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Seit 20 Jahren aktiv

Warum der Priener Einkaufsdienst mehr ist als nur ein Lieferservice

Die Fahrer des Priener Einkaufsdienstes: (von links) Konrad Riepertinger, Christine Straßl, Burgl Mouratian, Maria und Willis Rötscher, Hanni Sykora und Gerhard Mouratian.
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Die Fahrer des Priener Einkaufsdienstes: (von links) Konrad Riepertinger, Christine Straßl, Burgl Mouratian, Maria und Willis Rötscher, Hanni Sykora und Gerhard Mouratian.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Seit dem Jahr 2002 gibt es den Priener Einkaufsdienst. Der Service für Menschen, welche nicht mehr mobil genug sind, um selbst einkaufen zu können, ist auch nach 20 Jahren noch immer ein wichtiges soziales Rückgrat der Gemeinde. Und sorgt auch bei den Ehrenamtlichen für gute Erinnerungen.

Prien – Walburga Mouratian ist fast ein Mitglied der ersten Stunde. Die Prienerin kann sich noch gut daran erinnern, wie es vor 20 Jahren losging mit dem Priener Einkaufsdienst. Damals war es Renate Hof, frühere Dritte Bürgermeisterin der Marktgemeinde und heutige Ehrenbürgerin, welche die Idee ins Leben ruf: Ein Service für Priener, welche nicht mehr allzu mobil sind. Vor allem nicht, um noch selbst einkaufen zu gehen.

Sieben Fahrer unterwegs

Immer mittwochs klingelt in einem Priener Edeka-Markt das Telefon. Zwischen 9 und 13 Uhr können Kunden dort ihre Bestellung aufgeben. Derzeit seien es zwischen sechs und acht Priener, welche den Service des Einkaufsdienstes in Anspruch nähmen, sagt Mouratian. Doch bisweilen hätten durchaus mehr als zehn Personen die Möglichkeit in Anspruch genommen, sich ihren Einkauf von den ehrenamtlichen Helfern nach Hause liefern zu lassen. Und gerade während der Hochzeit der Coronapandemie seien es doppelt so viele gewesen.

Zwei Tage später kommen die derzeit sieben Fahrer ins Spiel. Abwechselnd fährt einer von ihnen freitags gegen 10 Uhr den Supermarkt an und übernimmt die fertig gepackten Körbe. Anschließend beginnt die Runde durch die Marktgemeinde mit ihren Ortsteilen. Zwischen anderthalb und zwei Stunden dauerten die Touren, berichtet Walburga Mouratian.

Schwere Kisten, keine Getränke

Sie wurde zu Beginn des Einkaufsdienstes von Renate Hof persönlich angesprochen, ob sie nicht mithelfen könne. Lange bitten musste Hof Mouratian freilich nicht. „Ich bin recht kontaktfreudig“, sagt die Prienerin über sich. Entsprechend begeistert sie sich noch heute für die Aufgabe. Denn spätestens, wenn auch mal ein Sack Kartoffeln unter den bestellten Waren ist, nimmt deren Gewicht naturgemäß schnell zu. Wobei es eine Sache gibt, welche die Fahrer nicht ausliefern: Getränke. „Ich kann gerade von den Damen unter den Fahrern nicht verlangen, schwere Getränkekisten zu schleppen“, sagt sie.

Der Priener Einkaufsservice sei für viele Senioren mehr als ein schöner Lieferdienst, der Lebensmittel bis an die Haustür bringt. „Es gibt viele Ältere, die froh sind, wenn wir kommen“, berichtet Walburga Mouratian über den ein oder anderen Plausch, der sich zwischen Fahrern und Kunden während der Lieferung ergibt.

Gewachsene Freundschaft

An eine ganz besondere Begegnung dieser Art während der 20 Jahre, in denen sie schon ehrenamtlich für diese Sache aktiv ist, kann sich die Prienerin bis heute erinnern. Eine Kundin hatte sie vor lauter Dankbarkeit umarmt. „Da lief es mir vor Rührung kalt den Rücken runter“, sagt sie über diese Begegnung, aus der eine Freundschaft zwischen den beiden Frauen erwuchs.

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Geld bekommen die Fahrer für ihren Aufwand für Benzin und den Verschleiß ihrer Fahrzeuge keines. Fließt ein Trinkgeld, dürften sie es behalten. Doch auch jenseits dessen gibt es ein Dankeschön: Zweimal im Jahr lädt Walburga Mouratian „ihre“ Fahrer zum Weißwurstessen ein. Und auch seitens der Marktgemeinde gebe es jedes Jahr noch ein kleines Kuvert, um die Fahrer für ihren Aufwand zu entschädigen.

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