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Sorgenkind Mühlbach

Was tun gegen Hochwasser? Grabenstätter Bürger diskutieren online

Am 4. August 2020 trat der Mühlbach im Ortsgebiet von Grabenstätt wieder einmal über die Ufer.
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Am 4. August 2020 trat der Mühlbach im Ortsgebiet von Grabenstätt wieder einmal über die Ufer.
  • VonMarkus Müller
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Als die A8 bei Grabenstätt überflutet war - so ein Bild vergisst man nicht. Die Angst in der Gemeinde ist groß, dass sich so ein Hochwasser wiederholt. Denn der ganze Ort ist gefährdet.

Grabenstätt – Auf sehr positive Resonanz ist die erste Online-Bürgerinformation zum Hochwasserschutz für den Grabenstätter und Marwanger Mühlbach gestoßen. Die Ausführungen von Bürgermeister Gerhard Wirnshofer und Dr.-Ingenieur Florian Pfleger vom Ingenieurbüro Aquasoli aus Siegsdorf wurden via Livestream im Internet übertragen. Wie bereits im Gemeinderat stellte Pfleger zunächst die fünf Hochwasserschutz-Planungsvarianten für den Mühlbach vor.

Sieben statt 22 Kubikmeter

Die Abflussleistungsfähigkeit liege laut Pfleger im Ort Grabenstätt mit einem halben Meter Abstand zwischen Wasserspiegel und Brücke bei sieben Kubikmeter pro Sekunde. Um für ein hundertjähriges Hochwasser, bei dem die stärksten Ausuferungen in der Traunsteiner Siedlung/Hochfellnstraße und an der Schloss- und Hauptstraße zu erwarten seien, gerüstet zu sein, habe man aber einen notwendigen Bemessungsabfluss von 22,1 Kubikmeter errechnet.

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Alle fünf Planungsvarianten hätten sich Pfleger zufolge am Ende als „nicht wirtschaftlich“ erwiesen, da das auf Basis der Berechnungsvorgaben des Wasserwirtschaftsamtes errechnete Schadenspotenzial von knapp 2,5 Millionen Euro jeweils deutlich niedriger wäre als die jeweils zu erwartenden Kosten für den Hochwasserschutz. „Wir können damit auch keine Förderung durch den Freistaat erwarten“, stellte er klar. Stattdessen setze man nun auf einen „förderunabhängigen Hochwasserschutz“ mit verschiedenen möglichst effektiven kleineren Maßnahmen.

Kein Förderverfahren nötig

Laut Bürgermeister Wirnshofer sei der Auftrag für die Konzeptplanung bereits vom Gemeinderat als Folgeauftrag an das Büro Aquasoli erteilt worden. Da nun kein Förderverfahren abzuwickeln sei, gehe man davon aus, dass die Umsetzung etwas zügiger erfolgen könne.

Dass langfristige Vorsorgemaßnahmen notwendig seien, habe man auch bei kleineren Hochwässern im vergangenen August und September wieder gesehen, so Wirnshofer. Einiges sei schon umgesetzt worden, was für die „Traunsteiner Siedlung“ in Grabenstätt für Entlastung sorge. So wurde 2018 ein Regenrückhaltebecken errichtet und 2019 der Bereich „Nickelberg-Ost“ von der Regenwasserableitung der Traunsteiner Siedlung entkoppelt.

Sorge um Tiere und Pflanzen

Auf die schriftliche Eingabe von Roland Plafinger, wonach die Tier- und Pflanzenwelt möglichst nicht gestört werden sollten, betonte Wirnshofer, dass die mituntersuchte Sohleeintiefung am Mühlbach tatsächlich einen erheblichen Eingriff ins Ökosystem darstellen würde, und man dies möglichst vermeiden wolle. Diese Variante habe sich auch als nicht wirtschaftlich herausgestellt.

Ableitungsrohr als Lösung?

Zur Entschärfung der Hochwassergefahr am Mühlbach war aus den Reihen des Gemeinderates angeregt worden, zu prüfen, ob bei einem entsprechenden Pegelstand das Wasser über ein Ableitungsrohr südlich der Bebauung an der Hochfellnstraße vorbeigeführt werden könnte. Pfleger zufolge müssten die Ableitungen mit sehr großen Querschnitten dimensioniert werden, was zwar technisch möglich, aber gerade im Ortskern äußerst schwer ausführbar sei. Kostengünstiger wäre auch diese Lösung nicht, weshalb eine Förderfähigkeit nicht gegeben sei.

Konzeptplanung wohl ab Herbst

Nach dem Effekt einer vorzeitigen Schleusenöffnung bei drohenden Hochwasserereignissen erkundigte sich Dr. Martin Brunnhuber. Durch die Absenkung des Pegels an der Entermühle vor einem Hochwasserereignis könnte ein gewisses Volumen in den Bächen und Gräben zur Verfügung gestellt werden, so Pfleger. Von der Größenordnung wäre dieses Volumen allerdings wesentlich kleiner als die Volumina einer der Rückhaltevarianten.

Hohe Kosten

Die nun alternativ angedachten Hochwasserschutz-Einzelmaßnahmen würden „in jedem Fall einen Schutz für die betroffenen Bürger bringen“, so Wirnshofer. Die Gemeinde werde dafür viel Geld aufbringen. Man hoffe, dass man im Herbst über die Konzeptplanung sprechen könne und werde dann versuchen „die Sachen schnellstmöglich umzusetzen“, sagte der Rathauschef.

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