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Interview zur 125-jährigen Markterhebung

Wie Rathauschef Andreas Friedrich die Entwicklung von Prien bewertet - und was er sich für die Zukunft wünscht

Stolz auf seinen Heimatort: Priens Bürgermeister Andreas Friedrich wünscht sich, dass auch in 25 Jahren der Zusammenhalt der Bevölkerung ein Jubiläumsfest „150 Jahre Markterhebung“ möglich machen wird.
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Stolz auf seinen Heimatort: Priens Bürgermeister Andreas Friedrich wünscht sich, dass auch in 25 Jahren der Zusammenhalt der Bevölkerung ein Jubiläumsfest „150 Jahre Markterhebung“ möglich machen wird.
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Prien feiert in einer Festwoche vom 23. bis 27. Juni sein Jubiläum „125 Jahre Markterhebung“. Wie er die Entwicklung seines Heimatortes beobachtet, hat Bürgermeister Andreas Friedrich im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen dargelegt. Dabei gab er auch einen Einblick in seine Visionen für die Marktgemeinde.

Prien – Mit 34 Jahren ist Andreas Friedrich (ÜWG) der Jüngste in der Folge der Priener Bürgermeister. Am 100. Jahrtag der Markterhebung – 1997 – war er neun Jahre jung, zum 150. Jahrtag wird er 59 Jahre alt sein. Wie sich seine Heimatgemeinde in dieser Zeitspanne entwickelt hat beziehungsweise entwickeln wird, hat Bürgermeister Friedrich im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen erörtert.

Welche Erinnerungen haben Sie an das Fest der 100. Markterhebung? Wie haben Sie Ihren Heimatort damals erlebt?

Andreas Friedrich: Das ist ewig her. Direkt an das Fest kann ich mich nicht so wirklich erinnern. Es war einiges los im Ort, überall gab’s Stände, aber warum, wusste ich damals nicht. Der Ort war vor 25 Jahren beschaulicher als heute. Gut erinnern kann ich mich an Bungalows mit größeren Grünflächen oder Gärten in den Seitenstraßen zwischen Bernauer und Hochriesstraße.

Wie hat sich der Ort in diesem Zeitraum entwickelt?

Friedrich: Zum Beispiel in den Seitenstraßen sehe ich heute größere Mehrfamilienhäuser, sehr viel weniger Grün. Gerade im Zentrum ist im vergangenen Vierteljahrhundert baulich unglaublich viel passiert, durchaus auch mit einer städtischen Prägung. Aber in den Außenbereichen gibt’s immer noch dieses ländliche Ambiente mit, ich sag’s mal überspitzt, Heile-Welt-Häuschen, im Vorgarten drei Bäume, hier und da ‘ne Schaukel, im Schatten ein Sandkasten – dieses Bild hat sich Prien zum Glück auch behalten.

Der Ort ist in den 25 Jahren gewachsen, die Einwohnerzahl angestiegen, nicht zuletzt durch Zuzug. Mittlerweile stagniert dieses Wachstum allerdings, weil nicht mehr so viele Flächen zur Verfügung stehen, die bebaut werden könnten. Allerdings präsentiert sich der Ort mittlerweile hektischer, auch einen Tick unpersönlicher. Ich bin mir sicher, dass nicht jeder Priener im Ortskern oder im Bereich der Mehrfamilienhäuser seine Nachbarn wirklich kennt, oder bei Begegnungen mehr als ein „Guten Morgen“ ausgetauscht wird.

Viele der knapp 11.000 Einwohner sind in den rund 150 Priener Vereinen Mitglieder. Gibt es dort die gleiche Entwicklung?

Friedrich: Gott sei Dank haben wir in Prien ein sehr stark ausgeprägtes Vereinsleben. Im Jahreskreis und vor allem im Sommer bereichern gerade die Vereine mit ihren Veranstaltungen unser gesellschaftliches Leben. Das ist wunderbar – aber das aus meiner Sicht Traurige daran: Meistens sind es immer die gleichen Mitglieder, die sich beim Organisieren, Herrichten oder Aufbauen engagieren. Gefühlt sind das tatsächlich immer wieder die Ur-Priener.

Woran machen Sie diese Entwicklung fest?

Friedrich: Das ist definitiv kein Priener Phänomen. Aus meiner Sicht liegt das an der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung. Die Anforderungen gerade im Beruf werden immer höher. Es ist für mich durchaus verständlich, wenn Berufstätige nach einem anstrengenden Tag entscheiden, „heute geht für mich nichts mehr“. Darunter leidet aber sicherlich das gesellschaftliche Miteinander.

Prien war vor 125 Jahren Gerichtsstandort, Pfarr- und Handelsmittelpunkt – Grund genug für Prinzregent Luitpold, den Antrag der Gemeinde für die Bezeichnung Markt zu genehmigen. Hätte ein solcher Antrag auch heute noch Erfolg?

Friedrich: Ja, da bin ich mir sehr sicher. Das Merkmal von Städten oder Märkten soll sein, dass sie eine gewisse überregionale Strahlkraft haben. Zudem sollen sie Einrichtungen im Ort bieten können, die von benachbarten Kommunen benötigt werden und auch mitbenutzt werden können. Vor allem unter Altbürgermeister Lenz Kollmannsberger ist unglaublich viel passiert; im Vergleich zu anderen Gemeinden hat Prien sehr viele Einrichtungen dazu bekommen.

Wie den Sportpark: In der Ausstattung mit Tribünen, Flutlichtanlage, Umkleidehaus und angeschlossenem Restaurant gibt’s das im gemeindlichen Umfeld in der Art nicht. Zudem sind wir ein großer Schulstandort mit Gymnasium, Realschulen, Mittel- und Grundschulen, Waldorfschule und Musikschule, dazu die Volkshochschule Chiemsee, das RoMed-Klinikum, Reha-Kliniken …

Wie wird sich Prien anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Markterhebung präsentieren? Was ist Ihre Version?

Friedrich: Eine meiner Visionen dreht sich um den Verkehr in unserer Gemeinde: eine Ortsumfahrung – oder zumindest für unseren Zentrumsbereich. Vor allem wünsche ich mir, den Verkehr über einen Einbahn-Straßenring zu regeln und den Platz, der durch die wegfallende Fahrspur anfällt, Fahrradfahrern und Fußgängern anbieten zu können. Zudem hoffe ich, dass wir es hinkriegen, in 25 Jahren so wie bei der 100- und auch 125-Jahrfeier den Zusammenhalt in der Priener Gesellschaft zu erleben, um das Fest organisieren zu können. Ich hoffe, dass das Interesse der Bürgerinnen und Bürger dann genauso stark ist, sich zu beteiligen. Das wäre mein größter Wunsch.

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