätsommerhitze: Prima-Geschäftsführerin Andrea Hübner und Bürgermeister Andreas Friedrich beim Kneippen im Armbad.
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Erfrischende Abkühlung bei großer Spätsommerhitze: Prima-Geschäftsführerin Andrea Hübner und Bürgermeister Andreas Friedrich beim Kneippen im Armbad.
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Mit der Eröffnung der neunten Priener Kneipp-Woche bestätigt die Marktgemeinde, dass die vermeintlich angestaubte Gesundheitslehre des bayerischen Pfarrers Kneipp hochaktuell ist. Zwar sank zwischenzeitlich die Nachfrage nach Kuren, doch der Priener Kneipp-Verein ist rührig und stellt immer wieder ein Programm auf die Beine, das sich großer Beliebtheit erfreut.

Prien – Im Jubiläumsjahr „200 Jahre Sebastian Kneipp“ ist am Samstag im Kleinen Kurpark die neunte Priener Kneipp-Woche mit einem Festakt eröffnet worden. Bis zum 19. September finden Gesundheitsurlauber wie auch Einheimische täglich besondere Erlebnisangebote rund um das ganzheitliche Naturheilverfahren des bekannten bayerischen Pfarrers und Naturheilkundlers Kneipp: von Wassergymnastik über Line Dance, Lachyoga, meditativen Klangkursen bis hin zu Salbenseminaren sowie Vorträgen und Lesungen.

Zum Auftakt der Kneipp-Woche gab es am Samstag viele Schnupperkurse. Zum Beispiel Lachyoga mit Inge Fechter.

„Wir sind in unserem Heimatort und seiner Umgebung reichlich mit Wasser gesegnet“, betonte Bürgermeister Andreas Friedrich in seiner Festrede vor rund 80 Gästen.

Großer Verdienst des örtlichen Vereins

„Das ist sicherlich ein Grund dafür, dass die Marktgemeinde seit 1960 der einzige Kneipp-Kurort in Oberbayern ist.“ Dieses Prädikat vom Freistaat Bayern erhalten zu haben, sei ein großer Verdienst des örtlichen Kneipp-Vereins. Der seit der erneuten Gründung 1954 durchwegs aktive Verein habe dafür gesorgt, „dass wir in Prien Kneipp-Anwendungen und -Kuren anbieten können“.

Ein Rückblick in die Geschichte: Die Anfänge des Kneipp-Wesens am Chiemsee gehen in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. „Zu Beginn des Jahres 1922 erwarb die Gastronomenfamilie Märklstetter das 1901 erbaute, zwischen Harras und Stock am Seeufer gelegene Strandhotel, in dem bis zum Ersten Weltkrieg eine Schweizer Gesellschaft ein Diabetiker-Kurhaus mit Badeanstalt und medizinischen Bädern betrieben hatte“, heißt es im neuen Priener Heimatbuch. „Am 6. April 1922 wurde dieses Haus von Hans Märklstetter als Strandhotel und Kurhaus neu eröffnet. Bereits 1925 befasste sich der Fremdenverkehrsverein Prien mit dem Bau eines eigenen Kurhauses. Am 23. Februar 1928 wurde erstmals ein Kneipp-Verein in Prien gegründet.

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Zum Vorstand wählte der Verein Theodor Kimmich, Kupferschmiedmeister am Ort. Dieser versuchte mit Gleichgesinnten, die Ideen und die Heilverfahren des Wörishofener Pfarrers Sebastian Kneipp bekannt zu machen. Pfarrer Kneipp stützt seine Therapie auf fünf Säulen: die Heilkraft des Wassers, die Vitalität der Bewegung, die Heilwirkung von Kräutern, eine gesunde Ernährung, die Harmonie von Körper und Geist.“ Laut Heimatbuch war aber den Vereinsaktivitäten vor dem Zweiten Weltkrieg aus nicht bekannten Gründen „kein Erfolg beschieden.“

Christiane Möhner und Ana Walser vom Vorstand des Kneipp-Vereins mit bemalten Gießkannen, die für einen guten Zweck versteigert wurden.

Kriterien erfüllt

Das Prädikat „Kneipp-Kurort“ habe der touristischen Entwicklung der Marktgemeinde gutgetan, sagte Andrea Hübner, Geschäftsführerin der Prien Marketing GmbH (Prima). Viele Besucher hätten den Ort kennengelernt, weil sie zu einer Kneipp-Kur gekommen seien.

Mit Blick auf Angebote der Priener Ärzte und Kliniken sei in den vergangenen Jahren aber deutlich geworden, dass Kneipp-Anwendungen an Bedeutung verloren hätten, bedauerte sie. Deshalb sei die Marktgemeinde erneut überprüft worden, ob sie die Kriterien für das Prädikat „Kneipp-Kurort“ noch erfülle. „Wir sind mit der Kommission durch den Ort gegangen und haben entsprechende Einrichtungen besichtigt. Weil wir diesen rührigen Verein haben, konnten wir beweisen, das in Prien die Kneipp-Philosophie nach wie vor gelebt wird.“

Groß sei Freude gewesen, als in diesem Jahr die schriftliche Bestätigung gekommen sei, dass sich Prien weiter als Kneipp-Kurort bezeichnen darf. Da es heuer einen Wechsel im Vorstand des Kneipp-Vereins gab, überreichten Hübner und Friedrich den ausgeschiedenen Mitgliedern Präsente. Der neue Vorstand besteht aus Geschäftsführerin Christiane Möhner, Ana Wäsler sowie Sibylle Döllgen, Monika Meindl und Thomas Kox.

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