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Über zwölf Millionen Liter werden täglich in Traunstein gereinigt

Was darf ins Klo und was nicht? „Unglaublich, was bei uns in der Kläranlage auftaucht“

Andreas Prams, zuständig in der Traunsteiner Stadtverwaltung für Tiefbau und Stadtentwässerung - und damit auch für die Kläranlage.
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Andreas Prams, zuständig in der Traunsteiner Stadtverwaltung für Tiefbau und Stadtentwässerung - und damit auch für die Kläranlage.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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200 Liter Abwasser lässt jeder Traunsteiner täglich im Kanal verschwinden - dabei ist auch genügend, was der Kläranlage nur Probleme bereitet. Eine Reportage darüber, was viele von uns immer wieder falsch machen und was in der Traunsteiner Kläranlage schon alles gelandet ist.

Traunstein - Auch wenn es in der Traunsteiner Kläranlage immer wieder mal Kuriositäten anspült: es gibt ihn, den „natürlich Feind“ einer jeden Kläranlage - „Feuchttücher machen uns massiv Probleme“, so Andreas Prams von der Stadtentwässerung im Gespräch mit chiemgau24.de. Die dünnen, nassen Einweglappen werden zum Abschminken oder für den Baby-Popo hergenommen, aber in die Toilette gehören sie nicht. Zwar werden Feuchttücher zu Beginn des Klärprozesses noch zerhäckselt, aber die Fasern bleiben: „Zusammen mit anderen Resten bilden sich dann größere Würste, die für Verstopfungen im Faulturm sorgen können“, so Prams.

Kläranlage Traunstein: Was alles nicht in die Toilette sollte

Einen Schritt weiter im Kampf gegen die Feuchttücher ist man in Traunstein jetzt aber. Für 2,2 Millionen Euro hat die Stadt ihre Kläranlage jetzt noch weiter optimiert - ein Sandwäscher, ein neuer Sandfang, ein neuer Feinrechen. Jener Feinrechen ist es, der künftig auch die kleinsten Reste aus dem Abwasser herausfiltern soll: kleine Fasern und Kunststoffteilchen. Am Dienstag (27. September) wurde das neue Gebäude mit Sandwäscher und Feinrechen im Ortsteil Empfing eingeweiht.

Ingenieur Anton Mader (links) mit Oberbürgermeister Christian Hümmer beim symbolischen Aufdrehen eines Schiebers fürs neue Kläranlagengebäude.

Weitere unerwünschte Dauergäste in der Kläranlage: Damenbinden, Küchenrolle, Windeln oder Wattestäbchen. Auch sie können im Klärprozess ähnliche Probleme machen und die Anlage ins Stocken bringen. „Aber man kann sich nicht vorstellen, was bei uns sonst schon alles aufgetaucht ist“, erzählt Andreas Prams. Von Besteck und Schmuck berichtet er, von Gebissen, einem Ziegelstein oder einer Autobatterie. Aber das fängt in der Regel schon der Grobsandfang ab, die erste Station der Kläranlage, in der das Abwasser ankommt.

Und Essensreste? „Die sind für die Kläranlage eigentlich kein Problem, haben in der Toilette aber trotzdem nichts verloren“, so der Chef der Entwässerung in der Traunsteiner Stadtverwaltung. „Essensreste ziehen in der Kanalisation Ratten an.“ Alle paar Jahre überprüft man mit Ködern, ob Ratten in Traunsteins Kanälen unterwegs sind, „aber wir hatten schon lange nichts mehr in der Falle“, so Brams. Auch Öle, Fette, Kraftstoffe oder Textilien sollten nicht im Klo hinuntergespült werden.

„Kläranlage systemrelevant und lebensnotwendig“

„Die Kläranlage führt ein Schattendasein, aber sie ist systemrelevant und lebensnotwendig“, so Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU) bei der Einweihung der neuen Anlage am Dienstag. Durch die neue Anlage muss das herausgefilterte Gemisch aus Steinen und organischen Stoffen nicht mehr teuer entsorgt werden. Ein Teil wird dafür im Faulturm zur Gasproduktion genutzt, übrigbleibender Sand wird für den Straßenbau wiederverwendet. Alleine heuer und in den beiden Vorjahren seien ganze 9,4 Millionen Euro in die Kläranlage investiert worden, so Hümmer. Angeschlossen sind auch Surberg, Neukirchen, Siegsdorf und Vachendorf.

In der Traunsteiner Kläranlage werden jährlich rund 4,5 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt. Ein Drittel davon ist Regenwasser. Zehn Angestellte und ein Lehrling setzen sich in Empfing damit auseinander. Das sogenannte Rechengut, also was an Feststoffen herausgesiebt wird, wiegt im Jahr ungefähr 80 Tonnen. Der übrige Klärschlamm, 3000 Tonnen jährlich, wird vergärt und verbrannt. Zwei Blockheizkraftwerke werden damit in Traunstein betrieben, die Strom erzeugen. 70 Prozent des Energiebedarfs der Traunsteiner Kläranlage kann allein damit gedeckt werden.

xe

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