Wasser in Grabenstätt wird deutlich teurer

Diese Preisveränderung hat der WBV beschlossen. Klinger
+
Diese Preisveränderung hat der WBV beschlossen. Klinger

Höhere laufende Kosten sind nur ein Grund, warum der Wasserbeschaffungsverband Grabenstätt ab Mitte nächsten Jahres die Preise erhöht. Worauf sich die Grabenstätter Kunden einstellen müssen, wurde in der jüngsten Sitzung deutlich.

Von Markus Müller

Grabenstätt – „Unser Wasser ist nach wie vor sehr gut und unbedenklich zu verwenden“, freute sich Vorstand Karl-Heinz Austermayer in der Jahreshauptversammlung des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Grabenstätt im Schlossökonomiesaal. Auf die Abnehmer des Wassers kommen in Zukunft höhere Kosten zu: Die Mitglieder stimmten mehrheitlich dafür.

Die Qualität des Wassers im Gebiet sei nach wie vor gut. Das Hochwasser Anfang August habe der Steinweiher-Quelle nicht geschadet.

Ausgaben für Erweiterung und Sanierung

Angesichts hoher laufender Kosten und vieler geplanter Investitionen, darunter die Rohrnetzerweiterung in Oberaschau und Kellerberg und die Sanierung des Hochbehälters, habe sich die Vorstandschaft für eine Gebührenerhöhung ausgesprochen, so Austermayer. Die Versammlung segnete diese mehrheitlich ab.

Lesen Sie auch:Zu Fuß statt mit dem Flieger – Unterwössener Pilot überquert während Kurzarbeit die Alpen

Der Herstellungsbeitrag, der einmalig von Neumitgliedern zu entrichten ist, steigt pro Quadratmeter Grundstücksfläche von 0,75 auf 1,25 Euro und pro Quadratmeter Geschossfläche von 1,80 auf 2,80 Euro. Die laufende jährliche Verbrauchsgebühr wird pro Kubikmeter Wasser von 0,90 auf 1,20 Euro angehoben.

Erhöhungen ab Mitte 2021

Die Grundgebühr steigt bis 2,5 Kubikmeter pro Stunde Nenndurchfluss von 40 auf 45 Euro im Jahr, bis sechs Kubikmeter pro Stunde Nenndurchfluss von 44 auf 50 Euro und bis zehn Kubikmeter pro Stunde Nenndurchfluss von 56 auf 60 Euro. Beim Verbundzähler mit 40 Kubikmeter Nenndurchfluss pro Stunde werden statt 500 Euro jährlich 550 Euro fällig. Die Erhöhungen treten erst ab 1. Juli 2021 in Kraft.

Ein großes Problem sei das giftige Wasserkreuzkraut, das sich auf den feuchten Wiesen ansiedele, sagte Austermayer. Zur Bekämpfung setze das Ökomodell Achental nun die Blutbärenraupe ein (wir berichteten).

Biber in Grabenstätt

Ein Biber beschäftigt den Wasserbeschaffungsverband zudem im Bereich Tüttensee-Mühlbach. Sollte dieser zur Steinweiher-Quelle wechseln, „würden wir über das Landratsamt Traunstein eine Abfanggenehmigung bekommen“, so Austermayer.

Im Kassen- und Rechenschaftsbericht stellte Franziska Zippel die Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2019 vor. Die Einnahmen betrugen 195 051 Euro und die Ausgaben 202 354 Euro. „7302,83 Euro sind den Rücklagen entnommen worden“, so Zippel. Die Vorstandschaft wurde einstimmig entlastet.

Lesen Sie auch:Landkreis Traunstein: 10,6 Millionen Euro Schulden getilgt

Der vorgelegte Haushaltsentwurf 2020 schließt in den Ausgaben im Verwaltungshaushalt mit 179 967 Euro und damit mit einem Minus von 32 217 Euro, die dem Vermögenshaushalt entnommen wurden. Man rechne heuer bei den Wassergebühren mit 120 000 Euro Einnahmen, so Zippel.

Der Vermögenshaushalt schließt in den Ausgaben mit 29 500 Euro. Abzüglich der Rücklagenentnahme von 18 626 Euro verbleiben rund 10 874 Euro. Der Haushaltsentwurf wurde einstimmig angenommen und tritt rückwirkend zum 1. Januar 2020 in Kraft.

Gestiegene Fördermenge, weniger Verkauf

Laut Wasserwart Steinbeck habe man im Vorjahr 1590 Einwohner mit Trinkwasser versorgt. Die Jahresfördermenge aus der Quelle betrug 170 919 Kubikmeter Wasser – ein Plus von 11,5 Prozent. Verkauft wurden in Grabenstätt 78 577 Kubikmeter (minus 19,2 Prozent) und in Marwang 56 101 Kubikmeter (plus 31,6 Prozent). In Marwang gibt es einen Mischbetrieb mit der gemeindlichen Wasserversorgung.

Der Wasserverlust sei im Vorjahr wegen diverser, teilweise nicht lokalisierbarer Rohrschäden hoch gewesen, so Steinbeck.

Bedroht Hochwasserschutz Quelle?

Freiherr Dieter von Wrede, auf dessen Grundstück sich die Steinweiher-Quelle befindet, appellierte, abzuklären, ob der Quelle die geplanten gemeindlichen Hochwasserschutzmaßnahmen schaden könnten. „Wenn die Ergebnisse der Untersuchungen feststehen, werden wir das Gespräch mit dem WBV suchen“, versicherte der Zweite Bürgermeister Andreas Danzer und lobte die gute Zusammenarbeit.

Kommentare