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Parkplatznot versus Flächenversiegerlung

Warum Bernau den Parkplatz am Apotheken- und Ärztezentrum erweitern will

Neuen Platz für Pkw am Apotheken- und Ärztezentrum in Bernau soll es durch eine Erweiterung der Parkfläche geben.
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Neuen Platz für Pkw am Apotheken- und Ärztezentrum in Bernau soll es durch eine Erweiterung der Parkfläche geben.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Der Parkplatz an der Bernauer Kastanienallee soll erweitert werden. Dies hat der Bernauer Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung bei drei Gegenstimmen beschlossen. Wenngleich die Grünen-Fraktion mit einem Ergänzungsantrag dazu mahnte, diesen Schritt nicht zu übereilen.

Bernau – Bereits zum Umzug des Rathauses von der Aschauer Straße an den Rathausplatz sei eine Erweiterung der Kastanienallee angedacht gewesen, ist in einer Vorlage der Verwaltung an den Gemeinderat zu lesen. „Aufgrund der Annahme in die Städtebauförderung wurde mit der Erweiterung abgewartet. Mittlerweile ist die Parkplatzsituation tageweise so angespannt, dass sämtliche Parkplätze belegt sind – sowohl auf dem Parkplatz als auch vor dem Seiwald-Gebäude und auch an der Chiemseestraße“, begründet das Rathaus ferner seinen Antrag an den Gemeinderat.

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Da besagte Städtebauförderung nun vorgeschlagen habe, das gesamte Kurpark-Gelände sowie den alten Sportplatz zu überplanen, sei es an der Zeit, dass sich der Gemeinderat hinsichtlich einer möglichen Parkplatzerweiterung „positionieren“ solle.

Bürger zur Nutzung klimafreundlicher Verkehrsmittel animieren

Wäre es nach dem Willen der Grünen gegangen, hätte die Verwaltung zunächst die Belegung der bestehenden Parkflächen für acht Wochen überwachen sollen, wie deren Antrag zu entnehmen ist. Täglich von sieben bis 18 Uhr hätte das Rathaus einen Mitarbeiter abstellen sollen, um das Areal achtmal täglich zu sichten – Markttage ausgenommen. „Die Grünfläche des alten Sportplatzes sollte erhalten und für Zwecke der Ortsverschönerung anschließend an den Kurpark verwendet werden“, begründeten die Grünen ihren Antrag.

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Eine weitere Versiegelung für Parkflächen bedeute einen weiteren Flächenverbrauch, der nur erfolgen sollte, wenn es unbedingt erforderlich sei. „Außerdem muss es in Zeiten der Klimakrise Ziel der Gemeinde sein, die Bürger zur Nutzung klimafreundlicher Verkehrsmittel zu animieren und die Nutzung des Autos nicht allzu bequem zu gestalten“, ist im Antrag der Fraktion weiter zu lesen.

Auf Gegenliebe stieß der Vorstoß dabei weder bei der Verwaltungschefin Irene Biebl-Daiber (CSU) noch bei der CSU-Gemeinderatsfraktion, welche dem Antrag vehement widersprach.

Bei der eigentlichen Arbeit massiv gestört

„Der Parkplatz ist eigentlich sehr gut ausgelastet“, kommentierte Bernaus Bürgermeisterin den Vorschlag der Gemeinde, die Flächen zum Abstellen von Pkw noch zu erweitern. Die Verwaltung benötige schlichtweg eine Entscheidung des Gremiums: ja oder nein.

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Sollte ein Gemeindemitarbeiter, so wie seitens der Grünen gewünscht, für die Überwachung der Fläche in der vorgeschlagenen Form abgestellt werden, sei dieser in seiner eigentlichen Arbeit massiv gestört, gab Biebl-Daiber darüber hinaus zu bedenken. Zumal mit Mitglieder des Gemeinderates schon jetzt ein Bild davon hätten, wie intensiv der Parkplatz genutzt werde.

CSU-Gemeinderat Gerhard Jell brachte seine Verzweiflung darüber zum Ausdruck, dass der Gemeinderat schon mehrfach grundsätzlich entschieden habe, den Parkplatz an der Kastanienallee zu erweitern – abhängig von Mitteln aus der Städtebauförderung, um das Vorhaben zu verwirklichen. „Jetzt haben wir schon zweimal mit klarer Mehrheit beschlossen, warum jetzt wieder?“, fragte er.

Schon im Jahr 2016 Thema

Dem widersprach Rathauschefin Biebl-Daiber. Wäre dies der Fall gewesen, hätte die Verwaltung schon längst die nötigen Dinge in Richtung der Städtebauförderung in die Wege geleitet.

Schon zur Eröffnung des Apotheken- und Ärztehauses sei seitens der Gemeinde signalisiert worden, die Parkfläche dort zu erweitern, sagte CSU-Gemeinderat Matthias Vieweger. „Ich finde es erstaunlich, dass wir zehn Jahre brauchten, um das zu beobachten.“

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Er erinnerte zudem an abgelöste Parkplätze des Bauherren, die bereits im Jahr 2016 zur Debatte gestanden hätten und auf just jener Fläche hätten verwirklicht werden sollen. Der CSU-Gemeinderat schlug vor, bei der Erweiterung möglichst nur für die künftige Zufahrt Flächen zu versiegeln und die Parkflächen beispielsweise mit Schotter als Untergrund anzulegen. Auch, um die künftige Nutzung von Teilen des Areals als Festplatz nicht zu gefährden. Ein Vorschlag, den Rathauschefin Biebl-Daiber berücksichtigen will.

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