Gymnasiasten sammeln in Projektseminar Erfahrungen für das spätere Berufsleben

Mit Wanduhren auf den Markt

Mit Wanduhren, die sie herstellt, will die Schülerfirma "ClockArt" ins Geschäft kommen. Den Geschäftsbetrieb haben auf der ersten Hauptversammlung vorgestellt (von links) Vorsitzender Andreas Wagner, seine Stellvertreterin Sina Stadler und Betreuerin Mirjam Dietersberger. Foto Wz
+
Mit Wanduhren, die sie herstellt, will die Schülerfirma "ClockArt" ins Geschäft kommen. Den Geschäftsbetrieb haben auf der ersten Hauptversammlung vorgestellt (von links) Vorsitzender Andreas Wagner, seine Stellvertreterin Sina Stadler und Betreuerin Mirjam Dietersberger. Foto Wz

Traunstein - Sie erzeugen Wanduhren. Sie hoffen, ihre Produkte zu verkaufen und - wie im "richtigen" Wirtschaftsleben - letztlich einen Geschäftserfolg zu erzielen: Im Rahmen eines Projektseminars haben 15 Schüler des Annette-Kolb-Gymnasiums in Traunstein die Firma "ClockArt" aus der Taufe gehoben. Seit drei Monaten läuft der Geschäftsbetrieb. Anfang nächsten Jahres wird das Unternehmen wieder aufgelöst - und dann werden die Schüler um einige Erfahrungen reicher sein.

Auf der ersten Hauptversammlung in den Räumlichkeiten des AKG präsentierten die Schüler ihre Firma. Sie informierten die Anteilseigner über den Stand der Dinge.

900 Euro Euro Stammkapital habe "ClockArt" über den Verkauf von 90 Anteilsscheinen eingenommen und damit den Geschäftsbetrieb aufgenommen, berichtete der Vorsitzende der Schülerfirma, Andreas Wagner. Anschließend habe man die Abteilungen Marketing, Buchführung, Verwaltung und Produktion aufgebaut und mit der Planung und den Produktionen der Wanduhren angefangen. "Wir sind ein gutes Team", freute sich Wagner über die Zusammenarbeit unter den Schülern, die nicht immer leicht sei, da man als Vorgesetzer auch lernen müsse zu delegieren.

"Aber die Schüler mussten auch lernen, Geschäftliches und Privates zu trennen", erläuterte Mirjam Dietersberger, die Lehrerin, die das Projekt begleitet. "Und sollte das Unternehmen wider Erwarten keinen Erfolg haben, bleibt immer noch eines für euch: Ihr werdet reich an Erfahrungen werden, die für euer späteres Berufsleben wichtig sind."

Zwischenzeitlich hat die Schülerfirma bereits einige Uhren entworfen. Die knapp zehn Prototypen waren in der Hauptversammlung ausgestellt. Bestellungen sind auch schon eingegangen.

Angeregt hatte das Projekt am AKG die Organisation "Junior" vom Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. "Junior" ruft jährlich zur Gründung von Schülerunternehmen auf und schlüpft in der Abrechnung in die Rolle des Finanzamtes. So müssen doch auch die Schüler wie die Unternehmer im "echten" Leben genauso Steuern und Sozialabgaben zahlen.

Auch Oberbürgermeister Manfred Kösterke gehöre zu den Anteilseignern, erläuterte Wagner. Kösterke habe schon eine Uhr geordert, die er sich in das Rathaus stellen wolle. Ein Stadtwappen von Traunstein sei das Motiv.

Das Unternehmen gebe auch Garantie auf seine Uhren, so der Vorsitzende weiter. An die gesetzlichen Normen reiche sie aber nicht heran, werde sie doch nur bis drei Monate nach Firmenauflösung gewährt.

Und dass das Unternehmen wieder aufgelöst wird, steht jetzt schon fest: Im Januar schlägt die letzte Stunde von "ClockArt". Dann wird der Gewinn an die Gesellschafter ausgeschüttet - es sei denn, wie Wagner ganz im Stil eines Unternehmers an die Anteilseigner hinzufügte: "Sie verzichten darauf und wir kassieren das Geld."

Die Uhren können im Internet unter clockart.net und im Annette-Kolb-Gymnasium, Telefon 0861/209340, angeschaut und bestellt werden. Die Wanduhren werden gemäß der vorliegenden Muster hergestellt. Angeboten wird aber auch die Anfertigung individueller Exemplare nach den Wünschen der Kunden. Die Uhren kosten um die 20 Euro.

Dass sie so günstig zu haben sind, ergibt sich auch aus den niedrigen Fixkosten, die im Unternehmen anfallen. So verdienen die Vorstände von "ClockArt" in der Stunde gerade einmal 55 Cent. wz

Kommentare